Der Blick über den Teich: Obamas Sammelsurium zu 2010.

February 8, 2010 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 1 Comment 
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Die ersten 100 Tage der neuen deutschen Regierung werden mehrheitlich als Fehlschlag gesehen; dementsprechend sind die Reaktionen der Politiker. Eigentlich war’s im Wahlkampf schon erkennbar: Große Wunder wird keine Partei vollbringen. Doch insgeheim sehnt sich der Deutsche nach charismatischen, überzeugenden Politikern — so wie Obama einst. Er wurde umjubelt, als Retter der Nation gefeiert. Mehr als ein Jahr nach seinem Amtsantritt muss man leider sagen, dass vom ehemaligen Glanz nicht mehr viel übrig ist. Vielleicht ließe sich auch ein spöttisches “Wir schaffen in 100 Tagen, wofür Obama ein Jahr brauchte” einwerfen.

Während die deutsche Politik allerdings im Nebel stochert, gibt’s in den USA konkretere Vorstellungen davon, wie das Jahr 2010 zu gestalten sei. Lohnt ein Blick über den Teich? about.com hat eine Übersicht darüber erstellt, welche Ideen und Ziele Barack Obama für 2010 verfolgt. Es wäre eine Schande, diese unkommentiert zu lassen. Sehen wir, was er zum State of the Union vom 27. Januar so meint.

The Economy

  • “A fee on the biggest banks” who “can afford a modest fee to pay back the taxpayers who rescued them in their time of need.”
  • “Extended or increased unemployment benefits for more than 18 million Americans.”
  • “Made health insurance 65 percent cheaper for families who get their coverage through COBRA.”

Die Banken werden in die Verantwortung gezogen, eine Hilfe für 18 Mio arbeitslose Amerikaner und eine günstigere Krankenversicherung für manche. Mit anderen Worten: Das Gegenteil von dem, was man bei uns versucht: Die Banken sind nicht verpflichtet, Gelder zurückzuzahlen, Hartz IV bekommt bestenfalls einen neuen Namen und Zusatzbeiträge und Kopfpauschale für die Krankenkassen. Gut, es gab diese Kindergelderhöhung, welche aber eher als Geste des guten Willens zu verstehen ist. Wie erfolgreich wer sein wird, wird sich erst im nächsten Jahr beurteilen lassen. Stellen wir uns lieber die Frage: Was ist der größte Nachteil der amerikanischen Politik?

Sie kostet. Geld, das weder die USA noch wir besitzen. Wie sieht also die Finanzierung aus?

Jetzt: Der US-Haushalt für das Jahr 2010 in allen Einzelheiten, kritisch kommentiert. Mit Wirtschafts- und Steuerpolitik, Militär, Bildung, Wachstum und einigen wenigen Ideen, die Hoffnung machen. “Start frei für’s zweite Jahr, Herr Präsident.”
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Tag 1 nach der Bundestagswahl: das Worst-Case-Scenario

September 28, 2009 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 7 Comments 

Gemischte Gefühle, das war’s was ich nach der Wahl empfand. Es begann mit einer bittren Enttäuschung, ging dann zu einer unsäglichen Wut über, welche über Nacht wiederum einer sehr desolaten Desillusionierung wich: Das Volk hat gewählt, nun gilt’s das Beste draus zu machen. Nicht, dass ich ernsthaft damit gerechnet hätte, dass die Linke den Sprung aus der Opposition schafft, doch schmerzt die Realität wenn man sie in Form von Balken- und Kuchendiagrammen sieht umso mehr. Ein kleiner Lichtblick: CDU/FDP erreichen ohne die Opposition keine 2/3-Mehrheit. Will heißen: Änderungen des Grundgesetzes in Deutschland werden in den nächsten vier Jahren durchaus blockiert werden können. Weiterhin ist’s möglich, dass der Bundesrat beim “normalen” Gesetzgebungsverfahren mitmischen wird, denn ob dort ebenfalls CDU/FDP dominieren, ist noch nicht entschieden. Glaube ich.

Wie dem auch sei: Es wird finster. Vielleicht bin ich auch nur ein Schwarzseher und Deutschland wird in den folgenden vier Jahren blühen und gedeihen, doch ich hege meine nicht ganz unbegründeten Zweifel. Ich bin gar der Meinung, dass sich unser Land in einer Richtung entwickeln wird, die vielen neoliberalen Besserverdienern durchaus gefällt, doch werden das immer weniger und diejenigen, die nichts haben, immer mehr. Wer nichts hat, hat natürlich auch nichts zu verlieren. Und wer nichts zu verlieren hat, der hat schon verloren.

Deshalb gibt’s jetzt hier das absolute Worst-Case-Scenario, die Dinge, die Schwarzgelb pervertieren kann, die gesellschaftlichen Strukturen, welche dem Niedergang geweiht sind. Lasst euch von meiner Polemik nicht irritieren, die gehört dazu. Fertig? Hua!

  • Das Gesundheitssystem wird vollends privatisiert. Die angestrebte “Grundversorgung” wird noch schlechter, als sie es im Moment ist. Bedeutet jetzt wie dann: Selbst wenn ein Arzt einen Eingriff für “medizinisch notwendig” hält, wird der Patient dafür eventuell tief in die eigene Tasche greifen müssen: Die Grundversorgung ist nur eine Mindestversorgung. Wer kein Geld für private Sicherungen hat, schaut in die Röhre. Nicht in die Röhre im Krankenhaus, sondern in eine beliebige andere.
Es folgen weitere 11 Gründe für eine ordentliche Panikmache. Wer mit dem Wahlergebnis unzufrieden ist, der sei eingeladen, weiterzulesen.

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Der schwere Stand eines linken Bürgers: “zomfg, SED!!1″ – Vorurteile entkräftet.

September 19, 2009 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 4 Comments 

Die Wahl rückt unaufhaltsam näher und ich nehme immer mehr wahr, welch schweren Stand man doch in der Gesellschaft hat, wenn man linke Positionen vertritt oder gar der Linken angehört. Ich gebe zu, dass nicht alle Ideen der Partei auch meinen eigenen Vorstellungen entsprechen; unter der Prämisse, dass man immer Kompromisse eingehen muss, ist dies vertretbar. Was in letzter Zeit immer häufiger angesprochen wird, ist, dass die Linke ja doch nur die SED mit neuem Namen sei. Sie sei verfassungsfeindlich. Sie sei böse. Wirklich schockierend daran ist eigentlich nur, dass diese Vorwürfe wirklich geglaubt werden. Beginnen wir mit der SED und einem Zitat des Bundesschatzmeisters der Linken, Karl Holluba vom 28. April 2009:

“‘Die Linke’ ist rechtsidentisch mit der ‘Die Linkspartei.PDS’, die es seit 2005 gab, und der PDS, die es vorher gab, und der SED, die es vorher gab.”

Ui, da gestehen wir alles. Rechtlich gesehen ist das wohl auch stimmig, da es keine Neugründung der ‘die Linke’ gab. Weiterhin ist’s ebenso richtig, dass -je nach Angabe- zwischen 60% und 90% der Mitglieder der Linken ehemals in der SED waren. 90%? Ja, ich glaub’s auch nicht, doch die Medien erzählen’s so. Für den westdeutschen Normalbürger ist dies nicht einfach hinzunehmen und ich selbst bin der Meinung, dass nicht jede Strömung in der Partei wirklich erfreulich ist. Sollte ich deshalb der Partei den Rücken kehren? Ganz im Gegenteil! Politik ist etwas, das man beeinflussen kann. Viele Menschen glauben nicht mehr an Veränderungen oder sind mit dem aktuellen Stand der Leistungsgesellschaft zufrieden – wer könnte es ihnen verübeln. Und dann die Linke, die SED!

Do I like Kirk or do I like Picard?

Ich sehe den Sachverhalt gänzlich anders: Wir brauchen ein gesellschaftliches Umdenken. Vielleicht ein wenig unpolitisches Vorgeplänkel: Ich bin ein alter Trekkie. Die Zukunft, welche dort geschildert wurde, hat mich immer sehr beeindruckt. In aller Kürze erklärt: Eine Welt ohne Armut, ohne Kriege und ohne – Geld. Die Philosophie dahinter war, dass die Menschen für das Wohl der Menschen arbeiten und nicht zur persönlichen Bereicherung, eine wahnwitzig-utopische Vorstellung. Welche aber imponiert, so ganz realistisch betrachtet: Stellt euch eine solche Welt einmal vor. In der man zur Arbeit geht, sich bildet, Waren und Dienstleistungen bereitstellt, nur damit es der Menschheit besser geht. Konflikte werden nach Möglichkeit durch Diplomatie gelöst, der Einsatz von Waffen kommt nur in sehr notwendigen Fällen vor. Es gibt keine Armut, keinen Hunger, keine Benachteiligung durch die soziale Herkunft.

Oh, ein Trekkie! Ja, eine wundervolle Welt, erzähl mir doch bitte mehr über die Veränderung der ganzen Welt (* Sternchen) – sehr viel Text innendrin.
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5 starke Gründe für die Unwählbarkeit der FDP

September 14, 2009 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 3 Comments 

Um’s direkt klarzustellen: Ich halte CDU für noch ein Stückchen unwählbarer, die SPD für unorganisiert und prinzipienuntreu und die Grünen sind eben die Grünen. Trotzdem widme ich mich der FDP – wieso? Nun, CDU-Wähler, so habe ich es oft wahrgenommen, sind ziemlich unbelehrbar, auch wenn ich sehr gerne mit diesen diskutiere; die SPD zerfleischt sich selbst und arbeitet hart an “20%-X” und die Grünen… ja, die Grünen. Gut, sie haben Hartz4 verbockt, den Krieg in Afghanistan mit zu verantworten, in Hamburg ein Kohlekraftwerk bauen lassen und das sinnfreie (und willkürliche) Dosenpfand eingeführt und… das sind schon 4 Gründe, weshalb ich da nicht weiter drauf rumreiten will.

Die FDP jedoch, die macht mir Angst. Was ganz interessant ist, denn die FDP hat Forderungen, die auch von der Linken stammen könnten, nur mit einem entscheidenden Unterschied: Die Linke will den Staat in die Verantwortung ziehen, die FDP fordert die Privatisierung von so ziemlich allem. “Der Markt wird’s schon regeln” ist ihr Credo, welches abwertend von einigen Leuten auch als “falsch erkannter Sozialdarwinismus” bezeichnet wird. Ich persönlich denke ebenso, dass diese Marktregulierung zwar eine schöne Theorie darstellt, in der Praxis aber sehr viele Nachteile birgt. Ich möchte im folgenden Text fünf Punkte behandeln, weshalb ich die FDP zur Bundestagswahl in 2 Wochen für unwählbar halte. Bereit? Let’s fetz.

1. Die Privatisierung des Gesundheitssektors

Ich würde zu weit gehen, wenn ich sagte, dass die FDP die gesetzlichen Krankenkassen gänzlich abschaffen möchte, allerdings sollten diese -wenn’s nach der FDP geht- nur noch die allernötigsten Leistungen bezahlen; jeder Mehraufwand muss durch persönliche Vorsorge gedeckt werden. Wisst ihr, an was mich das erinnert? An die USA, wo Obama gerade versucht, das privatisierte Gesundheitssystem zu reformieren. Dort gibt’s auch Notfallambulanzen, welche sich derer annehmen, welche keine Krankenversicherung besitzen. Es stellt sich die Frage: Möchte ich das auch in Deutschland so?

Meine ganz persönliche Antwort darauf: Nein, möchte ich nicht. Ich halte sogar die Leistungskürzungen der gesetzlichen Kassen für ungerecht und kapitalistisch orientiert. Ich weiß, dass das Beispiel langsam abgenutzt ist, aber so wurde es bei Brillen und Zähnen gemacht. Von der Ulla Schmidt, damals, mit Unterstützung der FDP. Natürlich übernehmen die Kassen noch geringe Zahlungen, jedoch sind Gebiss oder Brille besonders für ältere Menschen oft unbezahlbar geworden. Und nun ratet mal, welche Bevölkerungsgruppe die meisten Brillen und Zähne benötigte. Was glaubt ihr, wie viele Millionen und Abermillionen das in die gesetzlichen Krankenkassen gespült hat, diese “kleine” Kürzung der Leistung. Vielleicht ist’s auch zu alt, daher ein neueres Beispiel:

Kopfprämien. Großartig, oder? Ärzte lassen sich von den Krankenhäusern und z.T. auch Privatunternehmen bezahlen, dass sie ihnen einen Patienten zur Behandlung schicken. Sollte die Gesundheit des Menschen wirklich nachrangig gegenüber finanziellen Interessen sein? Wenn ich der FDP glauben darf, dann sollte das wohl so sein, “der Markt wird’s regeln”. Wie viele Menschen müssen erst falsch behandelt werden, bevor jemand merkt, dass Kapitalfluss nicht alles im Leben ist? Ich möchte es nicht herausfinden müssen.

Dieser Grund wäre für sich genommen schon genug, die FDP nicht zu wählen. Nun stellt euch vor, ich habe derer noch 4. Und ein kleines Fazit. Lesen!
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