WoW und Politik
…gehören eigentlich nicht zusammen. Dennoch verfasste ich soeben eine Mail an Dr. Dietmar Michely, Bürgerbeauftragter des Ministeriums für Wirtschaft und Wissenschaft im Saarland, denn es gibt hier ein Problem: Den Mitternachtsverkauf. Den gibt’s nämlich in Bayern und im Saarland nicht, da uns das Gesetz dort einen Strich durch die Rechnung macht.
Die überaus politische Anfrage an den Doktor könnt ihr im vollen Beitrag lesen. Ein Auszug gefällig?
(…)
2) Mit welcher plausiblen Begründung ist es mir möglich, um 00:00 in Kaiserslautern oder Zweibrücken einzukaufen, dies in Neunkirchen aber nicht zu tun. Oder, wenn Sie das andere Ende des Saarlands bevorzugen, in Trier möglich, aber in Mettlach oder Merzig unmöglich. Dabei spielen Distanzen von weniger als 20 km eine Rolle. Weshalb besitzt das Saarland also eine so gesonderte Regelung?
(Die Aussage, es stehe mir frei, die 20km in Kauf zu nehmen, lasse ich nicht gelten.)
(…)
Neugierig auf mein politisches Lament? Dann lest’s euch durch. Sobald eine Antwort erscheint, werdet ihr auch auf dem Laufenden gehalten. So lange beneide ich einfach 14 Bundesländer…
"Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist…"
…kommen die Toten auf die Erde zurück. So formulierte das einst schon sehr eloquent der Großmeister aller Zombiefilme, der Gott des Makabren, George Romero.
Ein wunderbarer Einstieg zum laufenden Weltevent, der Invasion der Geißel. Invasion? War das nicht so schonmal da? Nunja, Blizzard hat sich entschlossen, einige Elemente aus der damaligen Naxxramas-Eröffnung zu wiederholen. Den Spaß mit den Nekropolen undso. Das finde ich eigentlich ok, denn nicht jeder war damals (anno… 1.9?) dabei.
Was mir jedoch richtig gut gefällt, sind die Zombiearmeen. Anfangs, am ersten Tag, dachte man noch: “Toll, infiziert, hey, wen stört’s, 10 Minuten Krankheit! Pah!” – und nun? Nun ist es schon soweit, dass man eigentlich in jeder Ecke der Welt infiziert werden kann und dann auch durchaus zügig zum Zombie wird. Als Lebender versucht man natürlich, dieser Plage Einhalt zu gebieten. Und als Untoter? Tja, da rottet man sich zusammen… und löscht alles aus. Alles. Restlos. Braaaaaains!
Witzigerweise kann man als Zombie noch viel mehr machen, als nur sinnlos durch die Gegend sabbern:
- Man kann die Holographen bei den täglichen Dungeon-Quests abschalten.
- Man kann (angeblich) das Tor zu Mount Hyjal in Winterspring öffnen.
- Durch die Portale in Shattrath kann man sich in alle Städte porten.
- Man kann das Tor zur Halle der Legenden / Halle der Champions schließen! (welch ein Spaß!)
- Cross-faction-Kommunikation ist möglich (das fand man schnell raus…)
- Mit der anderen Fraktion kann man (ebenfalls angeblich) auch Handel treiben!
- Man kann den Untoten-Flügel von Stratholme als Zombie besuchen und findet dort nur Freunde vor.
Ganz schön dreister Kram dabei, was? Und ich vermute nicht, dass das schon alles ist. Jemand munkelte auch mal, dass man nach Grim Batol könne, aber da ich dieser Quelle nicht traue, erwähne ich es nur in einem Nebensatz.
Und viele viele Spieler sind davon genervt! “Man kann keine Quests mehr machen”, “die Anmelder sind dauertot!” und was man nicht alles so hört. Dabei bin ich der Meinung, dass diese Leute den Sinn dahinter nicht ganz verstanden haben: Es soll nerven! Die bestehenden Strukturen sollen komplett zerstört werden; einige große Städte werden noch vor der Expansion fallen! Alles wird von Zombies überrannt werden…
…und Horde sowie Allianz haben einen Grund, nach Northrend aufzubrechen, um die Wurzel des Bösen auszuradieren! Bäm! Damit man aber einen Ansporn hat, muss ersteinmal eine Katastrophe passieren. Im Moment befinden wir uns bei Tag 5 der Zombieinvasion. Überlegt doch mal, wie schnell in dieser Zeit die Welt in Schutt und Asche fällt – und bis zum Release des Lich King sind’s noch ein bisschen mehr als 2 Wochen. Wieviel Chaos, Tod und Zerstörung mag bis dahin noch auf uns warten!
Jeder, der mehr als einen Zombiefilm in seinem Leben gesehen hat, weiß, wie katastrophal soetwas enden wird. Und da freu ich mich unglaublich drauf. Vielleicht bleibe ich auch bis zu meinem Ende ein Zombie. All we wanna do is eat your brains! We’re not unreasonable, I mean, noone’s gonna eat your eyes!
Jonathan Coulton hat’s erkannt!
Aman’Thul…
…hat wieder eine Warteschlange! Und ich bin auf Platz 3. Ist noch nicht so wild, aber ich kriege grade ein nostalgisches Gefühl. Hauptsache der Realm bleibt stabil.
Herr H., Esotherik und der Mossad
Manchmal, da weiß ich echt nicht, was ich sagen soll. Und bevor man nur Unsinn redet, sagt man lieber nichts, so ist es meistens. Leider ist in dieser Hinsicht nicht jeder so nobel wie ich. So zum Beispiel, wenn es um den verstorbenen Herrn Haider geht.
Da gibt es dann das ganze Spektrum, von getarnten, doch relativ pietätlosen Witzen bis hin zum… Mossad? Ja, tatsächlich. Während die linksorientieren Mitbürger vielleicht auch darüber grinsen (worüber man ja denken kann, was man mag), wird in der rechten Ecke eine Spekulation nach der anderen publik. Da liest man von einem manipulierten Phaeton, der per Fernbedienung auf über 180 km/h beschleunigt wurde, von vielen Zeugen, die Haider als nüchtern bestätigten, davon, dass er gar nicht hätte so viel trinken können, und und und.
Besonders hervorgetan durch solides Unwissen hat dich dabei der ominöse Kopp-Verlag. Ich möchte zitieren:
Diese Darstellung ist jedoch eindeutig falsch, denn die Zerstörungen an der Fahrzeug-oberseite kann man so nicht erklären. Front und linke Dachseite wurden geradezu zerdrückt, die Türen wurden herausgetrennt. Das Fahrzeug kann also zumindest nicht ohne Bodenkontakt mit der Oberseite durch die Luft geflogen sein. Oder anders ausgedrückt: Sollten diese Zerquetschungen von einem Überschlag herrühren, hätte man das Auto eher auf dem Dach vorfinden müssen – hat man aber nicht. Dann wären auch die Vorderreifen nicht zerdrückt. Sondern das Auto stand auf den Rädern. Das bringt uns zu der Möglichkeit, dass das Fahrzeug eben nicht bei einem Fahrbahnkontakt mit der Oberseite zerquetscht wurde, sondern während es auf der Fahrbahn stand.
Vor diesem Hintergrund nimmt es nicht wunder, dass nun plötzlich weitere Informationen über das Selbstverschulden des Unfallopfers nachgeschoben werden. Demnach soll Haider plötzlich 1,8 Promille Alkohol im Blut gehabt haben. (…)
Auch bei der Geschwindigkeit wird nun nachgelegt. Statt der angeblich 142 Stundenkilometer (die man einmal anhand des stehengebliebenen Tachos, ein andermal durch ein Auslesen des Bordcomputers festgestellt haben will) sollen es nun bis zu 170 Stundenkilometer gewesen sein. Man könnte darin das Bemühen vermuten, die kinetische Energie des Fahrzeugs immer weiter zu erhöhen, um schließlich bei jenen massiven Zerstörungen “anzukommen”, die man an dem Wrack sieht.
Man wird jedenfalls den Eindruck nicht los, dass man hier einen unplausiblen Unfall im Nachhinein immer plausibler zu machen versucht, weil die zunächst angebotenen Erklärungen eben nicht überzeugen können. Zudem beantworten all diese neuen “Erkenntnisse” die Fragen nach dem totalen Versagen der Phaeton-Sicherheitssysteme nicht befriedigend. Einen oder auch mehrere Überschläge hätte man in einem Phaeton höchstwahrscheinlich überlebt – es sei denn, die VW Ingenieure hätten heimlich eine Ente im Phaeton-Kleid konstruiert.
Und selbst wenn man in einem Phaeton bei einem solchen Unfall sterben könnte, bleibt immer noch die Frage, wie die Berichten zufolge massiven “Zerstörungen” von Haiders Kopf, Oberkörper und Wirbelsäule möglich gewesen sein sollen.
Bäm! Das hat gesessen. Und ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, dieses Pamphlet zu zerpflücken. Man kann also beispielsweise die Zerstörung des Fahrzeugs nicht erklären. Soso. Und warum nicht? Nehmen wir doch einfach mal die offizielle Fassung: betrunken, mit 180 km/h. Ich habe schon das ein oder andere Unfallbild gesehen und auch wenn man das vielleicht in einer eher begrenzten Welt nicht wahrhaben möchte: Ein Auto sieht schon bei weit weniger Geschwindigkeit ziemlich geschrotet aus. Das Auto hat sich immerhin ein paar Mal überschlagen; was auch nicht die totale Ausnahme darstellt, um es einmal anzumerken.
Dann dieses: “Einen oder auch mehrere Überschläge hätte man in einem Phaeton höchstwahrscheinlich überlebt – es sei denn, die VW Ingenieure hätten heimlich eine Ente im Phaeton-Kleid konstruiert.” – ein geschichtsträchtiger Satz. Von einem -Achtung: meine persönliche Meinung!- Idioten geschrieben. Mehrere Überschläge überleben? Bei fast 50 m/s Geschwindigkeit? Ich war zwar in Physik niemals eine Leuchte, aber das klingt nach viel, das klingt gefährlich.
Das klingt nicht so, als würde man es überleben. Auch nicht in einem Phaeton. Doch es kommt ja noch besser, mit der Behauptung, dass der Unfall (selbst wenn man dabei stürbe) nicht Herrn Haiders Verletzungen erkläre. Das ist eine Aussage. Eine falsche. Ich habe bisher durch Freunde einen recht tiefen Einblick in die Tätigkeiten von Sanitätern (Rettungsassistenten, etc) bekommen können. Das sagt mir vor allen Dingen eines: Unfälle sind hässlich.
Wenn man sich natürlich ans TV hält, bei dem selbst ein Sturz aus dem 12. Stock lediglich eine kleine (aber tötliche!) Platzwunde hervorruft, dann kann man sich das nicht vorstellen. Die Realität ist leider ekliger. Einst sah ich einen Motorradunfall auf der Autobahn; der Fahrer… sagen wir, ich weiß aus zuverlässlicher Quelle, dass es rund 2 Stunden dauerte, seine Überreste (auch wenn das geschmacklos klingt) “von der Fahrbahn zu kratzen”. Das ist nicht nett, aber so ist es eben. Sterben ist nicht hübsch. “Nicht mal so ein bisschen.” Die Verletzungen von Herrn H. sind demnach, zumindest meine ich das, sehr wohl durch einen Unfall mit sageundschreibe mehr als 170 km/h erklärbar. Selbst mit 150, 120 oder 100 km/h. Ein Phaeton ist nur ein Phaeton, kein Panzer.
Und dann gibt’s da noch andere Seiten, die noch weiter gehen. Da wird vom Mossad geredet, wenn auch zögerlich. Denn selbst für Freunde von Haider und seiner Politik ist es ziemlich weit hergeholt, einen Geheimdienst mit einem Provinzpolitker zu verbinden. Jörg Haider ist nicht der große Fisch, für den er wohl gehalten wurde, allein weil er sich durch manche politische Aussage selbst so weit ins Abseits gestellt, wie es seine Gegenspieler niemals hätten tun können. Eigentore und so.
Seien wir doch einmal ehrlich: Der Tod eines Menschen ist eigentlich nichts Schönes, egal um wen es sich handelt, ob rechts, links, mitte oder woanders. Das gebietet die Menschlichkeit. Deshalb wäre ich dafür, Herrn H. nun einfach ruhen zu lassen. Keine Mythen, keine Spekulationen. Denn vielleicht war er wirklich nur betrunken und hat sich über den Jordan geschossen. Jährlich gibt es immerhin etwa 5.000 Unfalltote in Deutschland – rein statistisch ist die Chance, dass dort auch mal ein bekanntes Gesicht dabei ist, gar nicht so gering. Gut, es ist Österreich, nicht Deutschland, aber ich denke, das ist zu vernachlässigen.
Bevor ich angegriffen werde: Ja, es ist natürlich traurig und auch die Familie, die er zurücklässt, ist sicherlich zu bedauern. Aber, um noch einmal zum Ende eine große Provokation zu erzeugen: Wenn sich tatsächlich alles so zugetragen hat, wie es in den Medien geschildert wurde, dann muss ich sagen: Erfreulich, dass es nur ihn erwischt hat, und nicht noch Unbeteiligte dabei verletzt wurden.
Alles Liebe zum Geburtstag, aSak.
Ja, wünsch ich mir auch, drücke mich selbst ganz fest. Und lasse drücken! 24 Jahre und noch immer ein Kindskopf!







