(r)Evolution: Wie die digitale Welt die reale hinter sich gelassen hat.

December 23, 2009 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 1 Comment 

digitalworld

Vorweg: Wenn morgen das Christkind kommt, dann gibt’s bis zum Jahresende nur noch Erfreuliches. Ich weiß zwar nicht, wie sich das konkret darstellen wird, aber diese Tristesse am Jahresende ist beim besten Willen nicht zu ertragen. 2009 war nun wahrlich kein sehr frohes Jahr für mich und die deutsche Politik, vielleicht wird 2010 besser. Und darauf kann man sich einstimmen. Zuvor wird’s noch einmal ganz bitter, zwei verschiedene Handlungsstränge, die in einem zentralen Problem kumulieren. Und dieses Problem wird die Gesellschaft in einer Weise verändern, wie wir es uns nicht vorstellen können. Im Guten, wie im Schlechten und die negative Version des Szenario blenden wir gekonnt aus. Vorweihnachtliches Gesellschaftswunschträumen, sozusagen. Ok, ehm, los.

Es war einmal…
Die erste Szenerie beinhaltet einen sehr guten Freund von mir, welcher ein interessantes Timing an den Tag legte: Während es im schönen Saarland bei -15°C wirklich unterträglich war, befand er sich vier Tage mit seiner Freundin in Dublin, Irland. Nach seiner Rückkehr sprach er den folgenschweren Satz aus: “Jetzt, da ich das erlebt habe, weiß ich überhaupt nicht, was Menschen gegen den Überwachungsstaat haben.” — bitte wie? Er berichtete weiter von dem Vorteil, dass man sein Gepäck in einem vollen Doppeldeckerbus unbeaufsichtigt liegen lassen kann, etwas, das man in Deutschland mit gutem Grund niemals tun würde. Mh. Natürlich ist das, auf den ersten Blick, ein Vorteil. Sehen wir uns jedoch London an, dann ist dort die Kriminalitätsrate trotz der ständigen Überwachung nicht in hohem Maße gesunken. Und würden wir wirklich wollen, dass “der Überwachungsstaat” ständig über all meine Tätigkeiten bescheid weiß? Ist das nicht ein bisschen sehr Stasi? Darf man das sagen? Nächster Handlungsstrang.

Seit neulich besitze ich einen Account beim Monsternetzwerk facebook. Bei der Anmeldung schlug mir der Dienst in enger Kooperation mit Google vor, meine Kontakte doch zu importieren. Ich fand dabei einen alten Bekannten, den ich addete. Wenige Minuten später unterhielten wir uns per IRC darüber, wie eng vernetzt, überwacht und kontrolliere die Welt doch ist. Sind wir ehrlich: Jeder von uns hat bei mindestens einem Social Network einen Account mit mehr oder minder heiklen Informationen, oft frei zugänglich für die ganze Welt. Wir geben unsere Informationen unbedacht heraus, sind prinzipiell bereit zur Kommunikation und zahlen dafür einen hohen Preis. Damit verhalten wir uns eigentlich genau so, wie sich ein Überwachungsstaat das wünschen kann: Jede unserer Aktionen, unsere sozialen Beziehungen, alles ist frei verfügbar.

Wie bringen wir diese beiden Geschichten zusammen? Mit einer einfachen Frage: “Würde ‘der Staat’ ein soziales Netzwerk aufbauen, in dem man sich anmelden und seine Informationen preisgeben kann — würde man dies tun?” Wollt ihr die Antwort wissen und eine wunderbare Vision einer wirklich fortgeschrittenen und aufgeklärten Gesellschaft lesen? Ja? Nehmt euch ein paar Minuten Zeit, es wird ausführlich.
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Sechs Wochen. noch ein Pamphlet.

December 9, 2009 · Posted in think-strange.de, welt-sicht.de · 5 Comments 

Es waren sechs lange Wochen und obwohl es sicher falsch ist, die meisten Dinge des letzten Pamphlets noch einmal aufzugreifen, werden sich zumindest jene Nachrichten, welche noch immer aktuell sind, auch in dieser Schrift wiederfinden müssen. Dabei ist noch so viel Neues passiert: So dominiert die Klimakonferenz in Kopenhagen aktuell die Nachrichten auf fast allen Sendern und grade eben hörte man einen Fortschritt in der Bildung, wenn ich Frau Schavan im Augenwinkel richtig verstanden habe. Wo anfangen? Vielleicht bei einer kleinen Randnotiz.

IT: Die Lösung aller Probleme
Gestern war doch dieser IT-Gipfel in Stuttgart. Frau Merkel muss dazu einige Worte verloren haben. Zum Beispiel, dass Breitbandinternetanbindungen ganz unglaublich wichtig sind und die IT doch die Lösungen für alle aktuellen Probleme bereitstellen könnte. Ich selbst profitiere davon bestimmt, denn ich trödel mit 3 Mbit durch’s Netz. Leider schien die Rede nicht sehr souverän, glaubwürdig oder interessiert; Frau Merkel wirkte — so sagt man — unsicher und nervös. Nun hätte ich dies recherchieren können, wenn nicht schon vor einigen Minuten über Twitter jene Meldung auf dem Bildschirm erschien:

@netzpolitik:
Ähm… Die Merkel-Rede vom IT-Gipfel gibt es nur im Info-System für Journalisten mit Anmeldung? http://tinyurl.com/yzetc7h

Tarnen und täuschen, vertuschen und behindern. Je mehr ich über die Methoden der Politik nachdenke, umso größer werden alle Zweifel. Es handelt sich jedoch bestimmt wieder nur um ein Missverständnis, da bin ich sicher. Das Ministerium für Wahrheit braucht schließlich einige Stunden für die PR. Spekulationen bleiben allerdings nur eine Randnotiz.

Bildungsstreik 2009 hält sich hartnäckig.
Frankfurt wurde geräumt, ob das rechtens war oder nicht und wie das genau ablief, lasse ich offen. In München gibt’s, soweit ich weiß, ein Ultimatum zur Räumung. Irgendwie bemerkenswert, dass insbesondere Universitäten in, nennen wir’s salopp, reichen Städten betroffen sind. Revolte in Bankfurt, Studenten gegen Schickeria — passt doch nun wirklich nicht ins Stadtbild. Sei’s drum, die morgige Kultusministerkonferenz in Bonn wird sich massiven Protesten stellen müssen, das Saarland nimmt daran teil. Brisante Zeiten, würde man aus historischer Sicht einmal sagen.

Wenn mir das bewusst ist, dann sollte es unseren aktuellen Ministern auch bewusst sein und Frau Schavan scheint tatsächlich gewillt, diese Proteste abmildern zu wollen. Grade eben hieß es im ARD mittagsmagazin, dass auf Initiative unserer Bildungsministerin kurzfristig eine gesetzliche Regelung getroffen worden wäre, die es erlaube, ausländische Studienleistungen und -abschlüsse in Deutschland einfacher anzuerkennen. Wenn dies so stimmt, dann wäre das in der Tat ein Schritt in die richtige Richtung, aber nur ein kleiner. Ich bin mir sicher, dass die Studenten ihre Anliegen am morgigen Donnerstag in angemessener Weise zum Ausdruck bringen werden. Schade, dass ich nicht dabei bin.

Klimakonferenz in Kopenhagen 2009
Der großartige Erfolg des Kyoto-Protokolls forderte natürlich in Hollywood-Manier einen Nachfolger — Kopenhagen. Was darf ich dazu schon sagen, außer meine Meinung: Wir gehen’s falsch an. Ich glaube, ich muss dazu ein wenig weiter ausholen.

Jetzt! Genau jetzt ist der richtige Moment für einen grandiosen Cliffhanger, den ihr nur durch das Weiterlesen auflösen könnt! Seid ihr gespannt, ja?
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