Historisch potentiell negativ konnotiertes Vokabular in der deutschen Gegenwartssprache.

Solch ein vermeintlich heikles Thema zur WM. Die Fakten: “Katrin Müller-Hohenstein hat sich in ihrer Wortwahl etwas vergriffen als sie das freudige Vorkommnis des erzielten Tores von Miroslav Klose beim gestrigen Deutschland-Spiel”[1] kommentierte: “Für Miroslav Klose ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal ganz im Ernst, dass er heute hier trifft [...]“. – hatte ich richtig gehört? Hatte die Frau das wirklich gesagt? Sagt man sowas? Jetzt?
Ich selbst twitterte parallel “Ehm, ein ‘innerer Reichsparteitag’, liebes @zdfonline? Sowas sagt man im TV? Ich staune.” und bei dieser Einschätzung bin ich trotz der erwarteten Diskussion geblieben. Es ist zumindest fragwürdig, ob man eine solche Redewendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bei einer Übertragung benutzt, welche in Deutschland von 28 Millionen Menschen gesehen wurde. Ich werde dies begründen, doch zunächst einen Blick auf die Reaktionen, welche die Äußerung tatsächlich hervorgerufen hat, ohne den sachfremden Pawlow’schen Hund zu bedienen.
die Presse in aller Kürze
Google News füllt sich. Spiegel.de titelt: Spruch von ZDF-Moderatorin löst Protest aus. Kritische Stimmen erheben sich gleichwohl.
@danimo: Zur reaktion der Zeitungen auf den inneren #reichsparteitag faellt mir nur eines ein: #beissreflex. Vorschlag fuer naechste Woche: #autobahn
So kritisch, dass… Hell!, es gibt sogar einen eigenen Twitteraccount @reichsparteitag! Mehr gibt’s unter…
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“Nostalgisch und Linksextrem” von Report Mainz — ein Kommentar.
Trolle solle man nicht füttern, so heißt es — doch von Zeit zu Zeit muss man sich mit ihnen auseinandersetzen. Vor wenigen Tagen lief in der ARD bei Report Mainz ein Bericht zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen mit dem ganz und gar unpopulistischen Titel “Nostalgisch und Linksextrem“; Inhalt: eine Auseinandersetzung mit den Kandidaten der Linken zur Wahl. Zuletzt (aber nicht ausschließlich) darauf hingewiesen wurde ich von einem meiner Lieblingsleser. Weil ich nun also wissen möchte, wie berechenbar ich wirklich bin, gibt’s jetzt meine persönliche Einschätzung des Berichtes hier, von Anfang bis Ende. Zunächst daher der Bericht:
Beginnend mit dem Vorwort muss man schon anmerken: Ist so nicht ganz richtig; zum Zeitpunkt der Produktion waren große Koalition und Rot-Rot-Grün die einzigen Optionen, mittlerweile hat es die “Ampel” zumindest als theoretisches Konstrukt in die Debatten geschafft. Die Rhetorik und Methodik von Herrn Pinkwart soll aber nicht Thema dieses Artikels sein, weshalb wir besser mit dem Inhalt fortfahren:
“Freiheit muss nicht sein”: die Rote Hilfe.
“[...] Die Linken gelten nicht nur als chaotisch und zerstritten, sie haben auch sehr fragwürdige Ansichten, z.B. zur DDR.” -- erklärt uns die Moderatorin. Es folgt ein Clip, möglicherweise “Archivmaterial” (siehe Kommentare!), in dem ein offenbar geistig verwirrter Mann das Lied der Partei intoniert. Nun ist es so, dass seit 20 Jahren weder die DDR noch das Parteilied in der Öffentlichkeit präsent sind, der Vers es aber schafft, schon in den ersten Sekunden ein beklemmendes Gefühl hervorzurufen: Die DDR ist zurück, ein Schrecken für jeden Demokraten! Mit dieser Einstimmung kann das Thema dann endlich beginnen, die Frage, wer eigentlich nun in den Landtag einzieht.
Selten ließ sich ein TV-Bericht in allen Bereichen so leicht demontieren. Liebe ARD-Mitarbeiter, liebe Leser -- tendenziöser Journalismus vom Feinsten. So viel, dass er fünf DIN-A4-Seiten füllt!
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“Television is a drug”
Es ist, philosophically speaking, sicherlich interessant zu wissen, was ein Fernseher so eigentlich denkt oder möchte. Beth Fulton hat eine Interpretation dieser Frage, die sich ursprünglich Todd Alcott stellte, medial aufbereitet. Das Ergebnis: “Television.” — zur allgemeinen Unterhaltung.
Transkript inside
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Literatur und Lyrik: Chauvismus vor 241 Jahren.
Lyrik ist eigentlich selten mein Ding, was als Germanistikstudent mehr oder weniger hinderlich ist. Von Zeit zu Zeit aber finden sich in der Geschichte Perlen, die selbst in der heutigen Zeit zu belehren oder amüsieren wissen. Ein solches fand ich heute in einem kleinen Sammelband von Reclam. Der Autor, Christian Fürchtegott Gellert, schrieb das Gedicht 1769 — sein Titel lautet “Das Unglück der Weiber”. Zum Ende des heutigen Tages ein Stück schmunzelnde Entspannung.
Das Unglück der Weiber.
In eine Stadt, mich deucht, sie lag in Griechenland,
Drang einst der Feind, von Wuth entbrannt,
Und wollte, weil die Stadt mit Sturm erobert worden,
Die Bürger in der Raserey,
Bis auf den letzten Mann ermorden.
O Himmel! welch ein Angstgeschrey
Erregten nicht der Weiber blasse Schaaren!
Man stelle sich nur vor, wenn tausend Weiber schreyn,
Was muß das für ein Lärmen seyn!
Ich zittre schon, wenn zwey nur schreyn.
(…)
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Kritische Notizen zum #TVDuell im WDR zwischen Rüttgers und Kraft.

Mittels moderner Kommunikation und Technik war es mir möglich, das heute ausgetragene TV-Duell zwischen Frau Kraft (SPD) und Herrn Rüttgers (CDU) live zu verfolgen und auch bei Twitter zu kommentieren. Leider erwiesen sich die dortigen 140 Zeichen wiedereinmal als zu wenig, um meinem Unmut adäquat Ausdruck zu verleihen. Deshalb bin ich hier.
Zunächst einmal wäre, wie so oft, zu erwähnen, dass wir in Deutschland eigentlich kein Zwei-Parteien-System besitzen; neben CDU und SPD treten 23 weitere Parteien bei der Landtagswahl in NRW an. Nun ist es sicher einfach, die Republikaner, die bibeltreuen Christen oder die Violetten bei einem TV-Duell außer Acht zu lassen, umfassen diese drei Parteien beispielsweise nur etwa 1.700 Mitglieder. Was ich aber nicht verstehe, ist, wie man die Grünen (11.200 Mitglieder), die FDP (~18.000), die Linke (8.600) und die Piraten (2.250), also die nächsten vier großen und ernsthaften Parteien, nicht einmal ins Studio einladen kann. Es soll zwar am Mittwoch – glaube ich – eine große Runde mit allen Parteien geben, aber wohl eher aus Anstands- statt aus Willensgründen. Das, mein lieber WDR, meine lieben deutschen Medien, ist nicht in Ordnung. Es werden hier falsche Signale gesetzt.
Inhaltlich gibt’s eigentlich wenig zu sagen. Die beiden Kontrahenten legten ihre Positionen dar, es waren zumindest in meinen Augen große Übereinstimmungen zwischen linker Politik und SPD erkennbar. Doch genau hier muss ich einschneiden, denn es schwoll mir der Kamm: Frau Kraft erteilte der Linken trotz ihrer politischen Pläne (“Gemeinschaftsschule”, “Mindestlohn”, “keine Steuersenkungen”, “Kohlebergbau”, etc.) wieder eine klare Absage, Herr Rüttgers bezeichnete die Linke als “Extremisten”. Genauer, um’s auf der Zunge zergehen zu lassen: “undemokratische Extremisten”. Meine Kinnlade fiel aus vielerlei Gründen zu Boden.
Vielerlei Gründe in diesem Beitrag zu lesen. Sollte man vor der Abgabe des Stimmzettels in Nordrhein-Westfalen wirklich lesen.
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Politisches TV im Herbst 2009
Heute hab ich eigentlich keine Lust, mir große Geschichten auszudenken. Einige Dinge des Tages in Stichworten schön zusammengefasst:
Musste mir heute Mittag die Einweihung des Denkmals für die gefallenen Soldaten unseres Vaterlandes anschauen. Pünktlich dazu gab’s in Afghanistan ja wieder Feuerwerk. Ja, so ist das, bei den Bildungsausgaben und der Lohnentwicklung auf dem letzten Platz, aber Krieg, ja, Krieg, das können wir. Jetzt gleich läuft auf ARD das Townhall Meeting (neudeutsch, “lustige Fragestunde”) mit -ich glaube- Genosse Frank Walter. Merkel fand ich gestern ebenda (und auch heute morgen in der Bundestagsrede) mehr als enttäuschend; in letzterem hat lediglich meine Lieblings-Linke erneut ermahnt, dass Krieg keine Lösung ist. Wurde natürlich kritisert und die Grünen, mitverantwortlich für unser “Engagement” im nahen Osten, waren ganz klein. Doch nun erstmal TV, GEZ will genutzt werden.
Um 22:15 gibt’s auf 2DF eine neue Folge von “Neues aus der Anstalt“, das werde ich mir ebenfalls nicht entgehen lassen. So, sehen wir mal, was es nun live zu Herrn Steinmeier zu bloggen gibt….
Mehr bei Twitter.
Update 23:07 Uhr: Neues aus der Anstalt war unglaublich gut. In der ZDF mediathek anschauen, sofern ihr’s verpasst habt (ab morgen, glaube ich). Ehrlich, die Sommerpause hat keinesfalls geschadet. Jetzt noch die “heute show” auf dem gleichen Sender.
Jetzt im TV: Die Zukunft (c).
Gleich ist’s 22:10 und dann gibt’s auf Phoenix was zum passiven Konsum: die dreiteilige Dokumentation “2057 – Unser Leben in der Zukunft“. Wollte ich nur mal schnell einwerfen, habe aber keine Ahnung, ob’s sehenswert ist, auch wenn’s ne Wiederholung ist.
Moderiert wird der Dreiteiler von Schriftsteller Frank Schätzing (“Der Schwarm”), (…).
Zumindest empfiehlt es mir meine DVB-T Programmzeitung, wobei auf der offiziellen Seite von 23:00 Uhr die Rede ist. Sehr verwirrend.
Ich wurde betrogen! 23:00 Uhr. Jetzt gibt’s nur “Unter den Linden Spezial” mit Karl Theodor von und zu Guttenberg. Mein Enthusiasmus hätte nicht härter gebremst werden können. Hua!
Nachtrag: Mhja, war ganz in Ordnung.
“Ich hasse Dramen… Moment, nein, ich liebe Dramen.”
Eigentlich hasse ich im TV die Serien, die mit der Unterzeile “Drama, USA 200x” beschriftet sind. Zumindest… “I used to”. Der erste Kandidat, bei dem sich das änderte, war Dr. House, eine Serie, welche ich bereits vor dem totalen Hugh Laurie-Hype mochte. Ich denke sogar, dass es die einzige Arzt-Serie ist, die ich mir überhaupt ansehen kann; “Grey’s Anatomy”, “Emergency Room” und wie sie alle heißen, zielen wohl eher auf eine weibliche Gruppe ab. Dabei sollte ich noch sagen, dass ich House MD keineswegs in die Sparte “Drama” einordnen würde; ich zweifle gar, ob es überhaupt eine Schublade für diese Serie gibt.
Nun ist mir vor kurzer Zeit der zweite Ausnahmefall über den Weg gelaufen, durch Zufall: Die “Mystery-Drama”-Serie “Fringe”, die zur Zeit -ich glaube- Montags auf Pro7 ausgestrahlt wird. Bisher hatte ich nur die Möglichkeit, die ersten beiden Episoden zu schauen, welche jedoch durchaus überzeugten. Das Ganze erinnert mich zwar eher an ein “Akte X für Arme”, mit weniger Außerirdischen, dafür mehr abgefuckter Technologie, aber ich glaube, dass ein Alien-Konzept heutzutage nicht mehr so fruchten würde, wie es das einst tat. Der Punkt ist: Ich finde die Serie, trotz “Drama” ganz unterhaltsam bisher und dachte mir, das solltet ihr wissen.
Falls ihr einmal Langeweile habt. Ne?
Ich will mein PHOENIX wieder!
Aus einem mir nicht bekannten Grund verweigert mir mein DVB-T-Empfangsgerät meinen Lieblingssender Phoenix. Ich finde das gar sehr unschön. Mh. Später.
Der Holzhammer des Kabaretts
Bin schon wieder unterwegs, aber ein bisschen Unterhaltung um euer Blut vor Ostern in Wallung zu bringen kann ich euch einfach nicht vorenthalten.
Das ist kein Kabarett, das ist nicht mal Satire! Das ist die traurige Wahrheit, er nutzt nur die Platform “Kabarett” um nicht der Zensur zum Opfer zu fallen!
Schramm zeigt politisches Kabarett und zählt zu den scharfzüngigsten Vertretern seines Genres in Deutschland. In seinen polemischen Texten kritisiert er häufig den herrschenden Zeitgeist, indem er diesen mit den klassischen Bildungsidealen konfrontiert, und das kapitalistische Wirtschaftssystem. Die Grenze zwischen Spaß und Ernst wird von ihm dabei oft verwischt.
Vielleicht gibt’s heute Abend hier mehr. Muss weg, bis später!







