Der braune Sumpf, der sich FDP nennt.

März 11, 2010 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · Comment 

Seitdem ich meine linken Neigungen auch öffentlich auslebe, poltert alle Jahre jemand gegen das SED-Vermögen, welches ich persönlich verstecke. Immerhin handelt es sich dabei um sogenanntes Kapital, welches besonders die Neoliberalisten nur zu gerne in ihren Händen hielten. Seit einigen Tagen kursiert nun ein Flugblatt an der Universität des Saarlandes, in welchem dem AStA Verschwendung und “Selbstbedienung” vorgeworfen wird. Prinzipiell ist eine solche Kritik berechtigt, wohl aber nicht im aktuellen Fall. Nocheinmal das Flugblatt.

Na? Wer hat’s erkannt? Ja, es handelt sich um die größte und erfolgreichste Anti-Nazi-Demo (”Blockieren”), die es bisher gab. Es gab ein fulminantes Presseecho, sehr viele Menschen und Organisationen haben sich daran beteiligt, damit der braune Mob seinen aktiven Geschichtsrevisionismus nicht auf die Straßen tragen konnte. Eine kleine Sternstunde, so sollte man meinen — doch die liberale Hochschulgruppe sieht das anders. Sie schreibt tatsächlich von einer “Reise” zu einer “privaten, politischen Demo”. Wie kann das sein? Die Linke.SDS hat recherchiert und ich republiziere.

heil_liberale

Es folgt ein Kommentar und Einzelheiten zur Historie der FDP sowie zahllose interessante und sicher nicht jedem bekannte Informationen zur sogenannten liberalen Politik. Mit anderen Worten: Sehr viel Text. Oder: Ein prächtiges Stück Agitation und Aufklärung. Weiterlesen lohnt. Nehmt euch die Zeit.
Read more

Vierzehn Wochen. ein Weiteres.

Februar 12, 2010 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 2 Comments 

Zwei Pamphlete sind schon geschrieben und es scheint, als gäbe es auch in den nächsten Wochen noch genug an der deutschen Politik zu bemängeln. Was haben wir alles erlebt und welche Ergebnisse hat’s gebracht? Zumindest was die Resultate anbelangt, gibt’s ein schönes Fazit: “Nix.” Die Schweinegrippe ist an uns vorübergezogen, das Klima wurde nicht gerettet, was es uns zur Zeit mit eiser Hand demonstratiert. Bildungsstreiks gibt’s noch immer, denn geändert hat sich nicht viel, und die Wirtschaft ist nicht gerettet, im Gegenteil.

Man möchte meinen, unsere Regierung habe das Ruder in der Hand, wenn man bedenkt, was vor der letzten Wahl so versprochen wurde. In Wahrheit sind einige Regierungsmitglieder schiffbrüchig, andere liegen auf dem Sonnendeck. Der Posten im Ausguck wechselt sich ab, jeder darf mal rumschreien. Do kann ich verstehen, dass ein Posten in einer solchen Regierung vielen Menschen wünschenswert erscheint. Mir ebenso.

“Atommüll voraus!”
Wird das Schiff von Hand betrieben? Nein, es fährt, selbstverständlich mit Atomkraft. Seit neulich ist der Iran offiziell Atommacht und Deutschland darf keinesfalls technologisch dahinter liegen. So unsympathisch man Herrn Achmadinedschad auch finden mag, so beteuert er selbst immer wieder, angereichertes Uran nur zur friedlichen Nutzung der Kernkraft herzustellen. Na klar will er die Bombe haben. Jeder will die Bombe. Weil es die Bombe ist. Wir haben die Bombe, zumindest auf Deutschem Boden stationiert. Wer die Bombe hat, wird von allen respektiert. Die Bombe. Es ist beschämend.

Doch bleiben wir in unserem Land: Wir haben erfolgreich die Laufzeit einiger Kernkraftwerke verlängert, während wir die Frage nach dem sicheren Verbleib des atomaren Mülls einfach vermieden haben. Nun mag man sagen, wir brauchen die Atomkraft noch eine Weile als Brückentechnologie. Ich sehe das nicht so. Von allen Entscheidungen, die unter Rot-Grün anno dazumal getroffen wurden (und von denen die meisten totaler Bockmist waren), war der Atomausstieg die fortschrittlichste Entscheidung, die man treffen konnte. Es wäre doch das Mindeste gewesen, zumindest an diesem bestehenden Ausstieg festzuhalten. Es ist ja nicht nur so, dass damit Millionen an Steuereinnahmen zusätzlich verplempert werden müssen, es ist eben auch das “Wohin mit den verdammten Brennstäben?!”.

Wobei — die mittlere Halbwertzeit von Uran liegt bei etwa 700 Mio Jahren. Irgendwie könnte man das Problem aussitzen. Politisch korrekt ausgedrückt: Wir kreieren neue Herausforderungen für die kommenden Generationen.

“Gibt’s denn keine guten Neuigkeiten? Gar nichts? Sag doch mal was zum Geld!”
Read more

Der Blick über den Teich: Obamas Sammelsurium zu 2010.

Februar 8, 2010 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 1 Comment 
cthulhu_usa_artmod_teaser

Die ersten 100 Tage der neuen deutschen Regierung werden mehrheitlich als Fehlschlag gesehen; dementsprechend sind die Reaktionen der Politiker. Eigentlich war’s im Wahlkampf schon erkennbar: Große Wunder wird keine Partei vollbringen. Doch insgeheim sehnt sich der Deutsche nach charismatischen, überzeugenden Politikern — so wie Obama einst. Er wurde umjubelt, als Retter der Nation gefeiert. Mehr als ein Jahr nach seinem Amtsantritt muss man leider sagen, dass vom ehemaligen Glanz nicht mehr viel übrig ist. Vielleicht ließe sich auch ein spöttisches “Wir schaffen in 100 Tagen, wofür Obama ein Jahr brauchte” einwerfen.

Während die deutsche Politik allerdings im Nebel stochert, gibt’s in den USA konkretere Vorstellungen davon, wie das Jahr 2010 zu gestalten sei. Lohnt ein Blick über den Teich? about.com hat eine Übersicht darüber erstellt, welche Ideen und Ziele Barack Obama für 2010 verfolgt. Es wäre eine Schande, diese unkommentiert zu lassen. Sehen wir, was er zum State of the Union vom 27. Januar so meint.

The Economy

  • “A fee on the biggest banks” who “can afford a modest fee to pay back the taxpayers who rescued them in their time of need.”
  • “Extended or increased unemployment benefits for more than 18 million Americans.”
  • “Made health insurance 65 percent cheaper for families who get their coverage through COBRA.”

Die Banken werden in die Verantwortung gezogen, eine Hilfe für 18 Mio arbeitslose Amerikaner und eine günstigere Krankenversicherung für manche. Mit anderen Worten: Das Gegenteil von dem, was man bei uns versucht: Die Banken sind nicht verpflichtet, Gelder zurückzuzahlen, Hartz IV bekommt bestenfalls einen neuen Namen und Zusatzbeiträge und Kopfpauschale für die Krankenkassen. Gut, es gab diese Kindergelderhöhung, welche aber eher als Geste des guten Willens zu verstehen ist. Wie erfolgreich wer sein wird, wird sich erst im nächsten Jahr beurteilen lassen. Stellen wir uns lieber die Frage: Was ist der größte Nachteil der amerikanischen Politik?

Sie kostet. Geld, das weder die USA noch wir besitzen. Wie sieht also die Finanzierung aus?

Jetzt: Der US-Haushalt für das Jahr 2010 in allen Einzelheiten, kritisch kommentiert. Mit Wirtschafts- und Steuerpolitik, Militär, Bildung, Wachstum und einigen wenigen Ideen, die Hoffnung machen. “Start frei für’s zweite Jahr, Herr Präsident.”
Read more

Interview mit Friedrich von Haber

Februar 3, 2010 · Posted in think-strange.de · 2 Comments 

Ich hatte vor wenigen Stunden die Gelegenheit für ein exklusives Interview mit einem hohen Tier einer Gewinnspielvermittlungsagentur. Sehr brisantes Material, das, wird vermutlich auch bald auf Wikileaks veröffentlicht. Oder so. Ein kleiner Skandal — jetzt für euch.

Guten Tag, Herr von Haber, schön, dass Sie heute bei uns sind. Vielleicht könnten Sie sich kurz vorstellen?
Hallo, sehr gerne. Mein Name ist, wie Sie schon erkannt haben, Friedrich von Haber. Ich bin Vorsitzender der Vereinigung der Gewinnspieleintragsdienste. Als solcher bin ich dafür verantwortlich, dass Menschen, die an Gewinnspielen teilgenommen haben, auch ihren legitimen Gewinn erhalten. Als Vorsitzender bin ich selbstverständlich nicht nur für Bürokram zuständig. Jeder leitende Mitarbeiter verfolgt die Gewinnübergabe von Anfang bis Ende.

Erzählen Sie uns davon.
Nun, als Erstes kontaktieren wir den glücklichen Gewinner am Telefon. 24 Stunden täglich. Sie haben ja keine Ahnung, wie viele Geld- und Sachpreise täglich gewonnen werden! Da kann der Schreibkram schonmal liegen bleiben. Es ist auch der Grund, warum wir noch keine Webpräsenz einrichten konnten, wofür ich mich entschuldigen möchte. Wie dem auch sei, hauptsächlich sitze ich am Telefon und überbringe den Leuten gute Nachrichten.

Sie sagten, Sie würden die Gewinnübergabe bis zum Ende verfolgen?
Natürlich, diese Gelegenheit gibt es aber nicht oft. Lassen Sie mich Ihnen die Situation schildern: Obwohl ich täglich viele hundert Anrufe tätige und den Menschen von ihrem Glück erzähle, ist die Rückmeldequote unglaublich gering. Wir melden uns mehrfach bei den Gewinnern und dennoch möchte niemand seinen Gewinn abholen! “Hilarious”, wie man in der Fachsprache sagen würde.

Lesen Sie das gesamte Interview.
Read more

“Warum die CDU doch nicht ganz unrecht hat”

Dezember 21, 2009 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 2 Comments 

Wie? Was schreibt der aSak da? CDU? Geht’s noch? Selbstverständlich. Es ging um Basisdemokratie, im letzten Beitrag, quasi ein Wunschthema. Ein guter Freund von mir beteiligte sich rege daran und sonst — fast niemand. Ganz basisdemokratisch wurde also dieses Thema gewählt; gleichzeitig bietet es mir die Möglichkeit, die Schwachstellen basisdemokratischer Systeme zu zeigen: 1) Sie sind anfällig für Manipulation. 2) Sie bringen selten stabile Mehrheiten zusammen. Was mitunter ein Grund dafür sein dürfte, dass die Basisdemokratie als Staatsform bisher selten zur Anwendung kam.

Ich könnte nun verschiedene nicht-so-sehr-demokratische Gedankenkonstrukte durchspielen, welche sowohl Vorteile der repräsentativen Demokratie, der Basisdemokratie als auch sonstiger Systeme in sich vereinen könnten — doch sind wir ja alle Demokraten. Wir wären es zumindest gerne. Das ist der Grund dafür, dass ich nur kurz zum Abschluss der Einleitung auf die Idee des Delegated Voting hinweisen möchte. Wäre zumindest ein Ansatz. Doch nun zu meinen Lieblingsparteien: Union und FDP.

Schon der letzte Satz ringt mir einiges ab, doch der “gesunde Pluralismus” sollte vor Weihnachten zumindest anklingen. Wie die soziale Kälte, welche gerade durch mein weit geöffnetes Fenster in dieses Zimmer Einzug hält. Sehen wir mal, wie viele gute Worte ich für unsere aktuelle Regierung finde. So schwer kann’s ja nicht sein.

Augen zu und durch! Wird ein langes Stück Text.
Read more

Dreieinhalb Wochen. ein Pamphlet.

November 21, 2009 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 3 Comments 

So lange befindet sich das Kabinett Merkel II jetzt im Amt. Es wäre viel interessanter, wenn heute zufällig genau 4 Wochen vergangen wären, aber man kann ja nicht alles haben. Dreieinhalb Wochen schwarzgelbes Deutschland, gibt’s denn schon etwas vorzuweisen? Ich meine, irgendwas muss ja schon passiert sein. Zum Beispiel…

die Besetzung deutscher Universitäten
Dass die Bildungspolitik der letzten Jahre in Deutschland verheerende Folgen haben würde, war mir schon bewusst; ich hätte dennoch nicht geglaubt, dass es so schnell gehen würde. Nehmen wir das Saarland oder besser: seine Universität in Saarbrücken. Der Musiksaal, Gebäude C5.1, ist vermutlich auch am Wochenende besetzt. Während Donnerstag und Freitag noch regulär Vorlesungen stattfanden, ist zumindest geplant, ab Montag auch den Unterrichtsbetrieb einzustellen. Leider dachte ich bisher nicht an Fotos, mea maxima culpa. Präsident der Universität des Saarlandes ist Volker Linneweber, der zumindest in der Philosophischen Fakultät unter den Studenten keinen besonders guten Ruf besitzt.

Warum besetzt man Universitäten, in Deutschland wie in Österreich? Nun, es geht –wie könnte es auch anders sein– um Studiengebühren, Lernbedingungen, Förderung von Studenten, G8, das Bachelor-Master-System und den Bologna-Prozess und viele weitere Dinge, die zusammen einen großen Haufen bilden. Lösungsvorschläge zu den angesprochenen Problemen gibt es wohl zu Genüge, doch scheint das Thema an der Bundesregierung noch völlig vorbeizugehen. Da, die Schavan zum Beispiel, die ich vor Kurzem noch nicht zu böse charakterisierte. Will mehr BAföG für die Studenten. Ist von allen Ideen wohl diejenige, die den Studenten noch am Wenigsten bringt, denn mehr Geld vom Staat bedeutet auch mehr Schulden beim Staat. Im Gegensatz zu diesem kalkulieren Normalbürger jedoch nur das Geld ein, das sie besitzen. Sonstige Lösungen – Fehlanzeige.

Als Konsequenz wird wohl auch die Kultusministerkonferenz im Dezember in Bonn bestreikt. Ob es hilft? Die Chancen sind erstaunlich gering. Es stellt sich die Frage: “Wie lange kann eine Regierung ein Problem aussitzen?” – wobei es doch im Interesse aller ist, kompetente und richtungsweisende Lösungen zu finden. Nur zu viel Zeit sollte man sich nicht mehr lassen…

Neues von der Zombiegrippe
…nein, lassen wir das. 100.000 Deutsche sollen schon infiziert sein, wir sind ein einziger Suchenherd! Schließt die Grenzen, Flughäfen und Häfen – shutdowneverything! Sonst ist’s zu spät! Ehm — verzeiht mir meine Panikattacken. Diese latenten Biester wird man einfach nicht los. Und da kann auch die Regierung nichts dran tun, denn der Impfstoff, den man vor der Grippesaison bekommt, ist erst nach der Grippesaison verfügbar. Nicht dass man sich dagegen impfen lassen sollte; die Letalität von H1N1 ist weit weniger dramatisch, als man das zunächst vermutete. Die Pointe:

Weil sich weit weniger Menschen als erwartet impfen lassen möchte, wird der Impfstoff früher oder später seinem Haltbarkeitsdatum erliegen. Da gehen sie hin, unsere Steuermilliarden. All diejenigen, welche die Hoffnung auf die Zombieepidemie noch nicht aufgegeben haben, werden weiterhin abwarten müssen. Ich möchte an dieser Stelle nocheinmal nachdrücklich die Referenz für die Zombieapokalyse verweisen, Max Brooks’ meisterlicher Zombie Survival Guide: “Überleben unter Untoten”. Der Renner für unter den Weihnachtsbaum. Und nun widmen wir uns lieber wieder der Realität.

Wirtschaftskritisches Allerlei.
Der Dauerbrenner seit mehr als einem Jahr. Man prognostiziert für 2010 mittlerweile eine Arbeitslosenquote von fast 10%, Kurz- und Leiharbeit soll ausgeweitet werden. Ist für die Firmen in der Krise natürlich günstiger und würde ich eine große Firma leiten, so täte ich nichts anderes. Sonst ist man ja nicht mehr wettbewerbsfähig. Wettbewerbsfähig, ein wundervolles Wort. Sonst wandern die Firmen ab, ins Ausland. Mindestlohn lässt Firmen ebenfalls auswandern. Deshalb gibt’s das hier auch alles nicht und niemand weiß, wie tief der Karren eigentlich im Dreck steckt oder ob er gar noch einen Wohnwagen zieht. Wachstum, das brauchen wir, ungehindertes tumorartiges Wachstum. Und dann schlägt die beste Prognose der Woche ein:

Wir Deutschen sterben noch immer aus. 2060 wird’s von uns nur noch zwischen 65 und 70 Millionen geben und jeder Dritte ist über 65. In ~50 Jahren. Denken wir uns doch einmal 50 Jahre zurück, ins glorreiche 1959. In dem Jahr hat sich beispielsweise Fidel Castro in Kuba niedergelassen. Kalter Krieg und so, die USA gegen die Sowjetunion. Jene Sowjetunion, welche wiederum seit ~20 Jahren nicht mehr existiert. Oder Heinrich Lübke wurde 1959 Bundespräsident, China annektierte Tibet und im Saarland wurde die D-Mark offizielles Zahlungsmittel. 1959 hat Deutschland 72.542.990 Einwohner. Und kein einziger dieser damaligen Bürger hat sich vermutlich angemaßt, zu wissen, wie die Bevölkerungsstruktur im Jahr 2009 aussieht. Jetzt mal ganz ernsthaft:

Solche Sachen könnte sich ein Drehbuchschreiber gar nicht ausdenken. Weiterhin ist nicht nur die Statistik an sich ein totaler Witz, sondern auch ihr Nutzen: Wem helfen diese Spekulationen? Das kostet doch Geld, das wir nicht haben, obwohl wir doch im nächsten Jahr 89.000.000.000 Euro neue Schulden machen wollen. Die entscheidendenn Frage an meine Bundesregierung: “Wisst ihr eigentlich, was ihr da im Moment tut?” und “Ganz sicher?”

Ja aber…

Genau! Ja aber! Seien Sie eingeladen, den gesamten Text zu lesen. Schauen Sie nur.
Read more

“Wir werden doch verarscht, so sieht’s aus!”

April 27, 2009 · Posted in welt-sicht.de · 6 Comments 

Viele Kleinigkeiten, mal wieder, und so wenig Motivation, mir dafür großartige Texte aus den Fingern zu ziehen. “Ich hab ne Leserschaft”, glaube ich zumindest, “da sollte ich mich zusammenreißen”. Das tu ich dann mal und rege mich als allererstes über die Nachrichten auf, die gerade auf dem Laptop neben mir flimmern.

Die Schweinegrippe ist da, wir werden alle sterben!

Hua! Mexico ist im Moment schon gebeutelt – Erdbeben und Pandemie in einem Land. Da sind die Italiener doch noch gut weggekommen, hatte Herr Berlusconi mit seinen fragwürdigen Äußerungen wohl doch Recht behalten. Darum geht’s aber nicht: Neue Seuche! zomg! Nun, ich will nicht die Erkenntnisse der Herren Wissenschaftler in Frage stellen, aber ist es wirklich nötig, immer Zeter und Mordio zu schreien, sobald sich ein Mensch mit irgendeiner Krankheit infiziert? Und: Glaubt euch das eigentlich noch wer?

Ich meine, seit ich ein kleines Kind war, hörte man jedes Jahr von neuen Horror-Seuchen und wenn ich Schweinepest, Rinderwahnsinn, Vogelgrippe nenne, dann sind das nur die Beispiele aus der kürzeren Vergangenheit. Ja, was ist denn zum Beispiel mit der Vogelgrippe? Letztes Jahr wurden Unmengen deutschen Geflügels bei lebendigem Leib verbrannt, was moralisch und wirtschaftlich verwerflich ist – und dann war’s das? Ja, es starben ein paar Leute daran, aber (ohne gemein sein zu wollen): Und? Es sterben jährlich auch sicher ein paar Menschen an herabfallenden Backsteinen, auf die Idee einer allgemeinen Helmpflicht würde man deshalb aber nicht kommen.

Trotzdem dreht die WHO gerade wieder am Rad – die Schweinegrippe sei doch von Mensch zu Mensch übertragbar! Und sie sei tödlicher als die “normale” Influenza – was ein Käse, Leute. Zunächst einmal halten wir fest, dass die Grippe, wie wir sie kennen, ohnehin jährlich einige Todesopfer fordert. Dann nehmen wir die Schweinegrippe, deren neuer Subtyp vor Allem eines ist: neu. Es gibt vermutlich noch keine Statistik darüber, wie gefährlich das Virus ist, geschweige denn, dass solche Behauptungen haltbar wären, es sei “tödlicher”. Lassen wir das einfach, nächstes Jahr ist’s eh wieder eine neue Panikmache.

Erst wenn die Zombie-Pandemie kommt, werde ich mich dementsprechend vorbereiten.

/ Update: Ja, es ist mir bewusst, dass natürlich von der Grippe potentiell eine Gefahr ausgehen kann, nicht zuletzt, weil ein ähnlicher Erreger anno dazumal für die Spanische Grippe verantwortlich war. Ich unterstütze auch prinzipiell als wirksam erwiesene Impfungen. Und trotzdem werde ich in dieser Hinsicht nicht den Weltuntergang herbeireden, bevor er denn eintritt – Panikmache gibt’s in den Medien schon genug.

Und täglich grüßt die von der Leyen

Ich kann gar nicht so viel kotzen, wie ich kotzen möchte. Ich bin es genauso Leid wie die meisten Leser, aber ich möchte die vielzitierte Stelle selbst noch einmal zitieren, damit sie mir noch einmal auf der Zunge zergeht:

“Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft” (von der von der Leyen)

Himmel, Arsch und Zwirn!
Read more

GOLD GRATIS!

April 4, 2009 · Posted in think-strange.de · Comment 

Jetzt, da ich eure ungeteilte Aufmerksamkeit besitze, kann ich’s ja sagen: Noch immer keine Zeit, ich habe, bei Yoda zur Schule ich gehe. Dafür gibt’s einen tollen Bericht über Spam. Zwar nicht neu und nicht für jeden lustig, aber wo bekommt man sonst schon Gold gratis zum niedrigen Preis und mit tollen Vorzugsangeboten.

Wirtschaftskrise die Drölftausendste

März 14, 2009 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 1 Comment 

Wer näher verstehen will, wie so eine Wirtschaftskrise funktioniert, dem sei dieses kleine Erklärbär-Video ans Herz gelegt

Die Fortsetzung gibt’s unter…
Read more

Ideen für eine bessere Welt: Einhundert Milliarden Dollar!

März 3, 2009 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 2 Comments 

Erinnert ihr euch noch daran, als wir uns darüber aufregten, dass die KfW 550 Millionen Euro in den Sand gesetzt hatte? Peanuts! Ich habs doch immer gesagt! Neues auf den USA: AIG, einer der größten Versicherer der Welt, hat es im vierten Quartal 2008 geschafft, einen Verlust von 61,7 Milliarden Dollar zu bilanzieren. Das ist, wenn ich nicht ganz falsch liege, ein neuer Rekord. Der Gesamtverlust 2008 lag bei fast 100 Milliarden US$. 100.000.000.000 USD! Obwohl der Versicherer schon Finanzspritzen der USA in Höhe von mehrstelligen Milliardenbeträgen bekam!

Dow Jones auf TalfahrtDie direkte Folge dieser Nachricht: Der Dow Jones fällt auf einen Stand, so schlecht wie zuletzt vor 12 Jahren, der DAX fällt 6 Jahre zurück. Und das alles ist doch erst der Anfang, die Wirtschaftskrise hat doch 2009 erst richtig Talfahrts-Geschwindigkeit zugelegt! Am 30. Mai ist der Weltuntergang… – oder so.

Einhundert Milliarden Euro. Diese Zahl muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, so formvollendet. Selbst in heimischer Währung -80 Milliarden Euro- klingt sie wie Musik in meinen Ohren. Der Durchschnittsmensch kann sich solche Summen eigentlich nicht vorstellen, genauso wenig, wie wir verstehen, was ein solches Unternehmen damit machen könnte. Aber ich kann es versuchen.

Die Summe reicht zum Beispiel aus, um jedem einzelnen Menschen auf der Welt etwa 15$ zuzuweisen. Sie würde ausreichen, um (bei einem vermutlich zu niedrig geschätzten Preis von 2.000 $ für einen Brunnen in Afrika, der wiederum vielleicht 50 Menschen versorgt) insgesamt Fünfzig Millionen Brunnen in Afrika zu bauen. Das hätte in meinem fiktiven Beispiel das Überleben von 2.500.000.000 Menschen in Wassermangelgebieten gesichert. Nein, das kann nicht sein, da muss ein Fehler sein…

Ok, sagen wir, wir brauchen 10.000 USD, um 4 Menschen in Entwicklungsländern Zugang zu Wasser und Grundnahrungsmitteln zu gewähren. Das sind dann -ich werfe schnell den Taschenkopfrechner an- schon gleich nur noch 40.000.000 Menschen, klingt doch gleich viel realistischer. Vierzig Millionen Menschen. Puh.

Du willst mehr deprimierende erheiternde nachdenkliche Ideen lesen, was man mit solchen Summen tun könnte? Viel mehr? Lies weiter!
Read more