Interview mit Friedrich von Haber

February 3, 2010 · Posted in think-strange.de · 2 Comments 

Ich hatte vor wenigen Stunden die Gelegenheit für ein exklusives Interview mit einem hohen Tier einer Gewinnspielvermittlungsagentur. Sehr brisantes Material, das, wird vermutlich auch bald auf Wikileaks veröffentlicht. Oder so. Ein kleiner Skandal — jetzt für euch.

Guten Tag, Herr von Haber, schön, dass Sie heute bei uns sind. Vielleicht könnten Sie sich kurz vorstellen?
Hallo, sehr gerne. Mein Name ist, wie Sie schon erkannt haben, Friedrich von Haber. Ich bin Vorsitzender der Vereinigung der Gewinnspieleintragsdienste. Als solcher bin ich dafür verantwortlich, dass Menschen, die an Gewinnspielen teilgenommen haben, auch ihren legitimen Gewinn erhalten. Als Vorsitzender bin ich selbstverständlich nicht nur für Bürokram zuständig. Jeder leitende Mitarbeiter verfolgt die Gewinnübergabe von Anfang bis Ende.

Erzählen Sie uns davon.
Nun, als Erstes kontaktieren wir den glücklichen Gewinner am Telefon. 24 Stunden täglich. Sie haben ja keine Ahnung, wie viele Geld- und Sachpreise täglich gewonnen werden! Da kann der Schreibkram schonmal liegen bleiben. Es ist auch der Grund, warum wir noch keine Webpräsenz einrichten konnten, wofür ich mich entschuldigen möchte. Wie dem auch sei, hauptsächlich sitze ich am Telefon und überbringe den Leuten gute Nachrichten.

Sie sagten, Sie würden die Gewinnübergabe bis zum Ende verfolgen?
Natürlich, diese Gelegenheit gibt es aber nicht oft. Lassen Sie mich Ihnen die Situation schildern: Obwohl ich täglich viele hundert Anrufe tätige und den Menschen von ihrem Glück erzähle, ist die Rückmeldequote unglaublich gering. Wir melden uns mehrfach bei den Gewinnern und dennoch möchte niemand seinen Gewinn abholen! “Hilarious”, wie man in der Fachsprache sagen würde.

Lesen Sie das gesamte Interview.
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Aktuelles zu Steam und Valve

June 9, 2009 · Posted in Gaming, think-strange.de · 8 Comments 

Ihr habt’s sicher mitbekommen: Left 4 Dead 2 wurde für diesen Herbst angekündigt und die Community steht dem keineswegs erfreut gegenüber. Ist ja auch verständlich, wenn man bedenkt, dass der Support für L4D wohl der schlechteste in der Geschichte von Valve ist. Vollmundig wurde von Anfang an verkündet, man werde neue Kampagnen, Monster und Waffen einfügen, den AI Director überarbeiten – bis heute ist lediglich das Survival-Update erschienen, welches nicht annähernd in dem Umfang erfolgreich war, wie sich unser Prestigehersteller das einst versprach.

Eigentlich untertreibe ich maßlos, wenn ich sage, dass die Community “keineswegs erfreut” sei. Wirft man einen genaueren Blick darauf, findet man einiges an Stimmungsmache gegen Left 4 Dead 2, inklusive dem immer wiederkehrenden Nazivergleich in der einen oder anderen Form. Vielleicht wäre der Unmut ja geringer, wenn das Spiel keine 50 USD gekostet hätte. Oder wenn man auch nur einen halb so guten Support geliefert hätte, wie für Team Fortress 2 (für welches übrigens heute Nacht schon wieder ein kleines Update erschien). Zumindest… sagen wir, der Unmut ist groß und nachvollziehbar.

So kommt’s wie es kommen muss: Wenn an Valve Kritik geübt wird, folgt die Kritik an Steam auf dem Fuße. Jene kann ich aber keineswegs nachvollziehen, ich bin sogar der Meinung, dass Steam eine der innovativsten, lukrativsten und komfortabelsten Vertriebslösungen ist, die man sich so denken kann. “Hä? Is’ nich’ dein Ernst!”

Gute Argumente gibt’s unter…
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Die Wirtschaftskrise hat die Tabakindustrie erreicht.

May 15, 2009 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · Comment 

Öhm, also nicht offiziell, ich sage das einfach mal so. Werfen wir doch einmal einen Blick auf die letzten Nachrichten aus der keuchenden Branche, aus Österreich kommend:

Tabakindustrie kämpft mit sinkendem Absatz

(…) Die Finanzkrise und der Nichtraucherschutz haben laut Austria-Tabak-Sprecher Helmut Dumfahrt [Anm. d. Red: “dumbfart” ?!) kaum eine Auswirkung auf den Zigarettenkonsum. In Ländern mit Rauchverbot in der Gastronomie würde der Zigarettenabsatz im ersten Jahr um drei bis fünf Prozent zurückgehen, im zweiten Jahr wieder um ein bis zwei Prozent ansteigen und dann konstant bleiben. Auswirkungen der Wirtschaftskrise ließen sich beim Zigarettenkonsum kaum feststellen. Lediglich eine Tendenz zu günstigeren Marken lasse sich in den letzten Monaten erkennen.

Oder wie es an anderer Stelle formuliert wird:

“Wir boomen nicht in Boomzeiten und fallen in Krisenzeiten nicht von der Klippe”. (…) Auch das neue Rauchergesetz würde die Branche nicht stark belasten. Die krisenbedingten Wechselkursschwankungen spüre (…) Japan Tobacco International (JTI) hingegen schon, räumte Fitz ein.

Ich gebe zu, die Situation mag in Österreich nicht 100% deckungsgleich mit der in Deutschland sein, aber ich glaube, sie ist zumindest vergleichbar. JTI ist übrigens der Hersteller von Camel und Winston, 2 der bekannteren Marken. Ich selbst war jahrelang Camel-Raucher (Lieblingsmarke!), habe mich aber in den letzten Jahren auch auf günstigere Produkte konzentriert – Nikotin ist schließlich Nikotin. Es bleibt daher bei den Herstellern, ihre Produkte wieder attraktiver zu machen, was wahrlich nicht einfach ist in der heutigen Zeit. Eine Möglichkeit ist Werbung. Viel Werbung. Die Leute darauf aufmerksam machen, dass es die Marken noch gibt!

Als ich vor einigen Jahren noch ausschließlich Camel rauchte, landete ich wohl auch in der Europa-Datenbank von JTI – jene, die sie in den letzten Tagen und Wochen einmal durchwühlten. Eine andere Erklärung für die jüngsten Ereignisse in dieser Woche finde ich nicht.

Rauchen lässt die Haut altern, begünstigt Krebs und macht vielen Rauchern eine Menge Freude. Soso?
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Schwarzkopien und ihr marketing-strategischer Nutzen

March 20, 2009 · Posted in think-strange.de · 3 Comments 

Ich glaube, ich habe irgendwann einmal von “Piracy Advertising” gesprochen. Das hier ist so ähnlich, nur anders: Es geht darum, wie Hersteller zur Zeit mit illegalen Kopien ihrer Spiele (oder Software) umgehen. Oder besser: Wie sie damit umgehen könnten.

Zur Zeit ist es so, dass neben zahlreicher zivilrechtlicher Klagen vor allem mit (bis auf wenige Ausnahmen) wirkungslosen Kopierschutzmechanismen gearbeitet wird. Das ist schon seid Jahren so und seitdem predige ich auch, dass Technik, die von Menschen gemacht ist, auch von Menschen zu knacken ist. Manchmal dauert es vielleicht etwas länger, aber prinzipiell ist das so. Die Industrie hört aber nicht auf mich, deshalb wird es wohl noch einige Jahre dauern, bis man von diesem Umgang mit Schwarzkopien ablässt und sich neuen Wegen widmet.

Die Entwickler sind aber schlau und wenn ich das erkannt habe, dann haben sie das auch – in Teilen kann man das heute schon so sehen. Grand Theft Auto 4 beispielsweise zeigte bei einigen anfänglichen Cracks eine “wabernde” Kamera, die das Spiel unspielbar machte. Wirklich schön gemacht von den Codern, nur leider wurde auch das recht schnell umgangen. Der Ansatz ist aber gut, denn ich stelle mir Folgendes vor:

Nehmen wir an, ein Spiel oder eine Software würde zur vollständigen Funktionalität zwingend eine Online-Aktivierung erfordern. Zur Zeit kann dieses Spiel (meistens) nur ein Mal mit einer Serial aktiviert werden; valide Seriennummern sind auf einem Server gespeichert. Wie wäre es, wenn sich dieser Server zusätzlich merken würde, wie oft eine Lizenznummer eingegeben wurde. Dabei blockiert er nicht per sé die Installation, wenn die Seriennummer “öffentlich” wurde, sondern kommuniziert mit der Software. Und zwar sollte die Software (oder das Spiel) mit jeder weiteren Installation ein bisschen weniger spielens- oder benutzenswert sein.

Ihr habt nicht den blassesten Schimmer, wovon ich rede, stimmt’s? Weil ihr neugierig seid, werdet ihr auf diesen Link klicken.
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Team Fortress 2: Scout Update + “Gabe Newell rockt!”

February 24, 2009 · Posted in Gaming · Comment 

Schon lustig – vorgestern habe ich mich noch darüber gewundert, dass ich so lange nichts Neues von Team Fortress 2 gehört habe – und heute entdecke ich auf dem offiziellen Blog eine kleine Randnotiz von wegen “Scout Update”, welches morgen erscheinen soll. Damit ist der Scout die vierte Klasse -neben dem Medic, dem Pyro und dem Heavy-, die ein Achievementpaket mit neuen freischaltbaren Waffen bekommt.

Von diesen sind bisher 2 bekannt: “The Sandman” ist die Name einer Kombination aus Baseball und Schläger, mit der man seine Feinde betäuben können wird. Wer mehr auf extrem schnellen Nahkampf steht, der kann sich in Zukunft dosenweise “BONK” reinziehen, mit dem die ohnehin schon hohe Geschwindigkeit des Scout weiter gesteigert wird. Zur dritten Waffe ist genau jetzt noch Nichts bekannt, aber da es übermorgen schon zum Release kommt, mache ich mir darüber keine großen Vorab-Gedanken mehr.

Viel eher schmiede ich schon Pläne, wie ich den Heerscharen von Scouts, die in den nächsten Tagen die Server bevölkern werden, am Besten entgegentrete, denn ich beherrsche diese Klasse nicht einmal im Ansatz. Ich bin da eher der Engineer oder Pyro, und gerade diese beiden Klassen (inklusive dem Heavy) sind es, denen ich die größten Chancen gegen Scouts einräume. Egal wie schnell diese durch die Maps hüpfen, eine gut platzierte Stufe-3-Sentry sollte das Problem schnell und zuverlässig lösen. So ist zumindest der Plan.

Wenn ich von Team Fortress 2 spreche, fällt mir unwillkürlich Gabe Newell ein, einer der Gründer und Geschäftsführer von Valve. 13 Jahre arbeite er bei Microsoft, um schließlich mit Valve einen Wahnsinnserfolg zu landen und heute offen Dinge auszusprechen, die ich als Konsument ja schon seit langer Zeit propagiere. Zum Beispiel, dass Kopierschutzmaßnahmen die Anzahl der Raubkopien nur erhöhen und nicht, wie gewünscht, senken. Er geht dabei so weit, dass er sagt, der Service der Raubkopierer sei tendenziell besser, als der der Industrie.

Es gibt mehr höchst bemerkenswerte Fakten – lies doch weiter!
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Piracy advertising

January 30, 2009 · Posted in think-strange.de · Comment 

Durch das Internet eröffneten sich “den Firmen” bekanntlich ungeahnte Werbemöglichkeiten, von denen noch vor wenigen Jahren niemand zu träumen wagte. “Viral marketing” ist eines dieser Konzepte, Werbung, die sich durch die User weiterverbreitet. Ohne einen Einblick in die verschiedenen Strategien der noch verschiedeneren großen Firmen zu haben, kann man aber eines sagen:

Software wird raubkopiert. Schon immer und es wird sich auch nicht ändern. Egal, wie ausgeklügelt der Kopierschutz ist, er wird geknackt. Das bedeutet, dass eigentlich jedes Spiel, jedes Programm (welches nicht über eine direkte “Multiplayer”-Funktionalität verfügt) schon kopiert ist oder besser: noch kopiert wird. Besonders teure Software ist hier natürlich interessant, sei es nun Software von Steinberg, Microsoft oder Adobe. Das ist diesen Firmen auch bewusst. Und ich frage mich seit längerer Zeit, ob das nicht vielleicht auch so gewollt ist.

Nehmen wir Adobe als Beispiel. Selbst in Version CS4 funktioniert ein “einfacher” Crack mit einem “einfachen” Keygen. Wie schon vor 10 Jahren. Würde Adobe wirklich wollen, dass ihre Produkte nicht kopiert werden, so könnte man dies auf zwei Wegen lösen:

  1. Man benötigt zwingend eine Online-Verbindung, wenn man mit der Software arbeiten möchte. Dies kann man wiederum clientseitig (“kein Inet, kein Programm”) oder serverseitig (“die Anwendung liegt auf einem Server”) lösen.
  2. Die Software benötigt, insofern keine Onlineverbindung vorhanden ist, eine Telefonaktivierung mit einem Key – jedes verkaufte Produkt ist in der Keydatenbank.

Tada, einfach. Keine Raubkopien mehr, auch wenn man auf ein bisschen Offlinekomfort verzichtet. Ist doch nicht so schwer. Nun ist es aber so, dass selbst wenige Tage nach (oder manchmal gar vor) einem Release schon Iso, Crack und Keygen im Web verfügbar sind. Es kann also quasi nur Absicht sein. Doch warum sollte Adobe (stellvertretend für alle anderen großen Firmen) dies tun?

Die Frage ist recht einfach zu beantworten: “Piracy advertising.” Um das zu verstehen, müssen wir wieder zu den Gründen springen, warum die Software “geklaut” wird: Sie ist teuer. Viele kreative Köpfe haben aber einfach zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Lebens einfach nicht die Mittel, die Software zu kaufen, beispielweise weil sie noch zur Schule gehen, studieren (“die Elite von morgen”) oder wasauchimmer. Eine Raubkopie tut es also auch.

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