Anonym 2009 – Wie schütze ich mich vor Schutzmaßnahmen?
Ja, meine lieben Freunde, der Grundstein zur großangelegten Zensur des Internet in Deutschland wurde gelegt. “Wir” haben die erste Runde verloren und werden wohl auch in Zukunft keine besseren Karten haben, wenn fefes Prophezeihungen so akkurat sind wie die meinigen. Jedoch muss man sich ja nicht alles gefallen lassen und noch ist das Anonymisieren nicht verboten. Deshalb gibt’s heute für alle gläsernen Besucher einen kleinen Guide: Anonym im Internet mit unzensierten DNS-Servern. Es ist schließlich das Recht eines jeden Bürgers seine Privatsphäre zu schützen.
Obgleich Frau von der Leyen den Bürgern erzählt, dass nur Menschen mit hoher krimineller Energie und technischem Wissen in der Lage wären, die beschlossenen Sperren zu umgehen, behaupte ich: “Ney ey! Nich’ mit mir, Fräulein!”. Legen wir einmal los.
Was wir brauchen ist:
- einen Firefox,
- das komplette Tor-Paket (enthält “Tor” und “Privoxy”) und
- einen unzensierten DNS-Server, beispielsweise OpenDNS.
So simpel ist’s. Schritt-für-Schritt sieht das dann so aus…
Es geht um eure Sicherheit. Tut etwas dafür!
- Ich setze einmal voraus, dass der Firefox bei meinen Lesern schon installiert ist. Wenn nicht: Nachholen! Die Gründe werde ich nicht erläutern.
- Zuerst lädt man sich das Tor-Paket für sein Betriebssystem unter dieser URL hinunter. Es ist rund 8 MB groß.
- Installieren, wie jede andere Software auch; Komplettinstallation.
- Eventuell wird man zu einem Neustart genötigt – lasst das über euch ergehen.
- Startet den Firefox und nehmt einige kleine Einstellungen vor: In der unteren Leiste klickt ihr auf “Tor deaktiviert”, womit ihr Tor aktiv schaltet. Als nächstes geht ihr auf Extras – Einstellungen – Erweitert – Netzwerk – Einstellungen und macht ein Häkchen bei “Proxyeinstellungen automatisch erkennen”.
- Öffnet das Vidalia Kontroll-Panel und überprüft dort unter Einstellungen, ob alles genehm ist.
- Fertig.
- Unter z.B. http://www.ip-adress.com/ könnt ihr sehen, ob’s geklappt hat. Ich pendle grade zwischen der Ukraine und Spanien.
- ????
- PROFIT!
Damit wäre das anonymisierte Surfen schon erledigt. “Ganz schön schwer, was?” Es ist leider möglich, dass die Geschwindigkeit beim Browsen durchaus leidet, aber “so ist das eben”. Entweder man ist sicher oder man ist schnell – wie auf der Autobahn. Selbstverständlich muss Tor nicht immer aktiviert sein; Zocker werden auch weiterhin nicht das Primärziel von Strafverfolgungen sein. Ihr wisst aber am Besten, welche Seiten ihr besucht und ob der Einsatz von Anonymisierungen dabei sinnvoll ist.
Was bleibt, sind die zensierten DNS-Server der deutschen ISPs. Weltweit spielt das aber eine sehr geringe Rolle, denn nicht-ISP-gebundene DNS-Server sind keineswegs verboten. Wir nehmen uns daher OpenDNS vor.
Wäre ich fleißig, würde ich mir die Mühe machen, deren Tutorials hier noch einmal abzuarbeiten. Bin ich aber nicht, ich mach’s mir leicht. Das Einrichten eines DNS…
…ist nämlich auf deren offizieller Seite sehr schön und detailliert beschrieben. Selbstverständlich muss es nicht OpenDNS sein, es gibt eine Fülle an freien, unzensierten DNS-Servern – diese Recherchen überlasse ich dann aber den hoch kriminellen technisch versierten Lesern, die sich ob ihrer Rechte bewusst sind.
That’s it, so einfach ist das. Ich möchte ausdrücklich noch einmal darauf hinweisen, dass diese Guide nicht dazu verwendet werden sollte, tatsächlich strafrechtlich relevante Handlungen zu vollziehen. Wenn aber meine Prophezeihung eintrifft und nicht nur solche Seiten, sondern eben alle unliebsamen Inhalte zensiert werden – dann sollte man sich zu helfen wissen. Die Wetten, dass Wikileaks das erste Opfer der Meinungsfreiheitsbeschränkung wird, stehen leider nicht schlecht.
In diesem Sinne: Petri Heil.
LunaHexe schrieb am 24 Apr 2009 um 6:39 am ¶
Es gab gestern und vorgestern schon Aussagen aus dem Regierungspräsidium NRW (das sind die die schon die Zensurmaßnahmen aus der Vergangenheit koordiniert haben) daß als nächstes die ausländischen Online-Glückspielangebote die gegen deutsches Recht verstoßen auf die Zensur-Liste sollen.
Die Sperrliste war und ist keine 5sec lang eine Maßnahme gegen Straftäter sondern von vornherein gegen den Durchschnittsbürger und die Meinungsfreiheit geplant. Dabei ist die in Deutschland ja seit jeher ein eher zartes Pflänzchen.