Der Monat: Juni 2010.

June 19, 2010 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 1 Comment 

Es gäbe hier eine Rubrik, die ich gerne eröffnen würde: Es gibt aber im Netz jeden Tag so viele schöne Artikel und Seiten zu bestaunen, dass ich jetzt einfach damit anfangen werde, diese zu bookmarken und ein- bis zweimal im Monat zu veröffentlichen. Einiges ist dann nicht mehr brandaktuell, so manch anderes Thema sicherlich schon; beides dennoch absolut lesenswert. Schauen wir mal.

Deutschland

spiegelfechter.com schreibt: “‘Yes we Gauck!’ – das Sommermärchen vom besseren Kandidaten” und warum die Wahl nicht so genial ist, wie sie zunächst schien.

taz.de berichtet über die “Splitterbombe” in Berlin und wie linke Gewalt durchaus auch inszeniert wird: “Ein dumpfer Knall mit Folgen“. Die Berliner Morgenpost berichtet vom Stand der Ermittlungen.

Zeit.de hat, zum Kontrast, einen überaus lesenswerten Artikel über rechte Gewalt in Sachsen-Anhalt: “Angriff auf Noam“. Wer denkt, dass das braune Gedankengut mittlerweile überholt sei, der irrt.

Immer aktuell berichtet das ZDF Politbarometer (wie schon häufiger): “Merkel und Westerwelle stürzen ab“. Wen’s wundert.

Welt

Gerade gestern war’s so weit: BPs “Oil spill hits 60th day“. Die gezeigten Bilder lassen mir die Haare zu Berge stehen und ich frage mich, wieso es noch immer keine Lösung für die vermutlich größte von Menschenhand gemachte Natur-Katastrophe seit ever. Ist wohl nur mit Humor zu ertragen.

Weitere News und ein wenig Sport gibt’s unter…
Read more

Infosheet: linke vs. rechte Politik.

May 10, 2010 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 2 Comments 

Sieh einer an, was man alles auf seiner Festplatte finden kann. Zwar ist die Grafik, so denke ich’s mir, besonders auf’s US-amerikanische System zugeschnitten, trifft allerdings in allen wichtigen Punkten ins Ziel. Wer also schon immer wissen wollte, wo genau die unterschiede zwischen linker und rechter Politik eigentlich liegen — hier bitte.

Linke und rechte Politik Chart

Credits
Read more

Walpurgisnacht, erster Mai, Wikipedia und überhaupt.

May 1, 2010 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 1 Comment 
Kultistenkrawalle

Er ist vorbei, der Monatswechsel: Still und heimlich ist der April wie jedes Jahr in den Mai übergegangen. Für mich als dunklen Kultisten war dieser hohe Feiertag, wie so oft, ein Erlebnis. Obgleich die beginnende Rückkehr des großen C’thulhu es nicht in die Abendnachrichten geschafft hat, waren Walpurgisnacht und 1. Mai dennoch in den Medien vertreten. Wie konnte es so weit kommen?

Eigentlich war es meine Intention, mich über die randalierenden Kinder in der Nacht zum ersten Mai aufzuregen, doch leider gibt’s keine schöne, politisch annähernd korrekte Überleitung. Die mistverfluchten Blagen, die ihr Ego damit aufpolieren, die schöne Landschaft mit Klopapier und Zahnpasta zu verschandeln. Wirklich ganz groß, ihr kleinen Stinker, habt ihr denn keinen Deut Kreativität mehr Oaah, weil ich mich nur in Rage rede, komme ich lieber zum vergnüglicheren Thema: dem ersten Mai, Tag 1 des 5. Monats.

Obwohl ich und andere immer verkünden, der erste Mai sei ein Nazifeiertag, so ist das doch alles nur Unsinn und Gerede. Wikipedia sagt*:

Auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationalen 1889 wurde zum Gedenken an die Opfer des Haymarket Riot der 1. Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen. Am 1. Mai 1890 wurde zum ersten Mal dieser „Protest- und Gedenktag“ mit Massenstreiks und Massendemonstrationen in der ganzen Welt begangen.

Ja, und weiter? Und was bedeutet das kleine Sternchen dort?
Read more

April 1st, 2010: Ohne fragwürdigen Eigenhumor.

April 1, 2010 · Posted in think-strange.de · 1 Comment 

Ich glaube, ich habe letztes Jahr etwas ähnliches zusammengesammelt. Wo sind nur die Notizen… ach ja, hier, genau, das Best Of ‘09. Ist jetzt auch schon wieder ein Jahr her, heißt 363 Tage Zeit zur Sammlung neuer grandioser und undurchschaubarer Aprilscherze. Oder etwa nicht? Schauen wir den Schreibern doch einfach in ihre Karten, zumindest einigen von ihnen. Und nein, ich habe nicht bei BILD abgeschrieben, diese eher bei allen andern – wie üblich.

Echte Welt (alias “real life”, “analog”)

Der erste Kracher, der zumindest bei Apple-Jüngern wie eine Bombe einschlug, war diese Sache von der FAZ, dass der Start des iPad verschoben werden musste. Ich persönlich finde das eigentlich weder heute noch an sonstigen Daten berichtenswert… doch anscheinend gibt’s Leute, die sich dafür interessieren. Aktionäre zum Beispiel. So würde es mich nicht wundern, wenn der eine oder andere Spekulant wegen einer Ente ein paar Dollar verloren hat. Was ich wiederum ganz lustig und berichtenswert fände, doch dafür gibt’s keine Quelle. Weiter.

Herr Westerwelle hat tatsächlich nackt für PETA posiert, wer hätte unserem charmanten Außenminister mit Kapitalismusblick das je zugetraut. Hätte man wirklich stolz drauf sein können, wäre es nur keine Ente gewesen. Also, lieber Guido, bitte wieder anziehen — es findet sich sicher ein Spender, der Sie mit Kleidung versorgt. Tusch.

Wie heise.de vermeldet, gibt’s am CERN in Genf, welches erst kürzlich durch fulminante Experimente für mehrheitlich inkorrekte und dumpfsinnige Schlagzeilen sorgte (“So sieht der Urknall aus”, -_-) wohl doch eine mittelgroße Verschwörung: ein bisher nicht öffentlich bekannter Detektor ist auf der Suche nach den fiesen, kleinen schwarzen Löchern, welche man dort jede Sekunde erzeugt. Grotesk, eine renommierte Forschungseinrichtung als Weltvernichtungsmaschine zu sehen, doch am ersten April erlaubt.

Auch der Einzelhandel hat von den Vorteilen einer günstigen Vermarktung am ersten Tag des vierten Monats gehört und eine Kette reagierte sehr souverän darauf: REWEs Eigenmarke “ja!” heißt ab sofort “nö!”. Sogar mit einem fiktiven TV-Spot, welchen ich leider nicht im TV gesehen habe. Entsetzlicherweise brachte mich diese bewusst einfache Idee tatsächlich zum Schmunzeln, weshalb ich sie nicht weiter kritisieren möchte. Deshalb lieber zur Überleitung zwischen echter und unechter Welt:

webevangelisten.de berichtet von einer polizeilichen Hausdurchsuchung wegen Twitteranalysen. Nun ist es in diesem Fall natürlich Käse, denn der Link steht in dieser Liste neben e-Peen und Pornographie, doch das Thema ist ein eigentlich sehr sensibles. Sozusagen ein Aprilscherz mit moralischem Appell zur Reflexion über’s deutsche Rechtssystem und auch die Polizei. Wobei ich natürlich übertreibe, wie immer.

Es ist April und alle sind lustig. Zu beweisen ist noch: Wer mehr erfahren will, der kann auch klicken. Beweis:
Read more

Der Blick über den Teich: Obamas Sammelsurium zu 2010.

February 8, 2010 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 1 Comment 
cthulhu_usa_artmod_teaser

Die ersten 100 Tage der neuen deutschen Regierung werden mehrheitlich als Fehlschlag gesehen; dementsprechend sind die Reaktionen der Politiker. Eigentlich war’s im Wahlkampf schon erkennbar: Große Wunder wird keine Partei vollbringen. Doch insgeheim sehnt sich der Deutsche nach charismatischen, überzeugenden Politikern — so wie Obama einst. Er wurde umjubelt, als Retter der Nation gefeiert. Mehr als ein Jahr nach seinem Amtsantritt muss man leider sagen, dass vom ehemaligen Glanz nicht mehr viel übrig ist. Vielleicht ließe sich auch ein spöttisches “Wir schaffen in 100 Tagen, wofür Obama ein Jahr brauchte” einwerfen.

Während die deutsche Politik allerdings im Nebel stochert, gibt’s in den USA konkretere Vorstellungen davon, wie das Jahr 2010 zu gestalten sei. Lohnt ein Blick über den Teich? about.com hat eine Übersicht darüber erstellt, welche Ideen und Ziele Barack Obama für 2010 verfolgt. Es wäre eine Schande, diese unkommentiert zu lassen. Sehen wir, was er zum State of the Union vom 27. Januar so meint.

The Economy

  • “A fee on the biggest banks” who “can afford a modest fee to pay back the taxpayers who rescued them in their time of need.”
  • “Extended or increased unemployment benefits for more than 18 million Americans.”
  • “Made health insurance 65 percent cheaper for families who get their coverage through COBRA.”

Die Banken werden in die Verantwortung gezogen, eine Hilfe für 18 Mio arbeitslose Amerikaner und eine günstigere Krankenversicherung für manche. Mit anderen Worten: Das Gegenteil von dem, was man bei uns versucht: Die Banken sind nicht verpflichtet, Gelder zurückzuzahlen, Hartz IV bekommt bestenfalls einen neuen Namen und Zusatzbeiträge und Kopfpauschale für die Krankenkassen. Gut, es gab diese Kindergelderhöhung, welche aber eher als Geste des guten Willens zu verstehen ist. Wie erfolgreich wer sein wird, wird sich erst im nächsten Jahr beurteilen lassen. Stellen wir uns lieber die Frage: Was ist der größte Nachteil der amerikanischen Politik?

Sie kostet. Geld, das weder die USA noch wir besitzen. Wie sieht also die Finanzierung aus?

Jetzt: Der US-Haushalt für das Jahr 2010 in allen Einzelheiten, kritisch kommentiert. Mit Wirtschafts- und Steuerpolitik, Militär, Bildung, Wachstum und einigen wenigen Ideen, die Hoffnung machen. “Start frei für’s zweite Jahr, Herr Präsident.”
Read more

Haiti: Und die Welt schaut zu.

January 18, 2010 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 3 Comments 

Die morbide Überleitung zwischen Zombies und Haiti, einem Ursprungsorte des Voodoo-Glaubens, würde ich mir gerne sparen, denn eigentlich ist das Thema ein sehr ernstes. Weiterhin möchte ich versuchen, die Floskel “das Armenhaus der Welt” nicht wie die Boulevardpresse zu verschlagworten — obwohl gerade Haiti dafür sorgen sollte, dass die erste Welt aufhört, ihre Augen vor Leid und Armut zu verschließen. Wäre es doch nur so einfach.

Katastrophale Presse
Kein Thema findet sich in der Presse so breitgetreten wie das durch Katastrophen verursachte Leid von Menschen. Wann immer auf der Welt Naturkatastrophen ganze Länder verwüsten, wuseln sich Nachrichtensprecher und -redakteure, schreibendes und sprechendes Volk zusammen, um möglichst die spektakulärsten Bilder liefern zu können: Grauen frei Haus. Während diese Art der Berichterstattung mit Sicherheit viele Menschen sensibilisiert, empathisiert und nicht zuletzt auch zur (finanziellen) Hilfe bewegt, zeigt sie doch auch immer wieder, dass der Mensch das einzige Tier ist, welches Sensationslust empfindet. Wie sonst könnte man es sich erklären, dass die BILD seit Tagen doppelseitige Aufmacher entwirft.

Gerade Haiti, vielerorts als gescheiterter Staat diskutiert, könnte aber ein wenig mehr Respekt verdienen. Seit Jahren hungern dort verarmte Menschen, ohne dass die westliche Welt sich dafür besonders interessiert hätte. Jetzt, im Katastrophenfall, gibt es kein Halten mehr: “Jeder möchte helfen, keiner sieht mehr weg.” — wenn doch nur. Obwohl die Bundesregierung ihre Hilfe mittlerweile auf 7,5 Millionen Eur erhöht hat, fing auch dieses Desaster mit einem anderen Desaster an: Deutschland, heldenhaft wie eh und je, stellte am Tag nach dem Beben eine Soforthilfe von 1,5 Millionen Euro zur Verfügung.

1,5 Millionen Euro, das ist ja schon eine Menge Holz. Jedoch befinden wir uns gerade in einer eigenen Krise und es stellt sich die Frage, wer denn heute überhaupt in solch kleinen Zahlen denkt. Letztes Beispiel: Hypo Group Alpe Adria, 3 Milliarden “an einem Tag”. Haiti bekam von dieser Summe zunächst 1/2000. Ein Zweitausendstel. Brad Pitt und Angelina Jolie spendeten ebenfalls früh und großzügig, gemeinsam eine Million US$, quasi eine fast mit Deutschland vergleichbare Summe. Wie ich mich für mein Land schämen kann, ich hätte es nie gedacht.

Katastrophenjournalismus auch in diesem Blog. Welche Rolle spielt eigentlich Amerika? Lässt sich doch herausfinden mit einem Klick auf…
Read more

2010 nichts Neues: Fear, Uncertainty and Doubt.

January 6, 2010 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 1 Comment 

Seit es im Jahr 2001 zum Angriff auf die westliche Welt in den USA kam, befindet sich jeder Mensch in Angst. Terrorismus, wohin man auch schaut und dem einher gehen die Verschärfungen der Sicherheitspolitik. Etwas mehr als 8 Jahre nach den Anschlägen hat dieser Prozess mitnichten ein Ende gefunden – im Gegenteil. Wer wäre ich, wenn ich das Jahr mit seriösem Journalismus beginnen würde; hier gibt’s Details zur Weltverschwörung!

Nun, vielleicht nicht so echt, aber es ist schon bemerkenswert, wie dieses Ereignis die Welt verändert hat. Einen Tag nach den Anschlägen meinte mein damaliger Geschichtslehrer —Gott hab ihn selig—, dass die Welt sich in einem Maße verändern würde, welches wir uns nicht vorstellen könnten. Ich hielt das in meinem jugendlichen Leichtsinn für Blödsinn. 8 Jahre später schaut man zurück und fürchtet sich vor der Zukunft. Es ist sicherlich schwierig, alle Maßnahmen und Ideen zur vermeintlichen Sicherheitssteigerung noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, aber – versuchen kann man’s ja.

Der Kampf gegen die Freiheit
Zunächst gab’s radikale Verschärfungen an allen Flughäfen und über das Gepäck, welches man in ein Flugzeug mit hinein nehmen durfte. Ich weiß nicht, wie’s davor war, heute ist die Liste vermeintlicher zu-Anschlägen-geeigneter Gegenstände lang: Rasierschaumflaschen (besser: Flüssigkeitsbehälter aller Art), Nagelfeilen und spitze Gegenstände, Glas- und Schneekugeln – solche Dinge führen lediglich Terroristen mit sich. Gut, ich kann’s nachvollziehen, niemand braucht diesen Kram wirklich im Flugzeug und auch Messer gehören dort nicht hin. Wobei ich zuletzt eine interessante These hörte: Alle Waffen erlauben; es findet sich bestimmt immer ein Held mit Waffe im Flugzeug, welcher dann alle rettet, weil er nichts zu verlieren hat. Oder so. Gut, lassen wir’s so stehen, ist eventuell nicht die dümmste Idee, manche Gegenstände nicht mit sich zu führen.

Es gibt aber ne Menge dumme Ideen, die aus Angst erwachsen. Neugierig? Oder besser: Ängstlich?
Read more

Walled World

December 28, 2009 · Posted in welt-sicht.de · 5 Comments 

Borderlands

Quelle: the internets.

(r)Evolution: Wie die digitale Welt die reale hinter sich gelassen hat.

December 23, 2009 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 1 Comment 

digitalworld

Vorweg: Wenn morgen das Christkind kommt, dann gibt’s bis zum Jahresende nur noch Erfreuliches. Ich weiß zwar nicht, wie sich das konkret darstellen wird, aber diese Tristesse am Jahresende ist beim besten Willen nicht zu ertragen. 2009 war nun wahrlich kein sehr frohes Jahr für mich und die deutsche Politik, vielleicht wird 2010 besser. Und darauf kann man sich einstimmen. Zuvor wird’s noch einmal ganz bitter, zwei verschiedene Handlungsstränge, die in einem zentralen Problem kumulieren. Und dieses Problem wird die Gesellschaft in einer Weise verändern, wie wir es uns nicht vorstellen können. Im Guten, wie im Schlechten und die negative Version des Szenario blenden wir gekonnt aus. Vorweihnachtliches Gesellschaftswunschträumen, sozusagen. Ok, ehm, los.

Es war einmal…
Die erste Szenerie beinhaltet einen sehr guten Freund von mir, welcher ein interessantes Timing an den Tag legte: Während es im schönen Saarland bei -15°C wirklich unterträglich war, befand er sich vier Tage mit seiner Freundin in Dublin, Irland. Nach seiner Rückkehr sprach er den folgenschweren Satz aus: “Jetzt, da ich das erlebt habe, weiß ich überhaupt nicht, was Menschen gegen den Überwachungsstaat haben.” — bitte wie? Er berichtete weiter von dem Vorteil, dass man sein Gepäck in einem vollen Doppeldeckerbus unbeaufsichtigt liegen lassen kann, etwas, das man in Deutschland mit gutem Grund niemals tun würde. Mh. Natürlich ist das, auf den ersten Blick, ein Vorteil. Sehen wir uns jedoch London an, dann ist dort die Kriminalitätsrate trotz der ständigen Überwachung nicht in hohem Maße gesunken. Und würden wir wirklich wollen, dass “der Überwachungsstaat” ständig über all meine Tätigkeiten bescheid weiß? Ist das nicht ein bisschen sehr Stasi? Darf man das sagen? Nächster Handlungsstrang.

Seit neulich besitze ich einen Account beim Monsternetzwerk facebook. Bei der Anmeldung schlug mir der Dienst in enger Kooperation mit Google vor, meine Kontakte doch zu importieren. Ich fand dabei einen alten Bekannten, den ich addete. Wenige Minuten später unterhielten wir uns per IRC darüber, wie eng vernetzt, überwacht und kontrolliere die Welt doch ist. Sind wir ehrlich: Jeder von uns hat bei mindestens einem Social Network einen Account mit mehr oder minder heiklen Informationen, oft frei zugänglich für die ganze Welt. Wir geben unsere Informationen unbedacht heraus, sind prinzipiell bereit zur Kommunikation und zahlen dafür einen hohen Preis. Damit verhalten wir uns eigentlich genau so, wie sich ein Überwachungsstaat das wünschen kann: Jede unserer Aktionen, unsere sozialen Beziehungen, alles ist frei verfügbar.

Wie bringen wir diese beiden Geschichten zusammen? Mit einer einfachen Frage: “Würde ‘der Staat’ ein soziales Netzwerk aufbauen, in dem man sich anmelden und seine Informationen preisgeben kann — würde man dies tun?” Wollt ihr die Antwort wissen und eine wunderbare Vision einer wirklich fortgeschrittenen und aufgeklärten Gesellschaft lesen? Ja? Nehmt euch ein paar Minuten Zeit, es wird ausführlich.
Read more

Sechs Wochen. noch ein Pamphlet.

December 9, 2009 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 5 Comments 

Es waren sechs lange Wochen und obwohl es sicher falsch ist, die meisten Dinge des letzten Pamphlets noch einmal aufzugreifen, werden sich zumindest jene Nachrichten, welche noch immer aktuell sind, auch in dieser Schrift wiederfinden müssen. Dabei ist noch so viel Neues passiert: So dominiert die Klimakonferenz in Kopenhagen aktuell die Nachrichten auf fast allen Sendern und grade eben hörte man einen Fortschritt in der Bildung, wenn ich Frau Schavan im Augenwinkel richtig verstanden habe. Wo anfangen? Vielleicht bei einer kleinen Randnotiz.

IT: Die Lösung aller Probleme
Gestern war doch dieser IT-Gipfel in Stuttgart. Frau Merkel muss dazu einige Worte verloren haben. Zum Beispiel, dass Breitbandinternetanbindungen ganz unglaublich wichtig sind und die IT doch die Lösungen für alle aktuellen Probleme bereitstellen könnte. Ich selbst profitiere davon bestimmt, denn ich trödel mit 3 Mbit durch’s Netz. Leider schien die Rede nicht sehr souverän, glaubwürdig oder interessiert; Frau Merkel wirkte — so sagt man — unsicher und nervös. Nun hätte ich dies recherchieren können, wenn nicht schon vor einigen Minuten über Twitter jene Meldung auf dem Bildschirm erschien:

@netzpolitik:
Ähm… Die Merkel-Rede vom IT-Gipfel gibt es nur im Info-System für Journalisten mit Anmeldung? http://tinyurl.com/yzetc7h

Tarnen und täuschen, vertuschen und behindern. Je mehr ich über die Methoden der Politik nachdenke, umso größer werden alle Zweifel. Es handelt sich jedoch bestimmt wieder nur um ein Missverständnis, da bin ich sicher. Das Ministerium für Wahrheit braucht schließlich einige Stunden für die PR. Spekulationen bleiben allerdings nur eine Randnotiz.

Bildungsstreik 2009 hält sich hartnäckig.
Frankfurt wurde geräumt, ob das rechtens war oder nicht und wie das genau ablief, lasse ich offen. In München gibt’s, soweit ich weiß, ein Ultimatum zur Räumung. Irgendwie bemerkenswert, dass insbesondere Universitäten in, nennen wir’s salopp, reichen Städten betroffen sind. Revolte in Bankfurt, Studenten gegen Schickeria — passt doch nun wirklich nicht ins Stadtbild. Sei’s drum, die morgige Kultusministerkonferenz in Bonn wird sich massiven Protesten stellen müssen, das Saarland nimmt daran teil. Brisante Zeiten, würde man aus historischer Sicht einmal sagen.

Wenn mir das bewusst ist, dann sollte es unseren aktuellen Ministern auch bewusst sein und Frau Schavan scheint tatsächlich gewillt, diese Proteste abmildern zu wollen. Grade eben hieß es im ARD mittagsmagazin, dass auf Initiative unserer Bildungsministerin kurzfristig eine gesetzliche Regelung getroffen worden wäre, die es erlaube, ausländische Studienleistungen und -abschlüsse in Deutschland einfacher anzuerkennen. Wenn dies so stimmt, dann wäre das in der Tat ein Schritt in die richtige Richtung, aber nur ein kleiner. Ich bin mir sicher, dass die Studenten ihre Anliegen am morgigen Donnerstag in angemessener Weise zum Ausdruck bringen werden. Schade, dass ich nicht dabei bin.

Klimakonferenz in Kopenhagen 2009
Der großartige Erfolg des Kyoto-Protokolls forderte natürlich in Hollywood-Manier einen Nachfolger — Kopenhagen. Was darf ich dazu schon sagen, außer meine Meinung: Wir gehen’s falsch an. Ich glaube, ich muss dazu ein wenig weiter ausholen.

Jetzt! Genau jetzt ist der richtige Moment für einen grandiosen Cliffhanger, den ihr nur durch das Weiterlesen auflösen könnt! Seid ihr gespannt, ja?
Read more

Next Page »