#Piraten: Geht's schon nach Tortuga? oder: Wunschroute.
Ich habe vorhin den üblen Fehler begangen, die Piratenpartei bei Twitter zu erwähnen. Nun, eigentlich war’s kein Fehler, aber es ist in der Tat so, dass sie die vermutlich repräsentierteste Partei im Web ist und demnach in kürzester Zeit Reaktionen zu erwarten waren. Nicht wie bei der CDU, die man von morgens bis abends in die Tonne prügeln kann, ohne dass sich auch nur ein Gesäß danach umdrehen würde. Wie dem auch sei, ich habe da ein paar Worte seit einer Weile in der Tasche und denke, es ist jetzt an der Zeit, diese zu unechtem Papier zu bringen. Zur Einleitung.
Schon vor einigen Jahren, als die Piraten gerade erst “im Erfindungsprozess” waren, hatte ich als Netizen selbstverständlich von dem Projekt gehört. Begonnen hatten sie, das ist unstrittig, tatsächlich mit nur einem Thema, dem Internet, wenn auch schon damals sehr facettenreich. Ich befürwortete die Ideen, aber (so war’s nunmal) mit den ersten Parteien in Deutschland konnten sie nicht konkurrieren. Die Piraten indes schien dies nicht zu stören, sie zogen ihr Ding einfach durch, eine ganze Weile lang. Um dann pünktlich vor der Bundestagswahl ’09 plötzlich auf unzähligen Stimmzetteln zu erscheinen.
Erstmal erstaunlich, oder nicht? Ja, doch, schon. Mit der Ernsthaftigkeit kamen allerdings auch die Probleme, die jede Partei kennt, begonnen bei Herrn Tauss, der sich ab übernächster Woche vor dem Karlsruher Landgericht wegen Kinderpornographie verantworten muss, bis zu Herrn König, der mit dauerdubiosen Aussagen nicht nur Parteigegner gegen sich aufbringt. Zu allen personellen Problemen gesellte sich, besonders zu Beginn, der Vorwurf der Themenlosigkeit und die merkwürdige “Wir-sind-weder-links-noch-rechts”-Debatte. So könnte man selbst heute noch sagen, dass die Piraten sich trotz aller Fortschritte noch immer in diesem erwähnten Erfindungsprozess befinden. Was tut man dann? Sehr richtig, man erfindet sich eben.
Hier: ein Programm zum Erfolg. Oder nur gute Ideen. Oder zumindest Gedanken. Ohne Gültigkeit, versteht sich. Mh.
“Ok, Jungs, wer von euch kann Karten lesen?”
Ich möchte zunächst klarstellen: Ich bin kein Pirat, aber ich wäre und werde vielleicht einmal einer. Aus diesem Grund sind die Vorschläge, die ich im Laufe des Beitrages so unterbreiten werde, alle nur “nett gemeint” und vielleicht greift’s der eine oder andere einmal auf. Die Frage also: Wie geht’s mit den Piraten weiter, in welche politische Richtung sollte man sich meiner unüberraschenden Ansicht nach bewegen, wohin die Segel setzen?
Es stand schon vorhin hier, ein Punkt, der mir keineswegs gefällt: “Weder links noch rechts.” — geht nicht. Es ist zwar richtig, dass das bestehende Parteiensystem veraltet wirkt, aber man benötigt, so schätze ich es ein, doch ein klares politisches Profil, wenn man Millionen Wähler auf seine Seite ziehen möchte. Mh, meine Gedanken springen gerade, deshalb wird’s ab hier wohl eine kleine listenartige Ansammlung von Ideen. Sähe dann so aus:
1. Orientiert euch.
Wie gerade geschrieben: ein klares politisches Profil. Wie könnte meine Einschätzung anders ausfallen, als dass ich sage: nach links! Unter allen demokratisch freiheitsliebenden Bürgern sollte doch besonders euch Piraten klar sein, dass das Internet so “links” ist, wie es eigentlich nur sein kann. Hell, diese Sache von wegen Netzneutralität begründet sich auf diesen (teil-sozialistischen) Gedanken. Bietet weiterhin dem Nazi-Scum keine Plattform, selbst wenn er bei euch König heißt. Es gibt wahrlich genug braune Foren in diesem Land.
2. Orientiert euch mehr.
Nun ist es so, dass wir bereits eine echte linke Partei in Deutschland haben, heißt: Ihr braucht einige Alleinstellungsmerkmale. Wisst ihr, was in Deutschland fehlt, es aber in den Niederlanden (leider gerade wenig erfolgreich) gibt? Eine echte linksliberale Partei, eine Mischung aus Links und FDP. Unvereinbar? Nein, denn die Ziele zwischen Liberalen und Linken sind sehr ähnlich, lediglich die Wege zum Erfolg unterscheiden sich. Ihr Piraten mögt doch die persönliche Freiheit und nehmt die Wirtschaft (zumindest annähernd) ernst: Seid linksliberal!
3. Uuuund noch ein wenig mehr.
Die Piraten haben in den letzten Monaten, meiner Meinung nach, unglaubliche Fortschritte gemacht: Neben dem Internet gibt’s nun auch andere sehr wichtige Themen wie Umwelt, Bildung und Wasnichtnochalles. Tatsächlich ist es mir aber noch möglich, den Landratten die gleichen Vorwürfe zu machen, wie sie der Linkspartei ständig gemacht werden: Was ist mit der Außenpolitik? Was ist mit der innerparteilichen Kommunikation? Was mit den anderen Themen, die nicht abgedeckt sind? Ich gestehe, dass ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen sollte, zumal das Parteiprogramm der Linken wahrlich noch nicht perfekt ist. Darauf habe ich allerdings keinen Einfluss — vielleicht bei euch, liebe Piraten. Schaut, dass ihr alle wichtigen politischen Punkte nicht nur thematisch abdeckt, sondern dass sich zudem auch einige Spezialisten bei euch befinden, die diese Themen im Ernstfall in der Presse und in der Politik behandeln können. Gerade die Wirtschaft dürfte dort eine echte Herausforderung werden, so für euch linksliberale.
4. Präsenz zeigen.
Es ist so, dass ihr im Internet an jeder Ecke zu finden seid, selbst in Werbebannern semilegaler Software. Ich finde das hervorragend. Einige von euch haben auch feststellen müssen, dass die lokale Fußgängerzone ein weit schwerer zu besiedelndes Pflaster ist als das Web. Leider ist das viel eher der Ort, wo die Wähler sich wirklich aufhalten. Es ist daher wichtig, dass ihr Präsenz zeigt, immer und überall. Wohlgemerkt nicht nur zu Demozwecken, sondern auch dort, wo man euch vielleicht nicht auf Anhieb erwartet, von der Fußgängerzone bis zum Stadion. Ihr müsst den Menschen zeigen, dass ihr hier seid, in der echten Welt, nicht nur als Online-Protestpartei. Und wenn ihr mal über 1, 2, 3 Jahre überall zu sehen gewesen seid, dann habt ihr die Aufmerksamkeit, die ihr benötigt. Seid auch nicht zu geizig mit kostengünstigen Werbegeschenken, “weil’s funktioniert”.
5. Energien und Kompetenzen bündeln.
In jeder Partei gibt es mehr oder weniger beliebte AGs. Wichtig ist, dass, wie vorhin schon erwähnt, alle Themen mit kompetenten Menschen besetzt sind. Das klingt einfacher, als es in Wahrheit ist: Es reicht nicht, gute wirtschaftliche Absichten zu vertreten, es müssen auch Juristen und BWLer da sein, welche genügend Ahnung von der Materie besitzen. Organisiert euch zu solchen AGs; nutzt diese zur Ausarbeitung von Detail-Konzepten und zum Knüpfen von Kontakten zur Wirtschaft, zu Gewerkschaften, zu Interessenverbänden. “Nur eine Partei” ist selten stark, sie benötigt den Rückhalt aus der realen Gesellschaft und Organisationen, die dort bereits existieren. Bisher scheint auch dies noch keine der piratigen Stärken zu sein, bringt aber in der Endsumme große Ergebnisse durch Kompetenzverteilung und -ausweitung.
6. Bündnisse ausweiten.
Ok, ihr habt also eure AGs und Kontakte geknüpft – und dann? Schaut auf die inhaltlichen Überschneidungen, die sich zwangsläufig zumindest zwischen Linken, SPD, Grünen und FDP ergeben und knüpft weitere Kontakte zu den Menschen anderer Parteien, mit denen ihr auf fachlicher Ebene gut arbeiten könnt. Denn, sehen wir der Realität ins Auge, es wird früher oder später dazu kommen, dass ihr in Regierungskoalitionen kommt. Im Gegenzug zu fast allen bestehenden Parteien, die ihre Bündnisse anscheinend nach Tageslage auslegen, könnt ihr euch so besonders thematisch hervortun. Und das ist es, was in der deutschen Politik zählt: Themen und ihre Unterstützer.
7. ???
?.
8. PROFIT!
Herzlichen Glückwunsch, ihr habt es geschafft: Ihr seid nicht eine, sondern die linksliberale Partei in der Bundesrepublik, dazu mit dem besten Namen. Ihr habt euch für die soziale Marktwirtschaft entschieden, habt Umweltschutz und kostengünstige Bildungspolitik in eurem Portfolio, habt eine solide außenpolitische Vorstellung von Deutschlands Rolle in Europa und der Welt und habt selbst Ressorts wie “Entwicklung” oder “Familienpolitik” abgedeckt. Ihr seid koalitionswillig, besonders mit Linken, SPD und Grünen, habt eure Genderproblematik gelöst und innovative Ideen für Deutschlands Zukunft und real existierende Probleme sogar auf Europaebene gefunden. Ihr seid medial präsenter in den konventionellen Medien und – selbstverständlich – auch im Internet, wo die nachwachsende Generation eine junge, dynamische und zukunftsfähige Partei vorfindet, die sich mit Nerdhumor und Fachwissen auszeichnet. Die nächste Bundestags- oder Landtagswahl steht an und es ist völlig klar, dass ihr auf jedem Stimmzettel vertreten sein werdet.
Warum lasse ich so viele konkrete Punkte offen? Nun, viele Positionen der Piraten sind bekannt: freies Netz, ab und an prinzipieller Pazifismus, Wasweißichschon. Es liegt mir fern, den Piraten hier ein genaues Programm präsentieren zu wollen, das sind alles Dinge, über welche die Mitglieder entscheiden müssen. Ich bin zuversichtlich, dass aus vielen jungen Köpfen eine Menge innovativer Ideen sprießen werden. Ich lasse mich damit überraschen, doch, wie gesagt, ich bin zuversichtlich.
Musik in euren Ohren? Ja, in meinen auch. Ich wünsche den Piraten alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft, diesen besonders bei der nächsten Wahl in einer Woche. 4% will ich sehen, gebt euch Mühe! Und dann sehen wir uns mit Zuversicht in der ersten orange-rot-grünen Regierung. Bald.
// Nachtrag #1: Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ist nur meine eigene Traumwelt. Diskussionen ausdrücklich erwünscht, zumal ich sicherlich einige Punkte ausgelassen oder unklar gelassen habe. Quasi habt ihr hier erst eine Beta, um in der Nerdsprache zu bleiben.
Stefan schrieb am 03 Mai 2010 um 1:05 am ¶
Danke für die ausführliche Analyse. Man sollte aber nicht außer Acht lassen, dass sich zB die Grünen durchaus als “Linksliberal” verstehen – klar kann man das bezweifeln. Egal welche Partei sich das beste ™ Programm gibt, es bleibt die Frage, wieviel von den hehren Idealen am Ende im Parlament übrig bleibt. Wunsch wird ja nicht unmittelbar zu Wirklichkeit.
Die Grünen haben so eine Entwicklung gemacht, inzwischen sind sie entzaubert und zu einer taktische Option auf dem Wahlzettel verkommen. Ich hoffe nicht dass die Piraten jemals zu soetwas werden, dann wären sie überflüssig und der Name passt auch einfach nicht.
Ich glaube nicht, dass die Piratenpartei besser agieren kann als die Grünen. Deswegen halte ich weiter an dem “weder links noch rechts” fest, auch wenn ich dir zustimme, dass viele Piraten es sich zu einfach machen. Ich sehe die piratigen Themen auch strukturell links, jedoch gibt es auch einige (ehemalige/Wähler) aus FDP, CDU, FW. Diese “umzudrehen” oder auszuschließen wäre mE dämlich, weil wir damit Vertretungsanspruch verlieren. Eine Ideologisierung der Partei würde mE eher abschreckend und polarisiernd wirken.
Im Gegensatz zu dir plädiere ich (ich bin Pirat
innerparteilich gegen eine Erweiterung und gegen eine Positionierung im politischen Spektrum. Das würde uns im Falle eines Wahlsieges zu der vorteilhaften Position eines Königsmachers verhelfen. Sollten wir unsere Themen strukturell durchsetzen, überlasse ich die Politik wieder gerne den anderen Parteien, besser als die werden wir es eh nicht hinbekommen. Und auch die anderen Parteien haben ja netz-kompetenten Nachwuchs, alles also eine Frage der Zeit.
Floh schrieb am 03 Mai 2010 um 1:11 am ¶
Das is schon mal ein schöner und zuversichtlicher Artikel zum Thema ^^
Von mir dazu ein paar wenige Kommentare, für mehr bin ich zu müde:
Ich halte es nach wie vor für richtig, dass sich die Partei als ganzes nicht festlegen will, in welche Richtung es gehen soll. Wie gesagt, eigentlich sind die Piraten noch in der Entwicklung, da ist es meiner Ansicht nach durchaus sinnvoll, zu sagen: Parteienspektrum – nein, danke.
Es gab tatsächlich schon eine Umfrage unter Piraten, die zeigte, dass ein großer Teil tatsächlich linksliberal eingestellt ist. Liegt wohl an der Mentalität des Netzes, die du auch erwähntest. Aber es gab einige wenige, die anderen Spektren zugeordnet wurden und trotzdem Piraten sind. Gerade diese sind in einer derart neuen Partei unglaublich wertvoll, denn konträre Meinungen regen den Geist (und damit gleich Diskussionen) an. Ziel ist, ein Thema aus möglichst vielen Winkeln zu betrachten, um dann zum sinnvollsten Ergebnis zu kommen. Würden die Piraten sich nun offiziell als linksliberal positionieren, würden z.B. eher konservativ Eingestellte abschrecken, da sie sich mit den Linken nicht identifizieren können und auf die Liberalen gerade nicht allzu gut zu sprechen sind.
Aber die Piraten wollen nicht nur, sondern brauchen diese anderen Meinungen!
Abgesehen davon sehen sich die Piraten als bislang einzig ernstzunehmende Alternative zu den etablierten Parteien und möchte jedem die Möglichkeit lassen, diese Alternative zu nutzen.
Die Piraten haben sozusagen ein politisches Profil: offen. Piratig eben.
Jedes einzelne Mitglied lässt sich vielleicht auf einem politischen Spektrum einordnen, die Partei braucht das nicht.
Zur Themenfindung:
Die Piraten halten sich alle Themen so lange offen, bis sich genügend Fachkundige gefunden haben, um das Thema aufzugreifen. Eine möglichst schnelle Bereitstellung eines breiten Themenspektrums bringt nichts – außer der Ähnlichkeit mit den Programmen, von denen man abschreibt.
Angenommen, jemand kennt sich in einer Thematik gut aus und ist mit deren momentaner Umsetzung unzufrieden. Jetzt besteht die Chance, dass er erkennt, dass dieses Thema bei den Piraten nicht oder nicht ausreichend besetzt ist und gleichzeitig bemerkt, welches zukunftsfähige Potenzial bei den Piraten liegt. Was wird er wohl tun? xD
viego schrieb am 03 Mai 2010 um 4:50 am ¶
Die linksliberale Ausrichtung der Piraten kann aber auch nur von einem Linken kommen. Ich meine, dass hier eher der OpenSource-Gedanke aufgenommen wurde und auf anderer Ebene weitergeführt wird. Das bedeutet jeder darf mitmachen, wenn er will und hat etwas beizutragen. Bei der von dir genannten Ausrichtung würde man – wie mehrfach angemerkt – ca die Hälfte der potenziellen Mitstreiter ausschließen (jaaa, setzt voraus das rechts bis links die gleiche Verteilung hat etc.)
Ich denke, dass diese Ausrichtungsdiskussionen bei irgendwelchen Gruppen sehr oft von außen kommen, um die Anhänger zu entzweien und außerdem ist “rechts” immer das Totschlagargument, wenn gar nichts mehr hilft.
aSak schrieb am 03 Mai 2010 um 10:54 am ¶
@Stefan:
Es ist richtig, dass die Grünen einmal linksliberal waren; gerade in letzter Zeit hat sich doch aber gezeigt, dass einige Personen dort das “bürgerliche Lager” viel toller finden. Was, z.B., im Saarland zu Jamaika führte. Oder zu Krieg. Oder oder.
@Stefan und @Floh:
Und ehm, ja, das, was euch zur Zeit noch Mitglieder beschert, wird in Zukunft allerdings, so schätze ich, nicht funktionieren. Es ist zwar eine wunderbare Idee, sich von den “alten” Strukturen zu lösen, die Mehrheit der Wähler allerdings kann damit sehr wenig anfangen. Sie mögen feste Strukturen, leider, sonst hätte auch die Linke mehr Stimmen.
Vielleicht sehe ich es zu engstirnig oder falsch, aber zumindest auf lange Sicht wird eine Positionierung nötig sein. Was nicht heißt, dass euch dann die Mitglieder weglaufen, ich vermute eher, dass die breite Masse euch dann erst als echte, wählbare Partei wahrnimmt.
@Viego:
Ja, OpenSource-Partei ist ne schöne Idee, aber es führt eben auch dazu, dass Kriegstreiber wie Herr König in die Partei kommen. Und, so Leid es mir tut: Nicht nur für mich macht es einen großen Unterschied, ob sich die Piraten links, mitte oder rechts positionieren. Um nicht zu sagen: CDU ist sogenannte Mitte, FDP tendiert ebenfalls nach rechts. Soetwas will ich nicht wählen und eine Partei, in der sich auch nur möglicherweise einige Nazis aufhalten… nein, das ist’s was wirklich abschreckt, OpenSource hin oder her.
Natürlich kommt diese Diskussion auch in diesem Fall von außen, wenngleich ich das Treiben der Piraten seit den Anfängen genauestens verfolge. Mit Totschlagargument hat das nichts zu tun: Klar werden sich kaum Altnazis bei den Piraten befinden, aber jungem homo- und xenophoben Nachwuchs eine Plattform zu bieten (mit der Begründung “hey, bring dich ein!”) finde ich nur daneben und lässt die Piraten von einer Partei mit Idealen zu einem unwählbaren Haufen verkommen.
Sicherlich kann man diese Diskussion auch nicht führen: Ihr seid glücklich, OpenSource zu sein. Die allermeisten Wähler sehen das allerdings anders und wenn man den Punkt einer Minderheitenpartei verlassen will, muss man sich dies bewusst machen.
Floh schrieb am 03 Mai 2010 um 7:09 pm ¶
Ironischerweise kommt mir gerade jetzt ein Zitat von Merkel in den Sinn:
“Mal bin ich liberal, mal bin ich konservativ, mal bin ich christlich-sozial – und das macht die CDU aus.”
So oder zumindest so ähnlich könnte man es auf die Piraten übertragen. Nur sind diese eben konservativ in Sachen Internet (Freiheit erhalten) und liberal in Sachen Bürgerrechten (ebenfalls Freiheit erhalten).
Sich absolut festzulegen macht also eigentlich wenig Sinn, denn von Sachverhalt zu Sachverhalt kann es Unterschiede geben und manchmal muss man seine Einstellung auch ändern.
Wenn jemand also fragt: Die Piraten sind erstmal nicht einzuordnen. Doch ein Großteil ihrer Mitglieder sind linksliberal.
Ich konnte sogar nochmal den Link dazu finden: http://twitgeridoo.wordpress.com/2009/11/10/wo-steht-die-piratenpartei/
Ob später eine Positionierung erfolgen wird, wird sich zeigen. Die Tendenz unter Piraten ist meines Erachtens aber ganz klar: Es wird nicht nötig sein.