Der Blick über den Teich: Obamas Sammelsurium zu 2010.
Die ersten 100 Tage der neuen deutschen Regierung werden mehrheitlich als Fehlschlag gesehen; dementsprechend sind die Reaktionen der Politiker. Eigentlich war’s im Wahlkampf schon erkennbar: Große Wunder wird keine Partei vollbringen. Doch insgeheim sehnt sich der Deutsche nach charismatischen, überzeugenden Politikern — so wie Obama einst. Er wurde umjubelt, als Retter der Nation gefeiert. Mehr als ein Jahr nach seinem Amtsantritt muss man leider sagen, dass vom ehemaligen Glanz nicht mehr viel übrig ist. Vielleicht ließe sich auch ein spöttisches “Wir schaffen in 100 Tagen, wofür Obama ein Jahr brauchte” einwerfen.
Während die deutsche Politik allerdings im Nebel stochert, gibt’s in den USA konkretere Vorstellungen davon, wie das Jahr 2010 zu gestalten sei. Lohnt ein Blick über den Teich? about.com hat eine Übersicht darüber erstellt, welche Ideen und Ziele Barack Obama für 2010 verfolgt. Es wäre eine Schande, diese unkommentiert zu lassen. Sehen wir, was er zum State of the Union vom 27. Januar so meint.
The Economy
- “A fee on the biggest banks” who “can afford a modest fee to pay back the taxpayers who rescued them in their time of need.”
- “Extended or increased unemployment benefits for more than 18 million Americans.”
- “Made health insurance 65 percent cheaper for families who get their coverage through COBRA.”
Die Banken werden in die Verantwortung gezogen, eine Hilfe für 18 Mio arbeitslose Amerikaner und eine günstigere Krankenversicherung für manche. Mit anderen Worten: Das Gegenteil von dem, was man bei uns versucht: Die Banken sind nicht verpflichtet, Gelder zurückzuzahlen, Hartz IV bekommt bestenfalls einen neuen Namen und Zusatzbeiträge und Kopfpauschale für die Krankenkassen. Gut, es gab diese Kindergelderhöhung, welche aber eher als Geste des guten Willens zu verstehen ist. Wie erfolgreich wer sein wird, wird sich erst im nächsten Jahr beurteilen lassen. Stellen wir uns lieber die Frage: Was ist der größte Nachteil der amerikanischen Politik?
Sie kostet. Geld, das weder die USA noch wir besitzen. Wie sieht also die Finanzierung aus?
Jetzt: Der US-Haushalt für das Jahr 2010 in allen Einzelheiten, kritisch kommentiert. Mit Wirtschafts- und Steuerpolitik, Militär, Bildung, Wachstum und einigen wenigen Ideen, die Hoffnung machen. “Start frei für’s zweite Jahr, Herr Präsident.”
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Haiti: Und die Welt schaut zu.
Die morbide Überleitung zwischen Zombies und Haiti, einem Ursprungsorte des Voodoo-Glaubens, würde ich mir gerne sparen, denn eigentlich ist das Thema ein sehr ernstes. Weiterhin möchte ich versuchen, die Floskel “das Armenhaus der Welt” nicht wie die Boulevardpresse zu verschlagworten — obwohl gerade Haiti dafür sorgen sollte, dass die erste Welt aufhört, ihre Augen vor Leid und Armut zu verschließen. Wäre es doch nur so einfach.
Katastrophale Presse
Kein Thema findet sich in der Presse so breitgetreten wie das durch Katastrophen verursachte Leid von Menschen. Wann immer auf der Welt Naturkatastrophen ganze Länder verwüsten, wuseln sich Nachrichtensprecher und -redakteure, schreibendes und sprechendes Volk zusammen, um möglichst die spektakulärsten Bilder liefern zu können: Grauen frei Haus. Während diese Art der Berichterstattung mit Sicherheit viele Menschen sensibilisiert, empathisiert und nicht zuletzt auch zur (finanziellen) Hilfe bewegt, zeigt sie doch auch immer wieder, dass der Mensch das einzige Tier ist, welches Sensationslust empfindet. Wie sonst könnte man es sich erklären, dass die BILD seit Tagen doppelseitige Aufmacher entwirft.
Gerade Haiti, vielerorts als gescheiterter Staat diskutiert, könnte aber ein wenig mehr Respekt verdienen. Seit Jahren hungern dort verarmte Menschen, ohne dass die westliche Welt sich dafür besonders interessiert hätte. Jetzt, im Katastrophenfall, gibt es kein Halten mehr: “Jeder möchte helfen, keiner sieht mehr weg.” — wenn doch nur. Obwohl die Bundesregierung ihre Hilfe mittlerweile auf 7,5 Millionen Eur erhöht hat, fing auch dieses Desaster mit einem anderen Desaster an: Deutschland, heldenhaft wie eh und je, stellte am Tag nach dem Beben eine Soforthilfe von 1,5 Millionen Euro zur Verfügung.
1,5 Millionen Euro, das ist ja schon eine Menge Holz. Jedoch befinden wir uns gerade in einer eigenen Krise und es stellt sich die Frage, wer denn heute überhaupt in solch kleinen Zahlen denkt. Letztes Beispiel: Hypo Group Alpe Adria, 3 Milliarden “an einem Tag”. Haiti bekam von dieser Summe zunächst 1/2000. Ein Zweitausendstel. Brad Pitt und Angelina Jolie spendeten ebenfalls früh und großzügig, gemeinsam eine Million US$, quasi eine fast mit Deutschland vergleichbare Summe. Wie ich mich für mein Land schämen kann, ich hätte es nie gedacht.
Katastrophenjournalismus auch in diesem Blog. Welche Rolle spielt eigentlich Amerika? Lässt sich doch herausfinden mit einem Klick auf…
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2010 nichts Neues: Fear, Uncertainty and Doubt.
Seit es im Jahr 2001 zum Angriff auf die westliche Welt in den USA kam, befindet sich jeder Mensch in Angst. Terrorismus, wohin man auch schaut und dem einher gehen die Verschärfungen der Sicherheitspolitik. Etwas mehr als 8 Jahre nach den Anschlägen hat dieser Prozess mitnichten ein Ende gefunden – im Gegenteil. Wer wäre ich, wenn ich das Jahr mit seriösem Journalismus beginnen würde; hier gibt’s Details zur Weltverschwörung!
Nun, vielleicht nicht so echt, aber es ist schon bemerkenswert, wie dieses Ereignis die Welt verändert hat. Einen Tag nach den Anschlägen meinte mein damaliger Geschichtslehrer —Gott hab ihn selig—, dass die Welt sich in einem Maße verändern würde, welches wir uns nicht vorstellen könnten. Ich hielt das in meinem jugendlichen Leichtsinn für Blödsinn. 8 Jahre später schaut man zurück und fürchtet sich vor der Zukunft. Es ist sicherlich schwierig, alle Maßnahmen und Ideen zur vermeintlichen Sicherheitssteigerung noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, aber – versuchen kann man’s ja.
Der Kampf gegen die Freiheit
Zunächst gab’s radikale Verschärfungen an allen Flughäfen und über das Gepäck, welches man in ein Flugzeug mit hinein nehmen durfte. Ich weiß nicht, wie’s davor war, heute ist die Liste vermeintlicher zu-Anschlägen-geeigneter Gegenstände lang: Rasierschaumflaschen (besser: Flüssigkeitsbehälter aller Art), Nagelfeilen und spitze Gegenstände, Glas- und Schneekugeln – solche Dinge führen lediglich Terroristen mit sich. Gut, ich kann’s nachvollziehen, niemand braucht diesen Kram wirklich im Flugzeug und auch Messer gehören dort nicht hin. Wobei ich zuletzt eine interessante These hörte: Alle Waffen erlauben; es findet sich bestimmt immer ein Held mit Waffe im Flugzeug, welcher dann alle rettet, weil er nichts zu verlieren hat. Oder so. Gut, lassen wir’s so stehen, ist eventuell nicht die dümmste Idee, manche Gegenstände nicht mit sich zu führen.
Es gibt aber ne Menge dumme Ideen, die aus Angst erwachsen. Neugierig? Oder besser: Ängstlich?
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Walled World
Quelle: the internets.
(r)Evolution: Wie die digitale Welt die reale hinter sich gelassen hat.

Vorweg: Wenn morgen das Christkind kommt, dann gibt’s bis zum Jahresende nur noch Erfreuliches. Ich weiß zwar nicht, wie sich das konkret darstellen wird, aber diese Tristesse am Jahresende ist beim besten Willen nicht zu ertragen. 2009 war nun wahrlich kein sehr frohes Jahr für mich und die deutsche Politik, vielleicht wird 2010 besser. Und darauf kann man sich einstimmen. Zuvor wird’s noch einmal ganz bitter, zwei verschiedene Handlungsstränge, die in einem zentralen Problem kumulieren. Und dieses Problem wird die Gesellschaft in einer Weise verändern, wie wir es uns nicht vorstellen können. Im Guten, wie im Schlechten und die negative Version des Szenario blenden wir gekonnt aus. Vorweihnachtliches Gesellschaftswunschträumen, sozusagen. Ok, ehm, los.
Es war einmal…
Die erste Szenerie beinhaltet einen sehr guten Freund von mir, welcher ein interessantes Timing an den Tag legte: Während es im schönen Saarland bei -15°C wirklich unterträglich war, befand er sich vier Tage mit seiner Freundin in Dublin, Irland. Nach seiner Rückkehr sprach er den folgenschweren Satz aus: “Jetzt, da ich das erlebt habe, weiß ich überhaupt nicht, was Menschen gegen den Überwachungsstaat haben.” — bitte wie? Er berichtete weiter von dem Vorteil, dass man sein Gepäck in einem vollen Doppeldeckerbus unbeaufsichtigt liegen lassen kann, etwas, das man in Deutschland mit gutem Grund niemals tun würde. Mh. Natürlich ist das, auf den ersten Blick, ein Vorteil. Sehen wir uns jedoch London an, dann ist dort die Kriminalitätsrate trotz der ständigen Überwachung nicht in hohem Maße gesunken. Und würden wir wirklich wollen, dass “der Überwachungsstaat” ständig über all meine Tätigkeiten bescheid weiß? Ist das nicht ein bisschen sehr Stasi? Darf man das sagen? Nächster Handlungsstrang.
Seit neulich besitze ich einen Account beim Monsternetzwerk facebook. Bei der Anmeldung schlug mir der Dienst in enger Kooperation mit Google vor, meine Kontakte doch zu importieren. Ich fand dabei einen alten Bekannten, den ich addete. Wenige Minuten später unterhielten wir uns per IRC darüber, wie eng vernetzt, überwacht und kontrolliere die Welt doch ist. Sind wir ehrlich: Jeder von uns hat bei mindestens einem Social Network einen Account mit mehr oder minder heiklen Informationen, oft frei zugänglich für die ganze Welt. Wir geben unsere Informationen unbedacht heraus, sind prinzipiell bereit zur Kommunikation und zahlen dafür einen hohen Preis. Damit verhalten wir uns eigentlich genau so, wie sich ein Überwachungsstaat das wünschen kann: Jede unserer Aktionen, unsere sozialen Beziehungen, alles ist frei verfügbar.
Wie bringen wir diese beiden Geschichten zusammen? Mit einer einfachen Frage: “Würde ‘der Staat’ ein soziales Netzwerk aufbauen, in dem man sich anmelden und seine Informationen preisgeben kann — würde man dies tun?” Wollt ihr die Antwort wissen und eine wunderbare Vision einer wirklich fortgeschrittenen und aufgeklärten Gesellschaft lesen? Ja? Nehmt euch ein paar Minuten Zeit, es wird ausführlich.
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Sechs Wochen. noch ein Pamphlet.
Es waren sechs lange Wochen und obwohl es sicher falsch ist, die meisten Dinge des letzten Pamphlets noch einmal aufzugreifen, werden sich zumindest jene Nachrichten, welche noch immer aktuell sind, auch in dieser Schrift wiederfinden müssen. Dabei ist noch so viel Neues passiert: So dominiert die Klimakonferenz in Kopenhagen aktuell die Nachrichten auf fast allen Sendern und grade eben hörte man einen Fortschritt in der Bildung, wenn ich Frau Schavan im Augenwinkel richtig verstanden habe. Wo anfangen? Vielleicht bei einer kleinen Randnotiz.
IT: Die Lösung aller Probleme
Gestern war doch dieser IT-Gipfel in Stuttgart. Frau Merkel muss dazu einige Worte verloren haben. Zum Beispiel, dass Breitbandinternetanbindungen ganz unglaublich wichtig sind und die IT doch die Lösungen für alle aktuellen Probleme bereitstellen könnte. Ich selbst profitiere davon bestimmt, denn ich trödel mit 3 Mbit durch’s Netz. Leider schien die Rede nicht sehr souverän, glaubwürdig oder interessiert; Frau Merkel wirkte — so sagt man — unsicher und nervös. Nun hätte ich dies recherchieren können, wenn nicht schon vor einigen Minuten über Twitter jene Meldung auf dem Bildschirm erschien:
@netzpolitik:
Ähm… Die Merkel-Rede vom IT-Gipfel gibt es nur im Info-System für Journalisten mit Anmeldung? http://tinyurl.com/yzetc7h
Tarnen und täuschen, vertuschen und behindern. Je mehr ich über die Methoden der Politik nachdenke, umso größer werden alle Zweifel. Es handelt sich jedoch bestimmt wieder nur um ein Missverständnis, da bin ich sicher. Das Ministerium für Wahrheit braucht schließlich einige Stunden für die PR. Spekulationen bleiben allerdings nur eine Randnotiz.
Bildungsstreik 2009 hält sich hartnäckig.
Frankfurt wurde geräumt, ob das rechtens war oder nicht und wie das genau ablief, lasse ich offen. In München gibt’s, soweit ich weiß, ein Ultimatum zur Räumung. Irgendwie bemerkenswert, dass insbesondere Universitäten in, nennen wir’s salopp, reichen Städten betroffen sind. Revolte in Bankfurt, Studenten gegen Schickeria — passt doch nun wirklich nicht ins Stadtbild. Sei’s drum, die morgige Kultusministerkonferenz in Bonn wird sich massiven Protesten stellen müssen, das Saarland nimmt daran teil. Brisante Zeiten, würde man aus historischer Sicht einmal sagen.
Wenn mir das bewusst ist, dann sollte es unseren aktuellen Ministern auch bewusst sein und Frau Schavan scheint tatsächlich gewillt, diese Proteste abmildern zu wollen. Grade eben hieß es im ARD mittagsmagazin, dass auf Initiative unserer Bildungsministerin kurzfristig eine gesetzliche Regelung getroffen worden wäre, die es erlaube, ausländische Studienleistungen und -abschlüsse in Deutschland einfacher anzuerkennen. Wenn dies so stimmt, dann wäre das in der Tat ein Schritt in die richtige Richtung, aber nur ein kleiner. Ich bin mir sicher, dass die Studenten ihre Anliegen am morgigen Donnerstag in angemessener Weise zum Ausdruck bringen werden. Schade, dass ich nicht dabei bin.
Klimakonferenz in Kopenhagen 2009
Der großartige Erfolg des Kyoto-Protokolls forderte natürlich in Hollywood-Manier einen Nachfolger — Kopenhagen. Was darf ich dazu schon sagen, außer meine Meinung: Wir gehen’s falsch an. Ich glaube, ich muss dazu ein wenig weiter ausholen.
Jetzt! Genau jetzt ist der richtige Moment für einen grandiosen Cliffhanger, den ihr nur durch das Weiterlesen auflösen könnt! Seid ihr gespannt, ja?
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Die Woche: Ein paar Worte…
…zum Blog: Es mangelt mir im Moment sehr an der Zeit, die ich eigentlich benötigen würde, um das hier alles so zu gestalten, wie ich gerne würde. Glaubt mir, ich bedauere das mehr als ihr, aber ich gebe mir auch weiterhin Mühe, meine allerliebsten Leser textlich zu verköstigen. “Ist auch nur ne kurze Notiz, im Prinzip ändert sich hier nichts. Nichts von Belang.”
…zu den Nachrichten der letzten Tage: Wahnsinn. Ich wüsste nicht einmal, wo ich anfangen könnte. Frau Krankheitsministerins Dienstwagen ist ne wundervolle Debatte, besonders weil sich der Fokus von “Es ist alles rechtens.” zu “Sollte man so mit seinen Privilegien umgehen?” verschiebt. Ich sehe das allerdings ähnlich wie manch anderer Kritiker: Die Frau Ulla hat so viel Bockmist gemacht, dass es auf den Dienstwagen überhaupt nicht mehr ankommt. Ein gar wunderbares Zitat dazu:
Und so viel, wie die Frau gearbeitet hat, (…) da kann man doch nur froh sein, wenn die in Spanien Urlaub macht, kann sie wenigstens nicht noch mehr in Deutschland kaputt machen in der Zeit.
Ich sage: die soll noch mehr Urlaub machen. Am besten soll sie nur noch Urlaub machen. Ja, von mir aus auf Kosten des Steuerzahlers. Und das gilt auch für ihre Kabinettskollegen. So viel Schaden, wie die seit der Wahl angerichtet haben, da hätten wir pro Minister pro Woche eine S-Klasse verschenken können und es wäre noch billiger gewesen als die “arbeiten” zu lassen.
Selbst wenn die SPD die Frau jetzt absägt – da ist nichts mehr zu retten, die Titanic sinkt, selbst wenn man ein paar Leute über Bord wirft. Und trotzdem, diese Meldung ist ja überhaupt nichts im Vergleich zur… Schweinegrippe! H1N1 – die Zombiegrippe! Sie kommt! Sie ist quasi nicht mehr aufzuhalten! Das Ende ist nah!
Mehr zur Zombieepidemie, neuesten Nachrichten, amazon.de und meinem “größten Verbrauchsgut” gibt’s unter…
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Aufbau im mittleren Osten
Ja, die Bundeswehr, eine lustige Truppe. Während unser Kriegsminister noch immer darauf besteht, dass es sich um keinen Kriegseinsatz handelt, fliegen lustige deutsche Jets in Afghanistan rum und bombardieren – noch nichts. Ist ja auch kein Krieg. Nur weil militärisches Gerät verwendet wird. Oder weil man sich aktiv an einem solchen beteiligt. Weil ohne Krieg kann man die Genfer Konventionen auch fröhlich ignorieren.
“Und die schießen auch nur mit Mörsern, weil ihnen die Fußbälle ausgegangen sind.”
So ist das. Echt jetz!
Europawahl ‘09 Shorts: #1 – Wählen gehen.
Die Deutschen sind politikverdrossen. Dass diese Aussage zumindest einen Funken Wahrheit beinhaltet, lässt sich wohl am Leichtesten daran festmachen, dass wir Deutschen überhaupt ein Wort dafür besitzen, die meisten anderen Staaten tun dies nicht. Noch verdrossener als beim Thema der Inlandspolitik ist der Deutsche nur, wenn’s um Europa geht.
So ist’s mir tatsächlich passiert, dass die meisten Menschen, die ich nach ihren Favoriten bei der Europawahl ‘09 fragte, mir antworteten, dass sie nicht an der Wahl teilnehmen wollen. Die Begründungen zu zerpflücken wäre sicher hilfreich, aber ich vermute nicht, dass sich so mancher festgefahrene Kopf davon beeinflussen lassen würde. Nein, es sieht sogar so aus, dass den meisten Menschen die wachsende Bedeutung der EU und des Europaparlaments überhaupt nicht bewusst ist. Gut, in den letzten Jahren hörte man von dort wirklich nur ziemlichen Unsinn, angefangen bei den Verordnungen für Importgemüse bis hin zum Verbot meiner geliebten Glühbirnen.
Die Sache ist eben jene: Genau deshalb sollte man zur Wahl gehen. Wer nicht wählt verspielt auch sein Recht zur Kritik an den Gewählten. Und jeglichen Einfluss, das Minimum, das den Bürgern zugestanden wird. Es wird in Zukunft, ob wir das wollen oder nicht, ein so geeintes Europa geben, dass nationale Grenzen über die nächsten Jahrzehnte stark an Bedeutung verlieren werden, viel stärker als man sich das heute vorstellen kann. Ich möchte an dieser Stelle gerne das Schengener Abkommen ins Gedächtnis rufen – auch hier hätten viele Leute nicht gedacht, dass es einmal “so weit” kommt. Es geht aber noch viel weiter!
Noch ein paar Zeilen mehr dieses ersten Pamphlets zur Europawahl gibt’s unter…
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“Wir werden doch verarscht, so sieht’s aus!”
Viele Kleinigkeiten, mal wieder, und so wenig Motivation, mir dafür großartige Texte aus den Fingern zu ziehen. “Ich hab ne Leserschaft”, glaube ich zumindest, “da sollte ich mich zusammenreißen”. Das tu ich dann mal und rege mich als allererstes über die Nachrichten auf, die gerade auf dem Laptop neben mir flimmern.
Die Schweinegrippe ist da, wir werden alle sterben!
Hua! Mexico ist im Moment schon gebeutelt – Erdbeben und Pandemie in einem Land. Da sind die Italiener doch noch gut weggekommen, hatte Herr Berlusconi mit seinen fragwürdigen Äußerungen wohl doch Recht behalten. Darum geht’s aber nicht: Neue Seuche! zomg! Nun, ich will nicht die Erkenntnisse der Herren Wissenschaftler in Frage stellen, aber ist es wirklich nötig, immer Zeter und Mordio zu schreien, sobald sich ein Mensch mit irgendeiner Krankheit infiziert? Und: Glaubt euch das eigentlich noch wer?
Ich meine, seit ich ein kleines Kind war, hörte man jedes Jahr von neuen Horror-Seuchen und wenn ich Schweinepest, Rinderwahnsinn, Vogelgrippe nenne, dann sind das nur die Beispiele aus der kürzeren Vergangenheit. Ja, was ist denn zum Beispiel mit der Vogelgrippe? Letztes Jahr wurden Unmengen deutschen Geflügels bei lebendigem Leib verbrannt, was moralisch und wirtschaftlich verwerflich ist – und dann war’s das? Ja, es starben ein paar Leute daran, aber (ohne gemein sein zu wollen): Und? Es sterben jährlich auch sicher ein paar Menschen an herabfallenden Backsteinen, auf die Idee einer allgemeinen Helmpflicht würde man deshalb aber nicht kommen.
Trotzdem dreht die WHO gerade wieder am Rad – die Schweinegrippe sei doch von Mensch zu Mensch übertragbar! Und sie sei tödlicher als die “normale” Influenza – was ein Käse, Leute. Zunächst einmal halten wir fest, dass die Grippe, wie wir sie kennen, ohnehin jährlich einige Todesopfer fordert. Dann nehmen wir die Schweinegrippe, deren neuer Subtyp vor Allem eines ist: neu. Es gibt vermutlich noch keine Statistik darüber, wie gefährlich das Virus ist, geschweige denn, dass solche Behauptungen haltbar wären, es sei “tödlicher”. Lassen wir das einfach, nächstes Jahr ist’s eh wieder eine neue Panikmache.
Erst wenn die Zombie-Pandemie kommt, werde ich mich dementsprechend vorbereiten.
/ Update: Ja, es ist mir bewusst, dass natürlich von der Grippe potentiell eine Gefahr ausgehen kann, nicht zuletzt, weil ein ähnlicher Erreger anno dazumal für die Spanische Grippe verantwortlich war. Ich unterstütze auch prinzipiell als wirksam erwiesene Impfungen. Und trotzdem werde ich in dieser Hinsicht nicht den Weltuntergang herbeireden, bevor er denn eintritt – Panikmache gibt’s in den Medien schon genug.
Und täglich grüßt die von der Leyen
Ich kann gar nicht so viel kotzen, wie ich kotzen möchte. Ich bin es genauso Leid wie die meisten Leser, aber ich möchte die vielzitierte Stelle selbst noch einmal zitieren, damit sie mir noch einmal auf der Zunge zergeht:
“Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft” (von der von der Leyen)
Himmel, Arsch und Zwirn!
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