Lovecrafts C’thulu-Mythos: Bücher, Literatur.

Jede Generation hat bekanntlich ihre eigenen Vorstellungen vom nahenden Ende der Welt. Seit Nostradamus im mittelalterlichen Methadonrausch in wirren Worten seine ganz persönliche Vorstellung der Apokalypse niederschrieb, faszinieren ebendiese ganze Generationen. Moderne Varianten gibt’s bis 2012 noch genug, wenn wir bis dahin nicht von Zombies aufgefressen werden.

Howard Phillips Lovecraft, seines Zeichens Autor, ging einen subtileren Weg: Er schrieb Geschichten von Geschehnissen, über welche man nicht berichten sollte. Herrliche Fiktion, sozusagen, eine solch faszinierende Fiktion, dass viele Autoren sich daran beteiligten: der lebendige C’thulu-Mythos war geboren. Wikipedia klärt den Leser auf:

Der Cthulhu-Mythos umfasst die vom amerikanischen Schriftsteller H. P. Lovecraft und anderen Autoren der Horrorliteratur erdachten Personen, Orte, Wesenheiten und Geschichten. Wichtigster Bestandteil dieses Mythos ist das ebenfalls fiktive Buch Necronomicon, in dem die interstellaren Wesenheiten mit übernatürlichen Kräften genauestens beschrieben sind. Diese Wesen werden von Lovecraft als die „Alten“ oder die „Großen Alten“ bezeichnet. Sie stammen aus weit entfernten Teilen der Galaxis oder sogar des Universums und unterliegen keinen uns bekannten Naturgesetzen. Nach menschlichen Maßstäben verfügen sie über eine gottgleiche Macht und scheinen unsterblich zu sein.

C’thulu, “ein vor mehreren hundert Millionen Jahren auf die Erde gekommenes Wesen von großer Macht, das nach der Interpretation von August Derleth durch einen Fluch in der versunkenen Stadt R’lyeh im pazifischen Ozean in todesähnlichem Schlaf gefangengehalten wird”, dient dem Mythos als Namensgeber.

Spannend genug, dass sich mittlerweile viele Kulte… oder so gebildet haben. Erste Quelle: “Oh magisches Internet, vermagst du mir etwas zum Thema zu erzählen?” Ja, ich sehe zwei Quellen.

Nett, doch im Kern nicht genug. Obwohl man sich bereits online über viele Aspekte des “Mythos” informieren kann, ist eine seiner Besonderheit, dass es eben kein gruseliges Lexikon ist; es ist viel mehr als das. Es sind Geschichten, welche Interpretationen ermöglichen und ist daher von Leser zu Leser auch unterschiedlich verstanden werden: Widmen wir uns also den Werken, welche man so lesen sollte. Nicht zuletzt, um mehr von der digialten Welt verstehen zu können.

Zuerst die (nicht immer leichte) Literatur in englischer Sprache, deutsche Bücher gibt’s ein wenig weiter unten.

  • Lovecraft, H. P.; Joshi, S. T. et al.: The Call of Cthulhu and Other Weird Stories.

    “Together, these books offer 30 ‘weird stories’ by our nation’s greatest horror writer. In addition to the title piece, Cthulhu includes ‘Rats in the Walls’, ‘Herbert West Reanimator’ (the basis of several fun B movies), ‘The Haunter of the Dark’, (…) ‘The Dunwich Horror’, ‘Pickman’s Model’, and ‘Beyond the Wall of Sleep’. Each volume also contains notes and an introduction (…).”

  • Lovecraft, H. P.; Jones Stephen et al.: Necronomicon: The Weird Tales of H.P. Lovecraft..
  • 36 Geschichten und “erfreulicherweise bündelt der Band auch die längeren Werke wie ‘The Case of Charles Dexter Ward’, ‘The Shadow over Innsmouth’, ‘At the Mountains of Madness’ und andere” – meint ein erfreuter Leser des Buches, welcher mich in meiner Meinung bestätigt. Spannende Illustrationen runden das Buch ab, wie man in der Werbung so schön sagt. (auch gebunden)

  • Harms, Daniel; Carson, Dave et al.: The Encyclopedia Cthulhiana: A Guide to Lovecraftian Horror.
  • Erwischt, doch eine Enzyklopädie in Druckform, doch nicht irgendeine: Wenn man mir glauben kann, so soll es das Lexikon schlechthin sein. Zur Zeit vergriffen lässt es sich bestimmt auf dem einen oder anderen Weg beschaffen. Von Azatoth über R’lyeh bis Yuggoth sicherlich sehr empfehlenswert.

Damit wären schon einige der englischen Standardwerke abgedeckt, zur Not verweise ich nicht nocheinmal auf die englische Wikipedia. Widmen wir uns also dem, was uns faulen Lesern am Liebsten ist: Unserer Muttersprache, die deutsche Literatur. Die Übersetzungen sind sicher in ihrer Qualität unterschiedlich, wobei ich bisher eigentlich nur Gutes gelesen habe. Ohne zu zögern sind daher besonders eine recht neue Buchreihe zu empfehlen:

  • Lovecraft, H. P.: Gesammelte Werke Band 1: “Der kosmische Schrecken
  • Lovecraft, H. P.: Gesammelte Werke Band 2: “Namenlose Kulte
  • Lovecraft, H. P.: Gesammelte Werke Band 3: “Das schleichende Chaos
  • Lovecraft, H. P.: Gesammelte Werke Band 4: “Necronomicon
  • Lovecraft, H. P.: Gesammelte Werke Band 5: “Cthulhu
  • Lovecraft, H. P.: Gesammelte Werke Band 6: “Die Großen Alten
  • aus dieser Reihe noch ein weiteres Buch, welches es nicht in die Nummerierung geschafft hat:

  • Lovecraft, H. P.: Volk der Finsternis. Geschichten aus Lovecrafts Cthulhu-Mythos
  • Damit ist ein Großteil der Geschichten in aktueller Fassung abgedeckt – und es macht sich dazu im Bücherregal bemerkenswert schön, der Optik wegen.

    Es gibt selbstverständlich weitere sehr empfehlenswerte Bücher:

  • Lovecraft, H. P.; Artmann, H. C. et al.: The Best of H.P. Lovecraft.

    Mit 240 Seiten und nur 7 (zugegebenermaßen guten) Geschichten für Leser, die sich dem Thema vielleicht erst einmal vorsichtig nähern möchten.

  • Lovecraft, H. P.; von Klinckowstroem, Charlotte: Stadt ohne Namen: Horrorgeschichten.

    14 Geschichten auf 320 Seiten, darunter die besonders lesenswerten Stücke “Stadt ohne Namen” und “Die lauernde Furcht”.

  • Lovecraft, H. P.; Kirde, Kalju; Walter, Michael: ‘Die Katzen von Ulthar’ und andere Erzählungen.

    Mit 208 Seiten ein kleines Buch, welches aber, wie der Titel sagt, u.a. “Die Katzen von Ulthar” beinhaltet. Die Sammelbände sind allerdings, selbst wenn man seinen Fokus auf einzelne Geschichten legt, die bessere Investition.

So sollte einer intensiven Eigenrecherche nichts mehr im Wege stehen. Ok, eines noch, für diejenigen, die nicht lesen möchten, aber auf die Geschichten nicht verzichten können: Hörbücher. Es gibt derer einige – die obige Buchreihe wurde auch vertont, weshalb ich exemplarisch nur auf eine CD verweisen möchte:

Was noch zu erwähnen ist: Wie jedes bedeutsame Werk, bringt auch der C’thulhu-Mythos immer neue Ideen hervor. Ich möchte eigentlich nicht sehr auf die verschiedenen “fan fictions” eingehen, komme in unserer dystopischen Gegenwart aber nicht darum, einige weitere “Werke” zu erwähnen. An dieser Stelle endet offiziell die Einführung in die Literatur zu Lovecrafts gigantischem Vermächtnis; wir widmen uns der Trivialliteratur.

…und damit wäre vorerst alles gesagt.

Als Letztes werde ich nun versuchen, einen der Great Old Ones zu beschwören. So schwer kann’s ja nicht sein. Also… Ph’ng͗ͧ̾͆ͧ̽҉͚̳̣l̥̗̘̏͌ͭ̓͘ǘͧ̃̂͑ͤi͈̻ͬ͒͂̾̋̒ͅ ̩͎̙̇̽ͬṃ̰̞g͇̺̗͚̻̗͒̉ͯ̏̏̚l̙̭͖͎̮̫̾̊ͧ͐͘w̰͋ͥ̈́̑̋̊̽͘’̤̏͒̅͋̚̚͠n̲̰̪̤̲̻ͧ̅ͯ̑̀ͭ̕ä͓̙ͣͬ̀͂ͤ̚f̖̝̩̊̚h͚͔͓̘̼̝ͯͫͯ͑́ ͓̪̬̖͂ͬ C̵̡̛͎̲͕̟ͬ̈̏̇ţ̳̞͈ͭ̐͌̈̈́̂̿h̡̛͇̭̬̻̤̱̹̭ͣ͞ư̺͇̯ͩ̽ͨ̈́l͙̮̲̹̟͖̇̂̍̓̅̄̅h͔̣͈̔͂̍̎͂͑u̴̠͕̳͍͉̯̮̤͐̽̏́ͭͥ̎ͤ ̘̰̠͓͈ͫ̓̉̊̿ͧͮ̃R̸͔̦͈͈̖̙̤̪ͪ̆͆’̧̨̨͕̯̫̔̍͛̿͌ͣl͈̝̞̘̞͍̹̀ͩ̅̉̽ͬy͖̳̼̱͎̋̍̇̽ͮͤ̾̚ḛ̴̗̽ͩͣ̐̀̉̾h̸̡̨̙̬̅ ̸͚̯̲͕̩͓̘̼̅ͦ͆̾͊͌ͬẅ̢͙͙̟ͦ̓͐ͯͧ̏̚͡͠g͉̤͚̭̟͚͒̍ͪ̕á̠̮̉͌͜͜h̵͚͖̭̠̫̄ͫ’̷͇̝̯̼̻̭͎̋ͬ͛ͥ͂̀ n̸̨̢̥̬̟̝͖̝͇̻͔͎̳͖̎ͫ̍͛ͥ̔͡a̢ͥ͋͑ͯ̀͏̡̖̞͚̫̦͚̞̙ͅg̨̡͖̜̪̠͇͉̣̜͚̬̬̹̫͈̯̹ͤͧ̇͊ͨ̓̓ͧ̾͆ͤ̆l̵̶̛̳̙͉̻͍͔͓̙̫̩̲͕͚̗͕̹͆ͭ̾ͥ͊̀ͧͫ̑ͯ̇͆̋́͘ͅ ͗̑́̉͛ͪ̉͏̰̰͕̩̖̝̀͘f̴̲͔̘͙̙̪̬͇͖̤̙̺̳̱̰̣͌́̽̆͋̎ͪͪ̓̓̓̇̏͘ḩ́͛ͧ̃̀͘͏̰͔̫̻͎͇͚́t̸͈̳̮̰͓͎͔͙̞ͤ̿͊̃͒͜ḁ̧̧͎̥̜͔̥̪̬̻͗ͮͮ͛͠g͑ͤ̌ͮ͐̌ͤ͏҉̱̟͙̟̮ͅñ͒̒ͯ̂̓̍͑͛ͦͦ̃ͩ҉̧͈̟̫̳̻̖̖̞̰͎̭̞̭͝.

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Stand: 28. März 2010.