Staatsverschuldung in Deutschland: Ein Gedankengang.

Liest man in den Medien, dass dubiose Rating-Agenturen die Bonität der europäischen Länder herabstufen wollen und/oder werden, so kann das nicht überraschen. Jeglicher Wohlstand, der seit der Gründung der Bundesrepublik entstanden ist, beruht auf geliehenem Geld, beruht auf der Prämisse, dass eines Tages eine Generation kommen wird, die in der Lage ist, die gemachten Schulden zu bezahlen. Ich gehöre nicht zu dieser Generation, wohl aber zu jener, die den Schuldenberg mit Ehrfurcht bestaunt.

Bleiben wir bei Deutschland: Wir alle besitzen 2 Billionen Euro Schulden. Eine 2 mit 12 Nullen. Grob gerundet. Bei einer Tilgung von rund 10 Milliarden Euro pro Jahr – eine utopische Summe, denn pro Jahr fehlen im Haushalt zwischen 60 und 80 Milliarden Euro – bräuchte Deutschland rund 200 Jahre bis zur Schuldenfreiheit. Ohne Zinsen. Seien wir daher großzügig und setzen als “insgesamt zu bezahlende Summe” im Laufe der Zeit 3 Billionen Euro an. Und seien wir noch großzügiger und gehen davon aus, dass es Deutschland möglich sei, jedes Jahr tatsächlich 20 Milliarden Euro zur Schuldentilgung einzusetzen. Echtes, hartes Sparen, beginnend ab sofort. So wären wir bereits im Jahr 2161 entschuldet. Dies entspricht der zeitlichen Distanz zum Jahr 1861, dem Jahr, als Wilhelm I. im damaligen Preußen den Königsthron bestieg. Es folgten weitere Regenten, zwei Weltkriege (und viele andere Konflikte), mehrere Wirtschaftszusammenbrüche und eine deutsche Bundeskanzlerin.

Will sagen: Viel Glück.

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