#Sarrazin: “Worüber sprechen wir hier eigentlich?”
Hier sind wir, an dem Punkt, an dem ich mich doch noch einmal zu aktuellen Stimmung im Land äußern möchte, denn ich dachte eigentlich, Deutschland sei heute klüger. Es wird aber zu schwierig, mitten im Thema einzusteigen, weshalb ich zum Einstieg ein Musikvideo empfehlen möchte. Erst lauschen. Oder, wenn ihr grade nicht könnt, erst lesen und später lauschen. Aber lauschen nicht vergessen.
Gut. Jetzt zu Herrn Sarrazin, der Grund für… ja, für was? Empörung? Ganz im Gegenteil, alle Umfragen – selbst in meinem Internetz – geben, das Volk bestätigt ihn. Sein Buch soll vor dem Verkaufsstart in der dritten Auflage produziert worden sein. Und ich fasse mir an den Kopf: Leute, ist das wirklich euer Ernst? Ich gebe zu, der Hitlerwitz war nicht so gut. Ich habe bessere. Das Lachen ist mir eigentlich vergangen.
Inhaltlich kann ich zu dem Buch leider wenig sagen, denn ich werde es mir mit Sicherheit nicht kaufen, nachdem Herr Sarrazin im TV vor sich hin stotterte, dass er die Einnahmen aus dem Verkauf seines Buches mitnichten dazu aufwende, die angeprangerten Missstände auch nur im ansatzweise zu verbessern. Die Missstände. Mit 3 “s”. Die erfundenen Probleme, mit denen Herr Sarrazin den kleinen Nazi in jedem Deutschen aufflammen lässt. Oh, Nazi. Oh, erfunden!
Entschuldigung, es wird emotional. Wer sowas nicht mag, der muss nicht weiterlesen.
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Sommerloch: Neues von Chuck.
Der aSak ist nicht gerade fleißig, was das Bloggen betrifft. Ist ohnehin Sommerloch. Und Twitter gibt’s auch noch. Ich leg mich derweil wieder in die Sonne, wollte euch nur informieren. Mit Musik.
> Gogol Bordello – Wonderlust King
Heute: Die Wahl des Bundespräsidenten.

Es ist gerade so weit und obwohl ich mich in der geistigen Blogsommerpause befinde, komme ich nicht umhin, doch einige Worte vor dem zweiten Wahlgang zu verlieren. Wulff oder Gauck, das sind wohl die Alternativen, wobei Herr Wulff vermutlich gewinnen wird. Wegen der Linken. Ja, die Linke hat Schuld. Weil sie ihre Stimmen Herrn Gauck vorerst vorenthält. Und ich finde das sehr in Ordnung.
Es ist doch so, dass Herr Gauck allein von SPD und Grünen ins Gespräch gebracht wurde. Niemand der dortigen Parteien hat versucht, mit der Linken einen gemeinsamen Kandidaten zu finden. Was heißt das? Nun, die Linke wird, so scheint es mir, als reines Stimmvieh betrachtet. Wir sind, nach Herrn Gauck, nicht regierungsfähig. Wir haben Schuld an der Minderheitenregierung in NRW. Wir werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Mit uns muss man nicht debattieren, sich auf einen Kandidaten einigen.
Ich respektiere das. Es ist allerdings sehr vermessen, von der Linken zu verlangen, dass sie umfällt und nun Herrn Gauck einfach wählen sollte. Ja, taktisch mag das eine Option sein – aber politisch? Herr Gauck ist kein Versöhner. Er befürwortet den Krieg, er hält die Hartz-Gesetze für plausibel. All diese Positionen sind streitbar, doch es wurde nicht darüber gestritten. Sie wurden eingemeißelt und jetzt soll die Linke mitmachen, damit…
Nicht der Wulff!
Ja, damit was? Wulff nicht gewählt wird? Das kleinere von beiden Übeln gewählt wird? Um die Reputation der Linken zu sichern? Glaubt jemand, dass die Linke nach einer Wahl von Herrn Gauck reingewaschen wäre? Eher nicht.
Es ist möglich, Herrn Gauck zu unterstützen – ich selbst würde im dritten Wahlgang wohl umfallen -, doch es ist nicht zu erwarten, dass man “uns” einen Kandidaten vorsetzt und wir einfach sagen: “Jau, klar, machen wir, nur ob der Schmach der CDU”. So funktioniert Demokratie und Meinungspluralität nicht. Es ist natürlich verlockend, die Niederlage für CDU und FDP zu sehen, doch ich kann jeden einzelnen linken Stimmberechtigten verstehen, der seine Stimme nicht an Herrn Gauck gibt. Er hat sie sich nicht verdient.
Jetzt geht’s erstmal weiter. Zweiter Wahlgang. Zum dritten sprechen wir dann wieder.
eine Analogie
SPD: Hey, Linke, wir haben hier einen Kandidaten!
Linke: Nett, ehm.. und der ist schon fest?
SPD: Natürlich!
Linke: Und öhm, wir haben kein Mitspracherecht?
SPD: Wo denkt ihr hin!
Linke: Nun… ok. Und weiter?
SPD: Ja, den wählt ihr in der Bundesversammlung.
Linke: Tun wir das?
SPD: Natürlich, denn sonst seid ihr verantwortlich!
Linke: Aber wir haben doch nichts…
Grüne: Fresse jetzt, nicht reden, wählen.
Is it just me oder ist diese der Realität nachempfundene Situation wirklich unfassbar? Ja, die Wahl des unwählbaren Kandidaten wäre ein Schlag ins gesicht von CDU und FDP. Stellt euch aber einmal vor, Herr Gauck fabuliert nach seiner Wahl etwas von “militärischer Intervention bei wirtschaftlichem Interesse”, wie einst Herr Köhler. Die Linke hätte dies zu verantworten. Ich wüsste nicht, wie das mit linker Politik zu vereinbaren ist.
Dritter Wahlgang
Erstens, Internethumor: “Du, ich hab den Gauck gewählt…”
Zweitens, Twitter:
krohlas: Ergebnis dritter Wahlgang aus gesicherter Quelle: 1 ungültig, 51 Enthaltung, 573 Gauck, 617 Wulff
#bpw #bv10
…noch vor dem offiziellen Statement von Herrn Lammert, der seinen Job ganz hervorragend gemacht hat. Und Phonix, Haussender von ARD und ZDF, vermeldet 625 Stimmen für Herrn Wulff. Ebenso ohne Quelle. Ich bin gespannt. Herr Lammert, wenn ich dann bitten dürfte.
> 2 Ungültig. 121 Enthaltungen. 494 Gauck. 625 Wulff.
Wobei man anmerken muss, dass 2+121+494 < 625 ist. So sieht Demokratie nämlich aus – wir hatten nie eine Wahl.
Der Monat: Juni 2010.

Es gäbe hier eine Rubrik, die ich gerne eröffnen würde: Es gibt aber im Netz jeden Tag so viele schöne Artikel und Seiten zu bestaunen, dass ich jetzt einfach damit anfangen werde, diese zu bookmarken und ein- bis zweimal im Monat zu veröffentlichen. Einiges ist dann nicht mehr brandaktuell, so manch anderes Thema sicherlich schon; beides dennoch absolut lesenswert. Schauen wir mal.
■ spiegelfechter.com schreibt: “‘Yes we Gauck!’ – das Sommermärchen vom besseren Kandidaten” und warum die Wahl nicht so genial ist, wie sie zunächst schien.
■ taz.de berichtet über die “Splitterbombe” in Berlin und wie linke Gewalt durchaus auch inszeniert wird: “Ein dumpfer Knall mit Folgen“. Die Berliner Morgenpost berichtet vom Stand der Ermittlungen.
■ Zeit.de hat, zum Kontrast, einen überaus lesenswerten Artikel über rechte Gewalt in Sachsen-Anhalt: “Angriff auf Noam“. Wer denkt, dass das braune Gedankengut mittlerweile überholt sei, der irrt.
■ Immer aktuell berichtet das ZDF Politbarometer (wie schon häufiger): “Merkel und Westerwelle stürzen ab“. Wen’s wundert.
■ Gerade gestern war’s so weit: BPs “Oil spill hits 60th day“. Die gezeigten Bilder lassen mir die Haare zu Berge stehen und ich frage mich, wieso es noch immer keine Lösung für die vermutlich größte von Menschenhand gemachte Natur-Katastrophe seit ever. Ist wohl nur mit Humor zu ertragen.
Weitere News und ein wenig Sport gibt’s unter…
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Offene Notiz: “Ja, Ich weiß, wohin!”

Meine werten Leser, liebe Kolleginnen und Kollegen, Blogger und Journalisten,
einst bezeichnete man uns als vierte Gewalt des demokratischen Staates. Der Einfluss aller Medien ist enorm. So enorm, dass man nach dem Rücktritt von Herrn Köhler gar vielerorts spekulierte, dass Blogger den Bundespräsidenten zu seiner Entscheidung trieben. Natürlich halten manche dies für Unsinn, doch ich möchte die These aufstellen, dass nicht nur die Blogs, sondern alle Medien ihren Teil dazu beitrugen. Medien sind mächtig.
Die Blogger sind nur der Ursprung. Erst wenn die Presse in Print bis TV die öffentliche(re) Kritik aus Blogs aufgreifen, sieht sich die Politik in Bedrängnis. Der Spiegel hat jetzt eine Barriere durchbrochen, das Tabu “zerstörte Regierung” ist gefallen. Nur so erklärt sich eben jenes Bild aus dem ZDF, Berlin direkt:
Einen Ruf nach den und an die Medien, welche die Politik tatsächlich verändern können, gibt’s im Beitrag unter…
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Und die Presse so zur Regierung: “Aufhören!”
Seit der Bundestagswahl am Sonntag, dem 27. September 2009 und heute, Samstag, 12. Juni 2010, sind 258 Tage vergangen. Das sind 36 Wochen und 6 Tage oder 6.192 Stunden oder 371.520 Minuten oder 22.291.200 Sekunden. So lange hat es gedauert, bis der Spiegel, ein durchaus renommiertes Magazin, zur Einsicht gelangt ist:
So ist das. Ein Exemplar davon werde ich mir wohl am Montag organisieren. Um es einzurahmen. (via @UlrichCommercon und @maltespitz)
#WM2010: “Geil, aber.”

Wie drücke ich es am besten aus. “Woohoo, es ist WM!” — ich bin tief gesunken. Und doch macht’s mir Spaß: Die letzte WM -wir erinnern uns- wurde mehrheitlich sehr begeistert aufgenommen. Public Viewing, das ganze Land ist in guter Stimmung, jeder mag jeden. Ein interkultureller Höhepunkt in der jüngsten deutschen Geschichte, insgesamt betrachtet, ist vielleicht nicht übertrieben. So etwas steckt sogar mich an.
2010 hat Südafrika die Ehre, die Weltmeisterschaft auszutragen, was in großen Teilen des Landes, ähnlich wie in Deutschland 2006, begrüßt wird. Soeben lief das erste Spiel, Südafrika “gewann” gegen Mexiko 1:1: Jeder Sieg ist ihnen zu gönnen. Denn das Turnier weckt Hoffnungen, für Afrika, den Kontinent und seine Menschen. Selbst die semi-offiziellen Lieder sind fein, ob nun Shakira oder K’naan. Kurz: Die WM 2010 scheint, wiedereinmal, ein großartiger Erfolg zu werden.
Eigentliche mache ich alle vier Jahre nur eine Ausnahme, denn Fußball finde ich in höchstem Maße uninteressant. Ich verstehe den Fan-Kult um die Mannschaften nicht, ich verstehe die hohen Gehälter nicht, ich verstehe nicht, welcher Pokal aus welchem Grund erhaltenswert ist. Und so viel Spaß mir die WM auch dieses Jahr wieder macht, so muss ich, wie üblich, Kritik üben. Weniger am Event an sich, als um einige Dinge, die in seinem Namen geschehen.
“Und was, bitte?” – “Kapitalismus.” – “Och neeeee.” – “Oh wohl!”
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Sparklausur 2010 Continued: Werbung.
Nach den Beschlüssen der Sparklausur obliegt es der Regierung, das Sparpaket glaubwürdig zu verkaufen. Ich hätte da einen Vorschlag…
Ergebnisse der Sparklausur 2010: Setzen, 6. Alle.
Letztes Update: Montag, 7. Juni 2010, 16:00 Uhr.
Erwischt, eine gute Headline bringt immer Leser. Es gibt selbstverständlich noch keine konkreten Ergebnisse. Neun Stunden sitzt die Regierung nun an Tischen und überlegt, wie man den Haushalt der Bundesrepublik konsolidieren kann. Politische Schlagworte. Gestellt ist die Frage: “Wie spart man so einige Milliarden sinnvoll und effektiv ein?”. Die Antworten, die bis jetzt zur Presse durchgesickert sind, sind katastrophal und damit symbolisch für die schwarz-gelbe Regierung. Wie sieht so etwas aus? eine Ersteinschätzung der Situation und wie man ihrer Herr werden kann.
Zunächst einige Informationen: Die Verschuldung des deutschen Staates lag Ende 2009 bei etwa 1,7 Billion Euro, als Zahl 1.700.000.000.000,-. Dazu kommt eine Neuverschuldung von etwa 3%, zusätzlich die “Sonderausgaben” der Regierung in den Zeiten der Krise. Die beschlossene Schuldenbremse sorgt dabei nur für wenig Beruhigung, werden wir doch in den nächsten Jahren mit großer Sicherheit die magische Grenze von 2 Billionen Euro erreichen. Ich rechne daher einmal einfach mit 2, ist einfacher: Wenn wir beispielsweise täglich eine Million Euro abzahlen könnten, wären wir schon im Jahr 7490 schuldenfrei, vorausgesetzt das Darlehen ist zinsfrei. So rechnet der kleine Mann.
Große Zahlen in Deutschlands Haushalt.
Darum geht’s aber nicht. Unser erstes Ziel ist es, die Neuverschuldung zu reduzieren. Die Steuereinnahmen des Haushalts lagen 2008 bei genau 515.498.090.000 Euro, wenn man dem Bundesfinanzministerium glauben schenken darf. Die Ausgabenseite beläuft sich im gleichen Jahr auf 283.200.000.000 Euro. Macht ein Plus, sollte man meinen; aktuellere Zahlen finden sich hier. [Im Übrigen verwirrt mich das sehr. Wenn mich jemand aufklären könnte?] Es fehlen, so deucht mir, die ganzen Sonderausgaben: ein Rettungspaket für Griechenland in Milliardenhöhe, 100 Milliarden für Banken und Bonzen, eine Million hier, eine Milliarde dort. Was ist die Folge?
Wir müssen sparen, wie in jedem anständigen Haushalt. Ich wiederhole es: …
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28°C und die Bundesrepublik im Chaos.
Wenn ich nicht die unerträglichen Hitze um mich herum hätte, so würden mir spätestens die Besucherzahlen verkünden: Es ist Sommer. Leider bin ich ab 24°C nicht mehr ganz funktionstüchtig, eine schlechte Eigenschaft als Blogger. Dabei ist in Deutschland doch viel geschehen, beziehungsweise: Es wird noch viel geschehen. Sparklausur, Bundespräsidentenwahl – die nächsten Tage werden wirklich heiß.
Ich werde mich dazu äußern, wenn denn Details bekannt sind; Spekulationen funktionieren bei diesem Wetter einfach nicht. Spätestens die Sparklausur wird sicherlich eine Menge an Stoff liefern, über den man wundervollst lamentieren kann. Und dann gibt’s auch noch die Fußball-WM. Nur: Wer sitzt da schon am PC…
eine Nachricht der Spekulation gibt’s dennoch: Ole von Beust denkt über seinen Rücktritt nach. Was wir hier sehen, ist der Zerfall der letzten großen Volkspartei. Live.











