Zombies: Bücher, Comics, "Literatur".
Liebe Freunde der phantastischen Literatur,
obwohl das Thema der auferstandenen Toten eine eher junge Erfindung ist, erfreut sich sich besonders im neuen Jahrtausend großer Beliebtheit: Zombies! Jedoch: Während Hollywood und Hobbyfilmer bereits unzählige Kameras verbrauchen, während das Kunstblut schon in Strömen fließt, bleibt die Menge an moderner Literatur zum Thema überschaubar. Dabei eignet sich doch gerade das Zombiemotiv wie kaum ein Anderes mit seiner starken sozialkritischen Komponente dazu, Gegenstand von geschriebenen Geschichten zu sein. Ich möchte daher versuchen, eine Übersicht über die Zombiefiktionen in der Literatur zu sammeln; dabei handelt es sich ausschließlich um Bücher, in denen Zombies realistisch dargestellte “Hauptcharaktere” sind. Wollen wir’s versuchen. Im Folgenden also:
Literatur über Untote
Das Wichtigste zuerst: Die vermutlich bedeutendsten beiden Werke, welche sich mit Zombies befassen, stammen aus der Feder von Max Brooks, dem Sohn des famosen Mel Brooks. Sie sind sozusagen Standardwerke der Zombieforschung und es sind…
- Brooks, Max; Körber, Joachim: Der Zombie Survival Guide: Überleben unter Untoten
. Müchen 2004.
— oder im Original:
- Brooks, Max: The Zombie Survival Guide: Complete Protection from the Living Dead
. New York 2003.
Das Buch handelt davon, wie man im Falle eines Falles (sprich: der Zombieapokalypse) am Besten seine eigene Haut rettet. Es beantwortet essentielle Fragen: “Wie überlebe ich?”, “Wie kann ich mich gegen Zombies zur Wehr setzen?”, “Warum brauche ich sofort nach dem Outbreak eine große Badewanne?”, usw. usw. — das Werk ist genau das, was der Titel verspricht, eine Anleitung für den Worst Case. Gegen Ende des Buches werden einige historische Ausbrüche der Zombieerkrankung genannt und analysiert. Sagen wir einfach: Wenn die Zombies ersteinmal da sind, sollte man die Anleitung zur Hand haben. Next.
- Brooks, Max; Körber, Joachim: Wer länger lebt, ist später tot: Operation Zombie
. München 2007.
— oder im Original:
- Brooks, Max: World War Z: An Oral History of the Zombie War
. New York 2007.
Man sollte sich nicht von dem albernen Titel der deutschen Übersetzung abschrecken lassen: Der Inhalt ist sowohl brisant als auch erschreckend. Das Buch ist, ebenfalls “wie der Titel schon sagt”, eine mündliche Überlieferung der Zombiekriege. Es besteht aus Interviews und Erinnerungen der verschiedensten Personen der ganzen Welt, jede mit eigenem persönlichen Schicksal. Man erfährt von der Ausbreitung des Erregers auf der gesamten Welt, über illegen Organhandel, liest von verlorenen Schlachten. Die Wichtigste: “The Battle of Yonkers“. Doch ich möchte nicht zu viel verraten. Nur noch so viel: “Wer wissen möchte, was man bei der Zombieapokalypse wirklich zu befürchten hat — die Antworten stehen in diesem Buch.
Zombie-Bilderbücher
Die Comics oder “graphic novels” als Bilderbücher zu beschreiben, ist sicher nicht die glücklichste Wahl. Wem die rein textliche Schilderung einer solchen Apokalypse nicht ausreicht, dem kann geholfen werden. Zum Einen ist zusätzlich zum Zombie Survival Guide noch eine “Graphiknovelle” erschienen, in welcher die geschilderten Ereignisse des Buches künstlerisch verarbeitet werden.
- Brooks, Max; Roberson, Ibraim: The Zombie Survival Guide: Recorded Attacks
Sie bietet allerdings keine neuen Einsichten in das Thema, da sie lediglich ein kleines Addendum zum Erstlingswerk Brooks’ darstellt.
Wesentlich umfangreicher und mit besonderem Blick auf das Verhalten der Menschen beim Zombieweltuntergang ist die Comicbuchreihe “The Walking Dead” von Robert Kirkman und Tony Moore. Die Hardcover der einzelnen Episoden (welche eine große Geschichte darstellen) werten die “lapidaren” Comics nicht nur für Sammler auf. Die Illustrationen sind detailliert und handeln, wie könnte es anders sein, vom Weltuntergang, bei dem ein ehemaliger Sheriff in einem Krankenhaus aufwacht und sich —wie in 28 Days Later— mit menschenfressenden Untoten konfrontiert sieht. Bisher sind 9 Bücher erschienen, in der Übersicht:
- The Walking Dead, Bd.1: Gute alte Zeit
- The Walking Dead, Bd.2: Ein langer Weg
- The Walking Dead, Bd.3: Die Zuflucht
- The Walking Dead, Bd.4: Was das Herz begehrt
- The Walking Dead, Bd.5: Die beste Verteidigung
- The Walking Dead, Bd.6: Dieses sorgenvolle Leben
- The Walking Dead, Bd.7: Die Ruhe vor dem Sturm
- The Walking Dead, Bd.8: Auge um Auge
- The Walking Dead, Bd.9: Im finsteren Tal
Band 10 erscheint im Februar 2010.
Obwohl manch Leser beim Wort “Zombie” auch an “Resident Evil” denkt, möchte ich dieses Phänomen nur am Rande betrachten. Es gibt eine Buchreihe zum Videospielklassiker Resident Evil, allerdings habe ich sie nicht gelesen. Weiterhin entsprechen sie nicht dem Zombiemotiv, welches diese Seite vorstellt.
Gehirne! Wir brauchen mehr Gehirne!
Ob ihr es glaubt oder nicht, so groß ist die Menge ebendieser Literatur leider (noch) nicht. Als Autor einer eigenständigen Reihe ist noch David Moody eine Erwähnung wert. Seine “Herbst”-Reihe gehört ebenfalls in das Regal vieler Zombieliebhaber — wenn es soetwas denn geben sollte. Zur Handlung:
Herbst: Beginn bereitet die Bühne für einen epischen Endzeitzyklus [...]. Binnen vierundzwanzig Stunden löscht ein rasend um sich greifender Virus beinah die gesamte Menschheit aus. Milliarden sterben. Es gibt weder Symptome noch eine Vorwarnung. Sekunden nach der Ansteckung sterben die Opfer einen qualvollen Tod. Nur eine Hand voll Überlebender bleiben übrig, die sich am Ende des ersten Tages wünschen, selbst tot zu sein. Die Verzweifelten suchen Zuflucht im Gemeinschaftshaus am Rand einer Großstadt. Da sie sich zu sehr fürchten, um sich in die verseuchte Welt hinauszuwagen, verwandelt ihre Zuflucht sich bald in ein Gefängnis. Unter dem emotionalen und physischen Druck der unerklärlichen Lage beginnt die völlig verängstigte Gruppe auseinander zu brechen [...] und die Hölle auf Erden hält Einzug.
Wenn das nicht spannend klingt! Es erschienen weiterhin noch einige mehr-oder-minder Einzelwerke; ein Auszug aus dem Spektrum des Lesenswerten (einige der Titel sind bis dato noch nicht erschienen!):
- McKinney, Joe: Dead City
- Wellington, David; Decker, Andreas: Stadt der Untoten
- Wellington, David; Decker, Andreas: Nation der Untoten
- King, Stephen: Puls
- Mochinski, Tony; Mai, Reinhold H.: Eden: Ein Zombie-Roman
- Paffenroth, Kim: Dying to Live: Vom Überleben unter Zombies
Sehr ausgefallen dürfte auch die Neuversion des Klassikers “Pride and Prejudice” (von Jane Austen, 1813) sein: Es trägt den Titel “Stolz und Vorurteil und Zombies” und entstammt der Feder von Seth Grahame-Smith. Wer das Original kennt, der kommt quasi um die neue Lektüre nicht drumrum:
- Grahame-Smith, Seth; Müller, Carolin: Stolz und Vorurteil und Zombies
— oder im Original:
- Grahame-Smith, Seth: Pride and Prejudice and Zombies: The Classic Regency Romance-Now with Ultraviolent Zombie Mayhem
So, das ist’s. Erstmal, fast. Denn wer nach so einem ernsten Thema noch grotesk schmunzeln möchte, dem sei auch dies vergönnt:
- Kirkman, Robert: Marvel Zombies Collection
. Nettetal 2010. —
“In einer Welt, die dem Marvel-Kosmos erschreckend gleicht, hat ein Virus nahezu alle übermenschlichen Wesen in Zombies verwandelt. Beseelt von einem unstillbaren Hunger, drohen sie das gesamte Leben im Universum auszulöschen. Doch eine kleine Gruppe verschonter Helden stellt sich den Kreaturen beherzt entgegen.” - Frissen, Jerry; Davis, Guy: Als die Zombies die Welt auffraßen
. Asperg 2008. —
Comic-”Parodie”. - Murphy, David; Heard, Daniel; Holicki, Irene: Zombies für Zombies: Ein Ratgeber für Untote
. München 2009. —
Vorsicht: Satire! Nicht für den Ernstfall geeignet!
In diesem Sinne: Anmerkungen, Kritik, Lob, es ist alles erwünscht. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen. Braaaains.
Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2010.