2010 nichts Neues: Fear, Uncertainty and Doubt.
Seit es im Jahr 2001 zum Angriff auf die westliche Welt in den USA kam, befindet sich jeder Mensch in Angst. Terrorismus, wohin man auch schaut und dem einher gehen die Verschärfungen der Sicherheitspolitik. Etwas mehr als 8 Jahre nach den Anschlägen hat dieser Prozess mitnichten ein Ende gefunden – im Gegenteil. Wer wäre ich, wenn ich das Jahr mit seriösem Journalismus beginnen würde; hier gibt’s Details zur Weltverschwörung!
Nun, vielleicht nicht so echt, aber es ist schon bemerkenswert, wie dieses Ereignis die Welt verändert hat. Einen Tag nach den Anschlägen meinte mein damaliger Geschichtslehrer —Gott hab ihn selig—, dass die Welt sich in einem Maße verändern würde, welches wir uns nicht vorstellen könnten. Ich hielt das in meinem jugendlichen Leichtsinn für Blödsinn. 8 Jahre später schaut man zurück und fürchtet sich vor der Zukunft. Es ist sicherlich schwierig, alle Maßnahmen und Ideen zur vermeintlichen Sicherheitssteigerung noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, aber – versuchen kann man’s ja.
Der Kampf gegen die Freiheit
Zunächst gab’s radikale Verschärfungen an allen Flughäfen und über das Gepäck, welches man in ein Flugzeug mit hinein nehmen durfte. Ich weiß nicht, wie’s davor war, heute ist die Liste vermeintlicher zu-Anschlägen-geeigneter Gegenstände lang: Rasierschaumflaschen (besser: Flüssigkeitsbehälter aller Art), Nagelfeilen und spitze Gegenstände, Glas- und Schneekugeln – solche Dinge führen lediglich Terroristen mit sich. Gut, ich kann’s nachvollziehen, niemand braucht diesen Kram wirklich im Flugzeug und auch Messer gehören dort nicht hin. Wobei ich zuletzt eine interessante These hörte: Alle Waffen erlauben; es findet sich bestimmt immer ein Held mit Waffe im Flugzeug, welcher dann alle rettet, weil er nichts zu verlieren hat. Oder so. Gut, lassen wir’s so stehen, ist eventuell nicht die dümmste Idee, manche Gegenstände nicht mit sich zu führen.
Es gibt aber ne Menge dumme Ideen, die aus Angst erwachsen. Neugierig? Oder besser: Ängstlich?
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(r)Evolution: Wie die digitale Welt die reale hinter sich gelassen hat.

Vorweg: Wenn morgen das Christkind kommt, dann gibt’s bis zum Jahresende nur noch Erfreuliches. Ich weiß zwar nicht, wie sich das konkret darstellen wird, aber diese Tristesse am Jahresende ist beim besten Willen nicht zu ertragen. 2009 war nun wahrlich kein sehr frohes Jahr für mich und die deutsche Politik, vielleicht wird 2010 besser. Und darauf kann man sich einstimmen. Zuvor wird’s noch einmal ganz bitter, zwei verschiedene Handlungsstränge, die in einem zentralen Problem kumulieren. Und dieses Problem wird die Gesellschaft in einer Weise verändern, wie wir es uns nicht vorstellen können. Im Guten, wie im Schlechten und die negative Version des Szenario blenden wir gekonnt aus. Vorweihnachtliches Gesellschaftswunschträumen, sozusagen. Ok, ehm, los.
Es war einmal…
Die erste Szenerie beinhaltet einen sehr guten Freund von mir, welcher ein interessantes Timing an den Tag legte: Während es im schönen Saarland bei -15°C wirklich unterträglich war, befand er sich vier Tage mit seiner Freundin in Dublin, Irland. Nach seiner Rückkehr sprach er den folgenschweren Satz aus: “Jetzt, da ich das erlebt habe, weiß ich überhaupt nicht, was Menschen gegen den Überwachungsstaat haben.” — bitte wie? Er berichtete weiter von dem Vorteil, dass man sein Gepäck in einem vollen Doppeldeckerbus unbeaufsichtigt liegen lassen kann, etwas, das man in Deutschland mit gutem Grund niemals tun würde. Mh. Natürlich ist das, auf den ersten Blick, ein Vorteil. Sehen wir uns jedoch London an, dann ist dort die Kriminalitätsrate trotz der ständigen Überwachung nicht in hohem Maße gesunken. Und würden wir wirklich wollen, dass “der Überwachungsstaat” ständig über all meine Tätigkeiten bescheid weiß? Ist das nicht ein bisschen sehr Stasi? Darf man das sagen? Nächster Handlungsstrang.
Seit neulich besitze ich einen Account beim Monsternetzwerk facebook. Bei der Anmeldung schlug mir der Dienst in enger Kooperation mit Google vor, meine Kontakte doch zu importieren. Ich fand dabei einen alten Bekannten, den ich addete. Wenige Minuten später unterhielten wir uns per IRC darüber, wie eng vernetzt, überwacht und kontrolliere die Welt doch ist. Sind wir ehrlich: Jeder von uns hat bei mindestens einem Social Network einen Account mit mehr oder minder heiklen Informationen, oft frei zugänglich für die ganze Welt. Wir geben unsere Informationen unbedacht heraus, sind prinzipiell bereit zur Kommunikation und zahlen dafür einen hohen Preis. Damit verhalten wir uns eigentlich genau so, wie sich ein Überwachungsstaat das wünschen kann: Jede unserer Aktionen, unsere sozialen Beziehungen, alles ist frei verfügbar.
Wie bringen wir diese beiden Geschichten zusammen? Mit einer einfachen Frage: “Würde ‘der Staat’ ein soziales Netzwerk aufbauen, in dem man sich anmelden und seine Informationen preisgeben kann — würde man dies tun?” Wollt ihr die Antwort wissen und eine wunderbare Vision einer wirklich fortgeschrittenen und aufgeklärten Gesellschaft lesen? Ja? Nehmt euch ein paar Minuten Zeit, es wird ausführlich.
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