Die faire Milch: Ein Lob. Eine Kritik. Ein offener Brief.
Vorwort: Ich wurde nicht bezahlt, um diese Worte zu schreiben, auch wenn’s sich im Nachhinein wie Werbung anhört. Sollte das jemand noch so empfinden, dann sei wenigstens gesagt, dass es sich wohl um eine gute Sache handelt. Zumindest wenn man Milch mag. Darum geht es nämlich, um das Produkt “die faire Milch“, seit neuestem im Handel. Jetzt: Der E-Brief.
Sehr geehrter Damen und Herren,
liebe Milchbauern und -bäuerinnen,
geschätzte MVS GmbH,2009 wird, wie sicherlich fast jeder zustimmen wird, nicht als das Erfolgsjahr der deutschen Milchindustrie in die Geschichte eingehen. Die Milchwirtschaft hat in den letzten beiden Jahren der Presse eine Menge Schlagzeilen beschert, doch die wenigsten derer konnte man wohlwollend oder gar als gut bezeichnen. Die finanzielle Lage der deutschen Landwirte ist, sagen wir es frei heraus, oft miserabel und Versuche, höhere Preise zu etablieren, scheiterten in wenigen Monaten: Der Kunde war nicht bereit, mehr für Milchprodukte zu bezahlen. Dazu kritisierte man insbesondere die letzten Aktionen, bei denen Unmengen von Milch auf Feldern und Straßen vergossen wurden. Wäre es nicht zumindest geschickter gewesen, die Milch für einen symbolischen Euro pro Liter zu verteilen, nach dem Motto: “Seht her, wir verdienen so wenig, wir können euch unsere Milch auch gleich schenken!”
Um es beim Namen zu nennen: Die deutsche Milchwirtschaft hat ein Problem. Nun erfuhr ich schon vor einigen Wochen von der “fairen Milch” durch einen TV-Beitrag. Der Sprecher dort erläuterte in wenigen Worten die Vorteile der direkten Vermarktung der Milch für die Landwirte, sprach von den Orten, an denen man bald “faire Milch” kaufen könne und schloss mit den skeptischen Worten, dass man erst sehen müsse, ob der Kunde bereit sei, die etwas teurere Milch — 89 Cent/Liter — am Ende auch zu kaufen. Faire Milch also, die offensichtlichste Idee, den Mittelsmann bei der Vermarktung zu umgehen, endlich umgesetzt. “Großartig!”, dachte ich.
Es war aber zugleich einige Fragen auf. Zum Einen hieß es in dem Bericht, dass die faire Milch zunächst nur in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern zu kaufen sei. Im Prinzip alleine durch die Größe der Bundesländer verständlich, wurde mein Enthusiasmus dennoch gedämpft. Wie lange es wohl dauern würde, bis es dieses Konzept ins beschauliche Saarland schafft? Wie jeder weiß, liebt der Saarländer doch seine Milch!
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Deutsche Polizisten: Gärtner und Floristen.
“Die Besten der Besten der Besten, Sir!”

Terrorgefahr 2010: Fear, Uncertainty and Doubt, Part II.
Wenn es ein Thema gab, welches das erste Jahrzehnt des zweiten Jahrtausends dominierte, so ist es bis dato mit Sicherheit das, welches wir Terrorismus nennen. Ohne Zweifel (oder vielleicht nicht ganz ohne solche) gab es in den letzten Jahren einige Ereignisse, welche unsere Ängste schürten, vom Angriff auf die USA über London und Madrid bis hin zu den jüngsten Ereignissen in Pakistan. Der internationale Terrorismus scheint auf dem Vormarsch und die westlichen Länder tun alles, um die Gefahr vermeintlich zu verringern. Dabei gibt es jedoch eine Sache, der fast jeder sicherheitsbewusste Bürger zustimmt: “Wer einen terroristischen Anschlag durchführen möchte, dem wird dies auch gelingen.”
Das sind harte Worte, welche einer genaueren Betrachtung bedürfen. Obwohl es natürlich früher schon Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen gab, zeigte die Zerstörung des World Trade Centers jedoch, wie ungenügend diese zum damaligen Zeitpunkt waren. Jetzt, 10 Jahre danach, sollte man der Meinung sein, dass sich vieles geändert hat — und in der Tat, das hat es. Wie ich bereits im ersten Teil erwähnte, bleibt das Sicherheitsgefühl noch immer aus. Mehr noch: Alle bisherigen Maßnahmen scheinen mit jedem Tag, der vergeht, weniger hilfreich zu sein. Es hilft wie so oft ein Blick auf die jüngsten Ereignisse und Nachrichten.
Flughafenpanik #1
Da wäre zum einen das Desaster an einem bekannten Flughafen in Deutschland, bei welchem ein “Verdächtiger” einfach sein Tagewerk verrichten konnte. Eine Kurzfassung davon für alle Nichteingeweihten: Ein Mann am Münchner Flughafen kommt in eine Kontrolle, sein Laptop wird als verdächtig eingestuft. Während die Kontrolle noch nicht beendet ist, nimmt er seinen Mantel und Laptop (oder den auch nicht) und verlässt den Ort des Geschehens. Es vergehen einige Minuten, bis es überhaupt jemandem auffällt, es starten verschiedene Passagiermaschinen. Der Flughafen wird daraufhin mit Verzögerung gesperrt, Flüge werden delayed, überhaupt herrscht große Sorge. Der Mann indes ist sich keiner Schuld bewusst, tut das, was allen Passagieren angewiesen wird. Wieder ein wenig später wird er ein zweites Mal kontrolliert, dieses Mal ohne Verdachtsmomente, er besteigt sein Flugzeug und zieht von dannen.
Was ist davon zu halten? Sind wir ehrlich: Hätte der Mann einen Anschlag vollführen wollen, es wäre ihm ein Leichtes gewesen. Stellt sich die nächste Frage: Hätte man es denn verhindern können? Respektive: Hätten die ominösen Körperscanner es verhindern können? Hätte mehr Kameraüberwachung Erfolg gebracht? Gerade bei den Kameras ist’s genau das, was ich seit Jahren sage: Sie verhindern nicht, sie helfen nur bei der Klärung. Dank Kameras wissen wir, was der Mann alles tat, wissen wir, wie er sich verhielt. Mehr aber auch nicht.
Noch ne schöne Flughafenstory? Noch mehr von Überwachung und Antiterrork(r)ampf? Lies mich!
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Universität 09/10: “Diplome! Frische, heiße Diplome! Nazis! Blöde Nazis!”
In genau 2 Wochen und einem Tag schreibe ich meine erste und letzte Klausur für dieses Semester. Es wäre daher Zeit, ein Fazit zu ziehen, was jedoch nicht geschehen wird. Nicht so echt. Das Bachelorstudium der Germanistik und der Philosophie meinte es wohlwollend mit mir, das Zeitmanagement bedarf weiterer Verbesserungen. Bestimmt seid ihr sehr neugierig, welche Inhalte man denn so vermittelt bekommt. Deshalb:
Eine Stichwortliste mit den Basics und Einführungen
Syntax, Morphologie, Phonologie, Gattungslehre, Lyrik, Editionstechnik, Epochen der Literatur, Mediävistik, Volksetymologie, Techniken wissenschaftlichen Arbeitens, Moralphilosophie, Mitleidsethik, Staatsphilosophie, Utilitarismus. Und so. Im zweiten Semester geht’s weiter mit den Einführungen und spannendem neuen Unsinn. Was genau dort folgt, weiß ich selbst noch nicht. Genau das ist der Grund für mein Schreiben: Ich raste hier gleich völlig aus.
Dank der neuen Studienordnung benötigen die meisten meiner Vorlesungen und Proseminare eine Voranmeldung, eigentlich recht bequem online zu erledigen. Wenn denn das Vorlesungsverzeichnis vollständig wäre. Nicht nur, dass einige meiner benötigten Kurse noch nicht eingetragen sind, nein, die Veranstaltungen, die ich schon belegen kann, liegen unglaublich unglücklich. Bisher sind’s 5 Vorlesungen in 4 Tagen -- und viel mehr weiß man nicht. Lediglich, dass meine gern gemochte Philosophieveranstaltung “Einführung in die Philosophie des Geistes” bei dem eventuell-ein-wenig-legendären Prof. Dr. Heinz-Dieter Heckmann, welche ich zudem auch im kommenden Semester bewältigen sollte, mit einer meiner Germanistikvorlesungen kollidiert. Großartig, wenn einem schon im zweiten Semester das “Du musst den Bachelor aber in 6 Semester machen!” aus dem Kopf geprügelt wird, weil die Studienkoordination anscheinend dermaßen dämlich ist. Unfasslich.
Und genau in jenem Moment, in dem ich ebendiese Geschichte erzähle, erscheint eine bewusstseinserweiternde Nachricht in Skype:
diplomas_here: Degree in any field.
GET YOUR DIPLOMA TODAY!If you are looking for a fast and effective way to get a diploma,(non accredited) this is the best way out for you. Provide us with degree you are interested in. Call us right now on: +13122607939 “Just leave your NAME & PHONE NO. (with CountryCode)” in the voicemail.
Our staff will get back to you in next few days!< <<
Genau! Scheiß auf den Bachelor, ich kauf mir ein Diplom! Wobei ich nicht glaube, dass das so erlaubt ist.
Oh, a propos Stichwort: Erlaubt!
Wie mancher von euch sicher weiß, findet am 13. Februar im Dresden eine Demonstration von Nazis statt. Eine Demonstration, die anderswo als größter Naziaufmarsch Europas bezeichnet wird. Nazis, ihr erinnert euch, dieses braune Gesocks, das riecht wie Erbrochenes und auch so aussieht. Wie ihr ebenso wisst, weil es durch alle Medien ging, soll an jenem Tag auch eine Gegendemonstration stattfinden. Ihr wisst: So ganz in Ordnung ist das nicht. Manche reden von einer Ordnungswidrigkeit, andere von einer Straftat. Warum das so ist – darüber werden die wildesten Geschichten erzählt. Soweit ich es überblicke, darf man die Nazis nicht an ihrer eigenen Demo hindern, weil… keine Ahnung, Pluralismusdemokratie oderso. Und genau darum geht es:
+++ auf gar keinen Fall eine warnende WERBUNG nicht +++
Liebe Leute, ihr müsst auf gar keinen Fall am 13. Februar nicht nach Dresden fahren. Ihr dürft euch unter keinen Umständen nicht auf den Boden setzen und die netten Neonazis nicht blockieren. Ihr dürft dies auch absolut niemals nicht mit Stühlen tun. Weiterhin ist es strengstens untersagt, euren Freunden nicht davon zu erzählen und Plakate oder Aufkleber nicht zu verteilen. Ebenso ist es inakzeptabel, wenn ihr euch nicht um Fahrgemeinschaften bemüht, welche euch nie nicht zum Beispiel von Saarbrücken aus nach Dresden bringen. Und die Nazis nicht verachten und nicht bespucken, das sei euch auch verboten!
Und prominente Unterstützung wird’s sowieso nicht fernbleiben — damit das klar ist!
+++ auf gar keinen Fall eine warnende WERBUNG nicht +++

Presseecho.
Damit wäre auch das geklärt. Denn, unter uns und ganz ernsthaft, Nazis gehn mal garnich. Ich würde sagen: Jetzt ist erstmal Wochenende. Ich verabschiede mich für heute mit Musik für die Revolution der guten Laune. Haunse.
“Irie Révoltés -- “Rebelles”.
Paroles en français, s’il vous plait.
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Haiti: Und die Welt schaut zu.
Die morbide Überleitung zwischen Zombies und Haiti, einem Ursprungsorte des Voodoo-Glaubens, würde ich mir gerne sparen, denn eigentlich ist das Thema ein sehr ernstes. Weiterhin möchte ich versuchen, die Floskel “das Armenhaus der Welt” nicht wie die Boulevardpresse zu verschlagworten — obwohl gerade Haiti dafür sorgen sollte, dass die erste Welt aufhört, ihre Augen vor Leid und Armut zu verschließen. Wäre es doch nur so einfach.
Katastrophale Presse
Kein Thema findet sich in der Presse so breitgetreten wie das durch Katastrophen verursachte Leid von Menschen. Wann immer auf der Welt Naturkatastrophen ganze Länder verwüsten, wuseln sich Nachrichtensprecher und -redakteure, schreibendes und sprechendes Volk zusammen, um möglichst die spektakulärsten Bilder liefern zu können: Grauen frei Haus. Während diese Art der Berichterstattung mit Sicherheit viele Menschen sensibilisiert, empathisiert und nicht zuletzt auch zur (finanziellen) Hilfe bewegt, zeigt sie doch auch immer wieder, dass der Mensch das einzige Tier ist, welches Sensationslust empfindet. Wie sonst könnte man es sich erklären, dass die BILD seit Tagen doppelseitige Aufmacher entwirft.
Gerade Haiti, vielerorts als gescheiterter Staat diskutiert, könnte aber ein wenig mehr Respekt verdienen. Seit Jahren hungern dort verarmte Menschen, ohne dass die westliche Welt sich dafür besonders interessiert hätte. Jetzt, im Katastrophenfall, gibt es kein Halten mehr: “Jeder möchte helfen, keiner sieht mehr weg.” — wenn doch nur. Obwohl die Bundesregierung ihre Hilfe mittlerweile auf 7,5 Millionen Eur erhöht hat, fing auch dieses Desaster mit einem anderen Desaster an: Deutschland, heldenhaft wie eh und je, stellte am Tag nach dem Beben eine Soforthilfe von 1,5 Millionen Euro zur Verfügung.
1,5 Millionen Euro, das ist ja schon eine Menge Holz. Jedoch befinden wir uns gerade in einer eigenen Krise und es stellt sich die Frage, wer denn heute überhaupt in solch kleinen Zahlen denkt. Letztes Beispiel: Hypo Group Alpe Adria, 3 Milliarden “an einem Tag”. Haiti bekam von dieser Summe zunächst 1/2000. Ein Zweitausendstel. Brad Pitt und Angelina Jolie spendeten ebenfalls früh und großzügig, gemeinsam eine Million US$, quasi eine fast mit Deutschland vergleichbare Summe. Wie ich mich für mein Land schämen kann, ich hätte es nie gedacht.
Katastrophenjournalismus auch in diesem Blog. Welche Rolle spielt eigentlich Amerika? Lässt sich doch herausfinden mit einem Klick auf…
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Thema: Zombies. Bücher und mehr.
Liebe Freunde der Unterhaltung durch Untote,
ehm, lasst es mich heute einmal ganz unpolitisch versuchen. Unpolitisch geht am Besten mit fiktionalen Themen, richtig? Wie wäre es dann mit diesem…
Geht? Geht. Und damit genügend Specials oder Werbung im neuen Jahr. Es wird Zeit, dass das Eis taut. Kritik, Anregungen, Wünsche und Ideen in die Kommentare. Die Seite ist ab sofort auch immer über den Unterpunkt unter ‘think-strange.de’ im oberen Menü abzurufen.
Wie sieht eigentlich guter Stil aus? — Schreiben für Fortgeschrittene.
Es gibt mindestens zwei Gründe, warum das neue Jahr mit Stille beginnt. Vorweg: Politikverdrossenheit ist nicht darunter, im Gegenteil. Doch darüber möchte ich heute nicht berichten, Persönlich wird’s später. Wenngleich einer der Gründe im direkten Zusammenhang mit meinem Job als eifriger Student steht. Von vorne. Oder…
Nein, wir überspringen den politischen Part, der ohnehin nur darüber erzählt, wie langweilig und dröge die Diskussionen zur Zeit geführt werden. Weiterhin bin ich zur Zeit sehr mit einem Buch beschäftigt, welches ich jedem Leser zugleich ans Herz legen möchte. Geschrieben von Wolf Schneider, einem vielleicht nicht zu bekannten Mann, trägt es den Titel “Deutsch für Kenner: Die neue Stilkunde“. Ich kann es nur wiederholen: Jedem ans Herz legen. Ich verspreche: Es lohnt sich, ist nicht teuer, macht Freude beim Lesen und schont Zahnfleisch und Zähne.
Jetzt: Feierabend, morgen geht’s durch bisher 15cm Neuschnee zur Universität. Die Bildung streikt schließlich nicht von alleine und sicher wäre auch Erich Kästner traurig, wenn ich morgen nichts zu seiner neuen Sachlichkeit hörte.
In diesem Sinne.
Gesucht: die Bundeskanzlerin.
Bei jeder sich mir bietenden Gelegenheit bashe ich gerne die Regierung, insbesondere da sie es mir oft wirklich leicht macht. Frau Merkel ist dabei, merkwürdigerweise, eine Randerscheinung; sie ist zwar eine Person der Öffentlichkeit, wächst aber bekanntlich in ihre Rolle noch hinein und ist daher in ihrer Qualität als Staatsoberhaupt (Jaja, ich weiß!) vielleicht noch nicht auf dem Höhepunkt angelangt. Wir alle aber gaben ihr immer eine Chance, “vielleicht macht sie ihre Sache ja gut” war ein oft gehörter Satz. Selbst unter meinem kritischen Blick hat sie 2009 eigentlich gut überstanden, was ein echtes Kunststück war. Jetzt ist 2010, jetzt ist nach der Wahl — und Frau Merkel macht sich rar. Sehr rar.
Schriebe ich nun etwas wie: “Wo steckt eigentlich die Kanzlerin? Seit der Neujahrsansprache hat man von ihr nichts gehört!”, so würfen mir Kritiker die übliche Polemik vor. Mit gutem Grund. Ist ja auch abwegig. Immerhin klingt das bei den echten Medien in diesem Land ganz anders!
- Spiegel Online: “Schwarz-gelber Rumpelstart: Krisengipfel soll Merkels Chaos-Team zähmen“
- Spiegel Online: “Merkels Stolperstart: Scheinriesin zwischen Kampfzwergen“
- RP Online: “Merkel verliert deutlich an Zustimmung“
- sueddeutsche.de: “Regierungsstik der Kanzlerin: Dr. Merkels gesammeltes Schweigen“
- taz.de: “Merkel muss jetzt endlich sagen, was sie will: Merkels gesammeltes Schweigen“
- Welt Online: “Deutschland braucht Merkel dringender denn je“
- Welt Online: “Die Methode Merkel zieht nicht mehr“
- Zeit Online: “Wo ist die Kanzlerin?“
Nun, ich sehe, die Fachpresse stimmt mir zu. Lies: “Wo steckt eigentlich die Kanzlerin, verdammtnochmal‽”
Sehr unwichtige Polemik auch in weiteren wenigen Worten. Wo? Hier.
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2010 nichts Neues: Fear, Uncertainty and Doubt.
Seit es im Jahr 2001 zum Angriff auf die westliche Welt in den USA kam, befindet sich jeder Mensch in Angst. Terrorismus, wohin man auch schaut und dem einher gehen die Verschärfungen der Sicherheitspolitik. Etwas mehr als 8 Jahre nach den Anschlägen hat dieser Prozess mitnichten ein Ende gefunden – im Gegenteil. Wer wäre ich, wenn ich das Jahr mit seriösem Journalismus beginnen würde; hier gibt’s Details zur Weltverschwörung!
Nun, vielleicht nicht so echt, aber es ist schon bemerkenswert, wie dieses Ereignis die Welt verändert hat. Einen Tag nach den Anschlägen meinte mein damaliger Geschichtslehrer —Gott hab ihn selig—, dass die Welt sich in einem Maße verändern würde, welches wir uns nicht vorstellen könnten. Ich hielt das in meinem jugendlichen Leichtsinn für Blödsinn. 8 Jahre später schaut man zurück und fürchtet sich vor der Zukunft. Es ist sicherlich schwierig, alle Maßnahmen und Ideen zur vermeintlichen Sicherheitssteigerung noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, aber – versuchen kann man’s ja.
Der Kampf gegen die Freiheit
Zunächst gab’s radikale Verschärfungen an allen Flughäfen und über das Gepäck, welches man in ein Flugzeug mit hinein nehmen durfte. Ich weiß nicht, wie’s davor war, heute ist die Liste vermeintlicher zu-Anschlägen-geeigneter Gegenstände lang: Rasierschaumflaschen (besser: Flüssigkeitsbehälter aller Art), Nagelfeilen und spitze Gegenstände, Glas- und Schneekugeln – solche Dinge führen lediglich Terroristen mit sich. Gut, ich kann’s nachvollziehen, niemand braucht diesen Kram wirklich im Flugzeug und auch Messer gehören dort nicht hin. Wobei ich zuletzt eine interessante These hörte: Alle Waffen erlauben; es findet sich bestimmt immer ein Held mit Waffe im Flugzeug, welcher dann alle rettet, weil er nichts zu verlieren hat. Oder so. Gut, lassen wir’s so stehen, ist eventuell nicht die dümmste Idee, manche Gegenstände nicht mit sich zu führen.
Es gibt aber ne Menge dumme Ideen, die aus Angst erwachsen. Neugierig? Oder besser: Ängstlich?
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Irie Revoltes – Zeit ist Geld: Der Song zu Bildungsstreik und Finanzkrise
Obwohl wir uns selbst nach dem aSakianischen Kalender* mitten im Winter befinden, heißt das nicht, dass man sich nicht schon auf die wärmere Zeit im Jahr einstellen kann. Vor vier Monaten erschien besagtes Lied von Irie Revoltes, “Zeit ist Geld”, und ich frage mich ernsthaft, wie es mir so lange entgehen konnte. Und weil ich nicht auf dem aktuellsten Stand bin, seid ihr’s auch nicht und werdet quasi zum Anhören gezwungen. So lasst euch zwingen —
Gibt’s selbstverständlich sozialistisch kostenlos, aber auch in einer kapitalistischen Variante. Damit könnte das Jahr dann nun eigentlich beginnen.
lyrics, plox.
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