Bildungsstreik ‘09 im Saarland: “Heißer Kaffee!”<
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Kennt ihr das, wenn ihr ein paar Worte zu einem Thema verlieren wollt, euch aber eigentlich nichts Außergewöhnliches einfällt? Ich nicht. Zum Glück, sonst wüsste ich ja nicht, was ich gleich schreibe: “Der Musiksaal der Universität des Saarlandes ist weiterhin besetzt.” — soweit unspektakulär. Bemerkenswerter ist die politische Unterstützung, welche “die Hippies” erfahren. So erschien gestern Heiko Maas, leider-nicht-Ministerpräsident des Saarlandes, heute die ehemalige Grüne Barbara Spaniol. Leider konnte ich mich an den Diskussionen nicht beteiligen, denn das Studium läuft trotz der Proteste nicht von selbst und der gar köstliche kostenlose antikapitalistische Streik-Kaffee bringt sich ebenso nicht alleine unters Bildungsbürgertum.
“Heißer Kaffee für umsonst! Frisches Backwerk! Die Tageszeitung oder einfach nur plaudern!” hört sich doch für die allermeisten Studierenden sehr verlockend an. Umso erschreckender ist, mit welcher Verachtung manche Kommilitonen den — wirklich sehr gut organisierten — Protest sehen. Oder noch schlimmer: Indifferenz! Ich meine, wenn ich das so sagen darf, es ist mir unbegreiflich, wie uninteressiert manche Menschen an ihrer eigenen Bildung sind. Wiedereinmal ist uns Österreich voraus und ich bin stolz, zu einem Viertel zu euch zu gehören. “Do legst di nieder”, wenn man sieht, wie viele Studenten sich aktiv an den Aktionen beteiligen.
Obwohl die Resonanz der Studenten auf den Protest überwiegend positiv ausfällt, ist die Beteiligung insgesamt gesehen noch nicht zu groß. Die Debatte wird in den nächsten Wochen allerdings an Fahrt gewinnen, zumindest gehen “alle” davon aus. Und der Kaffee ist ohnehin überzeugend. Vielleicht sollte ich einmal darauf hinweisen: Ja, natürlich gibt es Inhalte, eine ganze Menge und sogar einige wirklich innovative Konzepte. Eines davon, über das ich morgen mehr Informationen einholen möchte, nennt sich “Edukative” und soll eine vierte (oder fünfte) Gewalt in unserer Demokratie darstellen: “Linke Spinner bei der Arbeit.”
Nun meine eigentliche Intention: Ich plane im Laufe des morgigen Samstages zur Universität zu fahren und von dort, bewaffnet mit Digicam und Laptop, einige Impressionen zu sammeln. Immerhin gibt es eindeutige politische Forderungen zu verbreiten, die beim besten Willen keinen Nonsens darstellen. Eigentlich stimmt uns da sogar jeder Politiker zu, nur verantwortlich fühlt sich niemand. Wieso auch Bildung, Firlefanz. Ich werde zumindest meinen kleinen bescheidenen Teil dazu beitragen und die Universität des Saarlandes im Kampf für bessere Bildung digitalisieren. Hoffe ich, wenn alles so geht, wie ich es mir denke. Wenn zu wenig los sein sollte, was ich zumindest von Seiten der Studierenden erwarte, verschiebt’s sich eventuell auch auf Montag. Oder es gibt Footage von morgen und Montag. Brilliant.
Zum Abschluss noch einige Links zum digitalen Bildungsstreik (im Saarland):
- Bildungsstreik 2009 im Saarland: Freie Bildung Saar.
- StudiVZ-Gruppe: Bildungsstreik 2009 – Saarland
- Allgemeine Seite zum Bildungsstreik 2009 in Deutschland
- Bündnis gegen Studiengebühren
- #unibrennt bei Twitter
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