2009, Woche 44: eine sehr kurze digitale Übersicht
Jetzt ist’s geschehen: Ich könnte noch schlafen, wenn ich schlafen könnte, doch weil ich nicht schlafen kann, schlafe ich nicht. Stattdessen sitze ich um kurz vor 9 vor meinem Rechner und ärgere mich moderat darüber. Hier ist’s in letzter Zeit unregelmäßig und ich vermute, es wird dabei bleiben, weil -ich glaub’s selbst noch nicht ganz- mein Real Life dem euren möglicherweise überlegen ist. Leider tendiert meine Laune auf Blogposts am Abend gegen Null, obwohl es an Themen nicht mangelt: Eines davon, mein täglich Brot, die Universität.
Wo fange ich an? Chronologisch die Woche? Sehr einfallslos, das. Akzeptiert. Dienstag 6 Uhr — der Wecker klingelt. Die Disziplin und der frühmorgentliche Lärm sind das Zweitschlimmste am sogenannten Alltag; ich werde mich vielleicht eines Tages daran gewöhnen. Der Zug ist in Ordnung, auch wenn ich meine Zweifel an der deutschen Bahn und einiger ihrer Kunden habe! Doch… Die Pointe in Form eines Haikus.
Bus früh am Morgen
Zusammen Massenpanik
Verdammter Selbstmord
Ich könnte euch noch davon erzählen, was man an der Universität so lernt, als Germanistikerstsemesterstudent, bisher ist’s eigentlich nur Deutschunterricht für Fortgeschrittene. Tu ich nicht. Stattdessen würde ich gerne die erschreckenden Auswirkungen des aktuellen Bildungssystems in die Welt Posaunen. Die Bildungsdefizite, die G8 mit sich bringt, sind verheerend. Deutsche Grammatik mochte wohl kaum ein Schüler, doch wenn ein solcher “Germanistik auf Lehramt, hihi” studieren möchte, so sollte er zumindest wissen, was ein Verb ist. Sei’s drum.
Ich habe eben meinen Tag vorgeplant, niedergeschrieben, was ich alles tun muss, sonst vergess ich alles. Bloggen sollte ich dringend, also tu ich’s jetzt noch. Es gab auch das krasse Gegenteil zu G8, einen Studenten im 13. Semester. Seltene Spezies, heutzutage, aber hartnäckig. Und mittags betrunken. Mh, Studentenpack.
Oh, ich muss noch Werbung machen, bevor ich’s wieder vergesse: Gestern Abend lief der erste Teil der Neuverfilmung des Seewolfs im 2DF. Obwohl er von manchen nicht so gnädig beurteilt wurde, fand ich den Film sehr sehenswert. Eigentlich wollte ich ihn nur Aufzeichnen —das darf man doch, wenn man GEZ bezahlt, oder?—, doch fesselte mich der böse Seemann so sehr, dass ich mich heute darüber ärgere, dass sie einen Zweiteiler draus gemacht haben. Der Roman von Jack London ein Zweiteiler! Barbaren.
Indes bietet’s mir die Möglichkeit, euch den Kauf der DVD nahezulegen. Kapitalismus, hurra! Den zweiten Teil gibt’s am Mittwoch um 20:15 und Freitag im Handel. Und der Preis ist fair.
Ich widme mich jetzt erstmal wieder meinen Büchern. Und warte auf den Postboten mit einem Paket von amazon auf mich. Ironie des Schicksals, oder so etwas Ähnliches. Mh. Prokrastination…
Hab’s vergessen! ZDFneo ist gestartet und ersetzt den ZDFdokukanal, stellt eure Digitalreceiver ein. Voll hip. Musik-TV ohne Klingeltöne, alternative Serien und… ich weiß auch noch nicht. Vielleicht sollte man das im Auge behalten, man zahlt schließlich dafür. Sogar bei Twitter unter @ZDFneo. Nunja… warten wir’s ab.
Vom Sinn und Unsinn des Urheberrechtes und der Piraten
Bisher habe ich mich an der Debatte um die Piratenpartei so ziemlich gar nicht beteiligt. Die Gründe dafür sind nicht zahlreich und es sind eigentlich auch keine Gründe, sondern nur ein Vorurteil: “Die haben kein Konzept.” Ja, ich höre die ganzen Gegenrufe, von wegen die Partei sei noch jung und müsse sich erst entwickeln. Ich finde zusätzlich das Konzept der Netzpiraterie wundervoll und die Tatsache, dass wir mehr Opposition brauchen, wird auch niemand leugnen wollen. Von Anfang an jedoch, als ich vor weit über einem Jahr von den Piraten hörte, wusste ich: “So ganz koscher ist das aber nicht, der Erfolg wird sich noch zeigen.”
Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, liegt es mir fern, die Piraten zu bashen, auch wenn man das vielleicht sollte. Letztlich finde ich es sehr schade, dass potentielle Gegenbewegungen sich, bevor sie etwas erreichen, selbst zerstören. Und nur um’s nochmal klar zu sagen: Holocaust-Leugnen geht selbst in einer ‘liberalen’ Partei nicht. Die ursprünglichen Interessen der Piraten, ja, die vertrete ich, aber nur weil’s in Schweden funktioniert, glaube ich nicht, dass sie das Konzept in Deutschland so einfach kopieren können.
Dabei geht’s doch genau darum: Ums kopieren. Genauer: Um das freie Kopieren von (nach dem aktuellen Recht) urheberrechtsgeschützten Werken. Das, meine Damen und Herren, ist es, wofür jeder Bürger eintreten sollte: Freiheit, sei es im sogenannten Rechtsstaat oder im Internet. Es gibt da diese nette Zeichnung, “Piracy is not theft. It’s piracy!“, die denke ich den Unterschied in grundliegendsten Worten klarzumachen versucht.
Dieser Beitrag steht unter einer Creative-Commons-Lizenz. “Klau mich!”
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Großes Kino: “Wer sind diese Coens überhaupt?”
Von manchen Film-Regisseuren kennt man nicht nur den Namen, sondern kann auch aus dem Stehgreif eine Menge ihrer Werke benennen. Steven Spielberg ist ein ganz klassisches Beispiel: Viele Filme, viele Oscars, der Uber-Regisseur wenn man so möchte. Ethan und Joel Coen sind Brüder, die es noch nicht ins kollektive Gedächtnis meiner Generation geschafft haben. Stellt sich die Frage: “Warum eigentlich nicht?”
Gehen wir noch ein wenig zurück, ein paar Jahrzehnte. Hollywood war zwar auch damals schon Hollywood, aber das Filmgeschäft war noch nicht so weit industrialisiert wie heute. Private TV-Geräte waren mehr Ausnahme als Regel, es gab weniger Filme und die meisten Einzelwerke hatten unbestreitbar einen künstlerischen Anspruch. Die Filme wirken für ein jüngeres Publikum sehr langweilig und wenn wir nicht unbedingt in die USA schauen wollen, dann kann man an dieser Stelle die “James Bond”-Reihe anführen: Es liegen Welten zwischen “Dr. No” und dem 44 Jahre älteren “Casino Royale”. Zusätzlich zum wachsenden Absatzmarkt für Filme, wächst natürlich auch die Anzahl der Produktionen. Ich möchte nicht sagen, dass “alte” Filme per sé einen höheren Anspruch aufweisen, als dies bei neuen der Fall ist, aber ich sage, dass es durch die höhere Verbreitung des Mediums für Macher viel einfacher wurde, auch den größten Schund unter die Leute zu bringen. Dieser Beitrag handelt nicht von jenem Schund, sondern von einer künstlerischen Insel in einem Brackwasser-Ozean.
“Ja, wer sind die Coens denn jetzt? Kommt da noch was?”
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