Moderne Philosophie des Karl Marx

March 27, 2010 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · Comment 

Die Technik macht’s möglich, dass mir vor einer guten Stunde eine URL unter die Augen kam, hinter welcher sich eine Audioaufzeichnung des philosophischen Radios von WDR5 verbarg. Wenn ihr eine Stunde an diesem Wochenende Zeit habt, dann lauscht dem doch einfach mal. Hier so.

Das philosophische Radio über Karl Marx mit Michael Krätke (Sendung vom 26.03.10) on Huffduffer

Inhalt: Alles über das Werk des noch immer viel zu unbekannten Philosophen und Sozialtheoretiker Karl Marx. Als “moderner Autor” erkannte Marx schon vor über 150 Jahren, dass es zu dem heutigen Kapitalismus kommen würde, mit all seinen realen Krisen. Er erkannte auch, dass dieses System sich am Ende selbst vernichten wird. Es ist uns möglich, den Kapitalismus als “Religion” zu überwinden; wenn wir es nicht tun… who knows. Es ist eben ein Merkmal des Systems, dass es ein absurdes Eigenleben zu entwickeln scheint. Schwieriges Thema, aber sehr gut und anschaulich erklärt.

Die Aktualität seiner Thesen ist (und ich meine dieses Wort so, wie ich es schreibe) bemerkenswert, sind sie doch nichts anderes als eine exakte Beschreibung dessen, wie die Welt heute funktioniert und warum der Kapitalismus auf Lange sicht gesehen scheitern wird. Es bleibt mir nur die Frage, warum Marx nicht längst zur Pflichtlektüre für alle Menschen geworden ist? Wenigstens für alle, die mit “dem Kapital” in Verbindung kommen? Hier, zwei Bücher!

So einfach ist das, denn wir sind alle nur Rädchen in einem System, das wir weder verstehen, noch kontrollieren können. Not one bit.

Und ein Dank an @korbinian.

Der Blick über den Teich: Obamas Sammelsurium zu 2010.

February 8, 2010 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 1 Comment 
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Die ersten 100 Tage der neuen deutschen Regierung werden mehrheitlich als Fehlschlag gesehen; dementsprechend sind die Reaktionen der Politiker. Eigentlich war’s im Wahlkampf schon erkennbar: Große Wunder wird keine Partei vollbringen. Doch insgeheim sehnt sich der Deutsche nach charismatischen, überzeugenden Politikern — so wie Obama einst. Er wurde umjubelt, als Retter der Nation gefeiert. Mehr als ein Jahr nach seinem Amtsantritt muss man leider sagen, dass vom ehemaligen Glanz nicht mehr viel übrig ist. Vielleicht ließe sich auch ein spöttisches “Wir schaffen in 100 Tagen, wofür Obama ein Jahr brauchte” einwerfen.

Während die deutsche Politik allerdings im Nebel stochert, gibt’s in den USA konkretere Vorstellungen davon, wie das Jahr 2010 zu gestalten sei. Lohnt ein Blick über den Teich? about.com hat eine Übersicht darüber erstellt, welche Ideen und Ziele Barack Obama für 2010 verfolgt. Es wäre eine Schande, diese unkommentiert zu lassen. Sehen wir, was er zum State of the Union vom 27. Januar so meint.

The Economy

  • “A fee on the biggest banks” who “can afford a modest fee to pay back the taxpayers who rescued them in their time of need.”
  • “Extended or increased unemployment benefits for more than 18 million Americans.”
  • “Made health insurance 65 percent cheaper for families who get their coverage through COBRA.”

Die Banken werden in die Verantwortung gezogen, eine Hilfe für 18 Mio arbeitslose Amerikaner und eine günstigere Krankenversicherung für manche. Mit anderen Worten: Das Gegenteil von dem, was man bei uns versucht: Die Banken sind nicht verpflichtet, Gelder zurückzuzahlen, Hartz IV bekommt bestenfalls einen neuen Namen und Zusatzbeiträge und Kopfpauschale für die Krankenkassen. Gut, es gab diese Kindergelderhöhung, welche aber eher als Geste des guten Willens zu verstehen ist. Wie erfolgreich wer sein wird, wird sich erst im nächsten Jahr beurteilen lassen. Stellen wir uns lieber die Frage: Was ist der größte Nachteil der amerikanischen Politik?

Sie kostet. Geld, das weder die USA noch wir besitzen. Wie sieht also die Finanzierung aus?

Jetzt: Der US-Haushalt für das Jahr 2010 in allen Einzelheiten, kritisch kommentiert. Mit Wirtschafts- und Steuerpolitik, Militär, Bildung, Wachstum und einigen wenigen Ideen, die Hoffnung machen. “Start frei für’s zweite Jahr, Herr Präsident.”
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