Windows 7: Treffer, versenkt.

November 9, 2009 · Posted in Empfehlenswertes, think-strange.de · 6 Comments 

Seit der Erfindung des Betriebssystems gibt’s auch die Idee, neue, im Idealfall bessere Betriebssysteme zu entwickeln. Microsoft hat in dieser Position schon immer einen Vorreiter dargestellt, meistens nicht zum Vorteil, wenn man der Fachpresse glauben darf. Ich selbst habe seit Jahren jeden von Gates’ Späßen mitgemacht, mit “Vista” als einzige Ausnahme. Das erste Betriebssystem, welches wirklich gut war, war 2000. Genau wie XP wurde es aber erst im Laufe einiger ServerPacks genießbar. Vista selbst war im Auslieferungszustand so unbrauchbar, dass man an der Firmenphilosophie von Microsoft durchaus zweifeln durfte. Glücklicherweise gab’s einen Mitarbeiter, dem dies missfiel.

Worauf ich hinaus will: Ich habe mir still und leise Windows 7 organisiert. 35,- Eur für “Professional”, ein Schnäppchen für Studierende und nur für ebendie. Gestern Abend, kurz vor Gottschalks Baggerwette, überkam mich die wahnsinnige Idee, die heruntergeladene Version zu installieren. Jetzt, sofort. Wäre ich awesome, würde ich hier vielleicht eine detaillierte… was rede ich da. Exkurs: “Wie sichere ich meine Daten für das Upgrade auf Windows 7 mit Windows XP”. Ganz kurz in Stichworten.

Überblick verschaffen: Welche Daten sind mir wichtig, welche nicht. Welche Programme sind installiert > Textdatei auf externer Platte mit Notizen, auch die Passwörter, die man sonst nur gespeichert hat (!), kurzzeitig.
Sichern: C:\Dokumente und Einstellungen und eventuell eigene Ordner, die sich nicht innerhalb befinden [;sortieren kann man später]. C:\Programme durchschauen. FireFox Favoriten exportieren, IE eventuell auch. Während der Kram extern ausgelagert wird, beginnt man mit dem…
Vorbereitet sein: Benötigte Programme herunterladen, benötigte Treiber herunterladen, Informieren, welche Programme mit “7″ kompatibel sind (i.e. “fast alle”). Jegliche Software auf die externe Platte in einen eigenen Ordner. Notieren, welche Sachen fehlen. Key von Windows 7 notieren!!

“One does not simply walk into Mordor.”
Fertig. In den meisten Fällen sind damit alle wichtigen Dinge eines durchschnittlichen XP-Nutzers abgedeckt. Warum ich das überhaupt erzähle? Windows 7 erfordert leider, insofern man keine Parallelinstallation möchte, was man nicht möchte, eine komplettes Neuaufsetzen, wenn man sich bisher Vista verweigert hat. Im Übrigen ist’s tatsächlich eine kleine Hürde, mit der Version des Stores eine bootfähige CD zu erstellen, was man jedoch muss, wenn man einmal mehr neu beginnen möchte. Mich hat diese Hürde über 2 Stunden Zeit gekostet, selbst mit Tutorial, denn meine einzige brennbare DVD im Haus ist eine beschriebene RW. Eine komplette Löschung kann schon ne Runde dauern. Wie dem auch sei, ist nicht mein Thema.

Gegen 2 Uhr Sonntag früh war’s soweit, das Backup kopiert, die Software geladen, die DVD im Laufwerk. Reboot, BIOS, Bootprioritäten ändern, speichern, Spannung. Zu meiner Überraschung bootete die DVD wirklich und im ersten Schritt darf man eine Partition zum Schlachten auswählen. Es ist kurz und schmerzlos, ganz ohne Metapher. Die Installation ist so unspektakulär, dass ich kaum Worte finde. Eigentlich verbringt man nur mit Warten. Ja, irgendwann gibt man den Key ein —XMXF2-QV6HR-FG202-8G2MQ-XDYG8—, doch bis auf zwei Reboots gibt’s echt nichts Erwähnenswertes. Nach einer halben Stunde ist’s überstanden. In dieser Zeit gibt’s übrigens keine Selbstbeweihräucherung von wegen “noch produktiver”, “noch toller”, “noch unglaublicher”, was mir sehr gut gefallen hat.

Sehr langer und informativer Bericht über Windows 7, seine Konfiguration, neue Features und das allgemeine Mundgefühl. Wer mit dem Gedanken spielt, seinen PC einem Upgrade zu unterziehen, — Pflichtlektüre. Let’s do it.
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Die Zukunft heute

June 14, 2009 · Posted in Empfehlenswertes, Gaming, think-strange.de · 2 Comments 

Ok, liebe Leser, zwei Worte, die wir uns für die kommenden Jahre vermutlich einprägen müssen. Nummer 1 ist das interaktive, ein wenig naive, virtuelle Spielkind “Milo“:

“Milo” nutzt dabei die von Microsoft entwickelte und -Achtung, Nummer 2- “Natal” genannte Technologie, welche vermutlich in den nächsten Jahren perfektioniert werden wird. Dazu gibt’s von Microsoft schon ein sehr nettes Werbevideo, allerdings bezweifle ich, dass die “erste Generation” wirklich so reibungslos und fehlerfrei arbeiten wird, wie es einem hier gezeigt wird. “Wie das eben so ist, ne?”

Trotzdem: Mir fehlen die Worte, “dagegen ist die Wii aus’m Mittelalter”. Deshalb: Lasst die Videos einfach auf euch wirken und ich schließe derweil mit Peter Molyneuxs Worten:

“This is true technology that science fiction is not even written about. And this works. Today. Now.”

Impressive.

Best of 1. April

April 1, 2009 · Posted in think-strange.de · 4 Comments 

April-Scherze sind eine wundervolle Erfindung, wie ich finde, nur leider wird’s in den letzten Jahren oft immer abgedroschener. Egal, was heute irgendwo geschrieben steht, glauben sollte man dem erstmal nicht. Wäre ich gestern viel kreativer gewesen (oder hätte ich mehr Zeit gehabt), dann hätte auch hier heute solch ein Unfug gestanden. Weil aber andere Seiten immer viel schöner aufbereitete Ideen zeigen, gibt’s nur ein “Best of” vom 1. April 2009.

  • German-Bash veröffentlicht ab sofort nur noch Bibelzitate! [Screenshot]
  • Blizzard lässt noch auf sich warten… – und überrascht mit dem feinen “Pimp-My-Mount“-Feature. Warum muss es nur ein Scherz sein, hgrmpf!
  • Kein Scherz: amazon.de startet den Verkauf von DRM-freier Musik in Deutschland. Jippie, jippie yeah, jippie yeah, Krawall und Remmi Demmi!
  • Im Radio erzählte man mir, dass im Saarland die “rosa Tonne” für alte Damenschuhe eingeführt wird. Das wurde auch wirklich Zeit.
  • Der Spiegel hat einen schönen Artikel über unlustige und unglaubwürdige April-Scherze veröffentlicht. Lesenswert!
  • Bei YouTube kann man so ziemlich jede Seite nun auf den Kopf stellen, mit der einfachen Erweiterung jeder URL mit &flip=1. Cooles Lied als Beispiel gefällig? Hier habt ihr’s!. Das Ganze wird als “new viewing experience” verkauft. Nette Idee, will ich meinen.
    • Eine komplette Sammlung von Googles Scherzen hat gibt’s bei blogoscoped.com. Mir scheint fast, dass das Unternehmen eine eigene Abteilung für den Unsinn hat.
  • Alpine Legend wird Guitar Hero in den Boden stampfen! Zumindest, wenn man Microsoft am 1. April glauben sollte…

Ich muss leider bemerken, dass die Ausbeute an guten, niveauvollen oder guten niveauvollen Beiträgen zum 1. April diesen Jahres nicht so üppig ist, wie ich es mir erhoffte. Witze gibt’s an jeder Ecke, aber Nachrichten, die weder lustig, noch geistreich sind – nein, soetwas möchte ich hier nicht zitieren. Die gezwungene Scherzhaftigkeit ist vielleicht auch ein Problem geworden: Während vor einigen Jahren Aprilscherze nicht unbedingt innerhalb von 2 Sekunden zu enttarnen waren, übereifern sich heutzutage alle Seiten, alle Sender, alle Zeitungen damit, den “lustigsten” Ulk zu erschaffen. Man kann dabei schön sehen, dass erzwungene Komik vor allem erzwungen und nicht sehr komisch ist.

[Sehenswerte Fundstücke, die ich verpasst habe, bitte in die Comments. Merci.]

Windows Vista und DX10: Eine Zeitreise

February 11, 2009 · Posted in think-strange.de · 1 Comment 

Ich bin schon ein komischer Mensch. Da habe ich hier einen -mittlerweile wohl nur noch- MidEnd-PC hier stehen, mit einer DirectX10-kompatiblen Grafikkarte, und betreibe diesen ausschließlich mit einem veralteten Betriebssystem. Veraltet? Nun, Windows XP ist zumindest nicht “der Stand der Technik”. Dieser heißt bis jetzt noch “Vista” und wird von einer Menge Menschen gemieden.

Und das ist witzig, denn diese Ablehnung gegenüber neuen Microsoft-Produkten ist keineswegs eine Erfindung von Vista. Ich erinnere mich da gerne an meine DOS-Zeit zurück. Windows 3.1(1) war natürlich schon veröffentlicht, aber genutzt habe ich es damals nicht. Auf meiner 80 MB-Festplatte war schließlich kaum genug Platz, 2 Betriebssysteme laufen zu lassen und alle Spiele oder Programme gab es zumindest auch in einer DOS-Version. Zugegeben: Mit DOS musste man sich auskennen. Wenn ein Spiel 590 kb (!) freien ‘konventionellen’ Speicher benötigte, dann musste dieser erst geschaffen werden, oft in Form von “Bootdisketten”, die mit angepasster Konfiguration diesen schaffen konnten. Das Weglassen des deutschen Tastaturtreibers (für mehr Speicher!) war damals nichts Außergewöhnliches. 14 Jahre ist das nun her, nicht so viel, wie jüngere Generationen annehmen könnten.

Dann kam der erste Meilenstein: Windows 95. Oder später: Windows95A, ohne den Internet Explorer fest integriert zu haben. Und obgleich Win95 ungleich mehr Fehler, Bugs und Probleme hatte, als 3.1 oder DOS, setzte es sich schnell durch – denn Microsoft trieb die Entwickler voran, das neue OS zu benutzen. Die ersten Spiele, an die ich mich erinnere, waren das von MS selbst ausgelieferte “Hover” -welch ein Spaß!- und “Pitfall!”, eine moderne Umsetzung des Spieles für den C64. Ersteres mochte ich noch, letzteres wurde schon damals von mir als “Marketingstrategie” enttarnt. Es folgten Windows 95B und C, wovon “B” die wohl verbreitetste Version darstellte.

Ich gab mich Microsoft nicht hin, hatte Windows 95 in keiner Version auf meinem eigenen Rechner. Erst Windows 98 landete auf meiner Platte, damals -wenn ich mich richtig erinnere- mit DirectX 5-Support. 5! “Wie viele Versionen wollen die denn noch veröffentlichen“, schoss mir schon damals in den Kopf. 98… ja, das hielt eine Weile. Es lief nicht wirklich stabil; ich glaube sogar, dass ich nie wieder so viele Bluescreens hatte wie damals. Aber es tat seinen Dienst, irgendwie.

Bis ich Windows 2000 in die Finger bekam. Stabil, sicher, schnell und in meinen Augen bis heute die Krone der Windows-Schöpfung. “Auf NT-Technologie-basierend” hatte es im Unterschied zu Windows 98 und ME einen “Nachteil”: Man musste sich -wie anno dazumal bei DOS- mit dem PC auskennen. Automatische Treiberinstallationen waren nicht immer gegeben, aber wenn man ein wenig Know-How hatte, bekam man unter “2k” fast alles zum Laufen. Das gilt selbst heute noch für Spiele, die eigentlich Windows XP voraussetzen (wie z.B. “Tiberium Wars” aus der Command and Conquer-Reihe). Leider gilt die Beschränkung “fast”, denn “BioShock” lässt sich unter Windows 2000 (meines Wissens nach) definitiv nicht spielen.

Warum Vista trotz aller Werbeaktionen und Marketingstrategien auf meiner Festplatte (und auch auf vielen anderen) nicht installiert werden wird, erfahrt ihr im kompletten Beitrag.
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Piracy advertising

January 30, 2009 · Posted in think-strange.de · Comment 

Durch das Internet eröffneten sich “den Firmen” bekanntlich ungeahnte Werbemöglichkeiten, von denen noch vor wenigen Jahren niemand zu träumen wagte. “Viral marketing” ist eines dieser Konzepte, Werbung, die sich durch die User weiterverbreitet. Ohne einen Einblick in die verschiedenen Strategien der noch verschiedeneren großen Firmen zu haben, kann man aber eines sagen:

Software wird raubkopiert. Schon immer und es wird sich auch nicht ändern. Egal, wie ausgeklügelt der Kopierschutz ist, er wird geknackt. Das bedeutet, dass eigentlich jedes Spiel, jedes Programm (welches nicht über eine direkte “Multiplayer”-Funktionalität verfügt) schon kopiert ist oder besser: noch kopiert wird. Besonders teure Software ist hier natürlich interessant, sei es nun Software von Steinberg, Microsoft oder Adobe. Das ist diesen Firmen auch bewusst. Und ich frage mich seit längerer Zeit, ob das nicht vielleicht auch so gewollt ist.

Nehmen wir Adobe als Beispiel. Selbst in Version CS4 funktioniert ein “einfacher” Crack mit einem “einfachen” Keygen. Wie schon vor 10 Jahren. Würde Adobe wirklich wollen, dass ihre Produkte nicht kopiert werden, so könnte man dies auf zwei Wegen lösen:

  1. Man benötigt zwingend eine Online-Verbindung, wenn man mit der Software arbeiten möchte. Dies kann man wiederum clientseitig (“kein Inet, kein Programm”) oder serverseitig (“die Anwendung liegt auf einem Server”) lösen.
  2. Die Software benötigt, insofern keine Onlineverbindung vorhanden ist, eine Telefonaktivierung mit einem Key – jedes verkaufte Produkt ist in der Keydatenbank.

Tada, einfach. Keine Raubkopien mehr, auch wenn man auf ein bisschen Offlinekomfort verzichtet. Ist doch nicht so schwer. Nun ist es aber so, dass selbst wenige Tage nach (oder manchmal gar vor) einem Release schon Iso, Crack und Keygen im Web verfügbar sind. Es kann also quasi nur Absicht sein. Doch warum sollte Adobe (stellvertretend für alle anderen großen Firmen) dies tun?

Die Frage ist recht einfach zu beantworten: “Piracy advertising.” Um das zu verstehen, müssen wir wieder zu den Gründen springen, warum die Software “geklaut” wird: Sie ist teuer. Viele kreative Köpfe haben aber einfach zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Lebens einfach nicht die Mittel, die Software zu kaufen, beispielweise weil sie noch zur Schule gehen, studieren (“die Elite von morgen”) oder wasauchimmer. Eine Raubkopie tut es also auch.

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